Montag, 17. August 2026

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Großer Schützenaufmarsch vor dem Celler Schloss: Bürgerkönigin und Mini-Könige proklamiert

Mit dem traditionellen Großen Schützenaufmarsch hat das Celler Schützenfest am heutigen Sonntag einen seiner Höhepunkte erlebt. Vor der Kulisse des Celler Schlosses versammelten sich die fünf Vereinigten Celler Schützengesellschaften, befreundete Vereine, Musikzüge sowie zahlreiche Zuschauer, um gemeinsam den festlichen Auftakt des Umzuges zu begehen. Das Wetter spielte dabei mit – der zunächst befürchtete Regen blieb aus.

Durch das Programm führte Norbert Schüpp, Oberster Hauptschaffer des Großen Schafferrates der Fünf Vereinigten Celler Schützengesellschaften. Nach und nach zogen die Schützengesellschaften mit ihren Fahnenabordnungen, Majestäten und Musikzügen auf den Schlossplatz ein und wurden den Gästen vorgestellt.

Besonders begrüßt wurden der amtierende Hauptkönig Konstantin Schröder mit seiner Frau sowie Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, die gemeinsam auf dem Schlossplatz eintrafen. Im Anschluss unterstrichen Salutschüsse den feierlichen Charakter der Veranstaltung.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Norbert Schüpp nahm Lars-Ole Peterson, Vorsitzender des Schießausschusses, die Proklamation der Mini-Könige sowie der Bürgerkönigin vor.

Insgesamt 77 Bürgerinnen und Bürger hatten sich am Bürgerschießen beteiligt. Neue Bürgerkönigin der Stadt Celle wurde Silke Legall, die sich mit einem 3,0-Teiler den Titel sicherte. Anschließend wurden die Minikönige der einzelnen Schützengesellschaften vorgestellt. Für die Altstädter Vorstadt wurde Lucie Herbst mit einem 31,3-Teiler proklamiert. Die Altstadt wird künftig von Moritz Dompke vertreten, der einen 38,4-Teiler erzielte. Im Hehlentor setzte sich Rouven Albersdörfer mit 10,9 Ring durch. Für Neuenhäusen wurde Juliano Häger, der im Schützenwesen auch als „der stille Süßigkeitenspezialist“ bekannt ist, mit einem 70-Teiler als Minikönig ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Proklamationen richtete Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge das Wort an die Schützinnen und Schützen sowie die zahlreichen Gäste vor dem Celler Schloss. In seiner Ansprache würdigte er insbesondere das ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer, ohne die das Schützenfest in dieser Form nicht möglich wäre. Wer selbst nicht ehrenamtlich tätig sei, könne kaum ermessen, wie viel Zeit, Verantwortung und persönlicher Einsatz hinter einer solchen Veranstaltung steckten.

Zugleich hob Nigge die gesellschaftliche Bedeutung des Schützenwesens hervor. Es verbinde Menschen, stärke den Zusammenhalt und vermittle Werte wie Respekt, Verantwortung und Verlässlichkeit. Gerade in einer Zeit, in der der gesellschaftliche Umgangston rauer werde und Kompromissbereitschaft oftmals in den Hintergrund trete, seien diese Werte wichtiger denn je.

Auch auf die Rolle der Tradition ging der Oberbürgermeister ein. Diese sei kein bloßer Blick in die Vergangenheit, sondern könne Orientierung geben und Generationen miteinander verbinden. Vor diesem Hintergrund verwies Nigge auch auf die Investitionen der vergangenen Jahre in das Schützenwesen. Dazu zählen unter anderem die Modernisierung des Schützenplatzes, die Sanierung der Theo-Wilkens-Halle sowie das Schützenmuseum. Zugleich bekräftigte er, dass die Allerinsel auch künftig die Heimat des Celler Schützenwesens bleiben solle.

Nach dem offiziellen Teil schritten die Ehrengäste die Königshäuser und Fahnenabordnungen ab, bevor sich der große Festumzug in Bewegung setzte. Begleitet von zahlreichen Musikzügen führte der Weg durch die historische Altstadt.

An der Spitze des Umzuges fuhr die Altstädter Schützengilde von 1579 e.V. mit ihrer Kutsche, in der Hauptkönig Konstantin Schröder und Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge Platz genommen hatten.

Am Alten Rathaus nahm die Königsgesellschaft Aufstellung. Von dort aus zogen die weiteren Schützengesellschaften und befreundeten Vereine an den Majestäten vorbei und erwiesen ihnen mit ihrem Vorbeimarsch die traditionelle Ehre. Erst nachdem alle Teilnehmer den Alten Markt passiert hatten, schloss sich auch die Königsgesellschaft wieder dem Festzug an und setzte den Weg gemeinsam mit den übrigen Schützen zum Schützenplatz fort.

Der Große Schützenmarsch bot damit erneut ein eindrucksvolles Bild des Celler Schützenwesens. Die historische Altstadt, der neugestaltete Bereich Am Markt und die musikalische Begleitung der zahlreichen Kapellen bildeten den Rahmen für einen der traditionsreichsten Programmpunkte des Celler Schützenfestes.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse