Rathauskönig, Parole und Festrede auf die Heimat beim Schützen- und Bürgerfrühstück
Die Aktion kommt zu unvermutet, um Beute der Kamera zu werden. Der Oberbürgermeister springt auf, reißt die Arme nach oben und geht schnurstracks auf den gerade im Rahmen des Schützen- und Bürgerfrühstücks am Samstagvormittag proklamierten Rathauskönig 2026 Marvin Dettmer zu, um ihm zu gratulieren. Ein Moment echter Freude, Ausgelassenheit und Natürlichkeit, zu spontan für den passgenauen Klick auf den Auslöser.













Dr. Jörg Nigge hatte es sich gewünscht, dass ein Mitglied der Verwaltung das Rennen macht, die Nase vorn hätte vor der Kommunalpolitik. Der in der Abteilung Jugendarbeit als Sozialarbeiter tätige Marvin Dettmer hat ihm diesen Wunsch erfüllt. Rund 35 Angehörige des Neuen Rathauses und des Stadtrates hatten sich heute Morgen „an die Waffen“ begeben, um die Rathaus-Königskrone zu erringen und Iris Fiß als amtierende Rathauskönigin abzulösen.
Moderator und Oberster Hauptschaffer Norbert Schüpp hatte im mit 360 Gästen gefüllten Festzelt alle Hände voll zu tun, auch die Präsentation des neuen Gemäldes für die Königsgalerie musste er übernehmen, da der Stiftungsvorsitzende des Schützenmuseums nicht bei Stimme war. Nun reiht sich das von Sophie Siebeck mit Ölfarben gemalte Portrait des noch amtierenden Hauptkönigs Konstantin Schröder ein in die Reihe der 98 Königsgemälde, die im Schützenmuseum zu betrachten sind. Eine Celler Schützentradition wie so vieles auf dem alljährlichen mehrtätigen Event auf der Allerinsel, das in diesem Jahr der Parole folgt „Schießsport und Tradition, Celler Schützen, es leben“.
Und doch sind die fünf großen Schützengesellschaften der Stadt in der Lage, sich zu lösen von manch Althergebrachtem. „Abläufe wurden angepasst, Festfolgen haben sich geändert“, spricht der Festredner des Vormittags, Alexander Wille, an auf im vergangenen Jahr vereinbarte Neuerungen. Man hat sich modernisiert, auch Norbert Schüpp hatte es bereits zu Beginn angedeutet. An der „Festrede auf die Heimat“ hat man jedoch nicht gerüttelt, sie bleibt fester Bestandteil und lag in diesem Jahr in Händen des Landtagsabgeordneten Alexander Wille. Er brachte in seiner zwischendurch immer wieder mit Applaus bedachten Rede den Begriff Heimat in den Zusammenhang mit den Themen, die uns aktuell bewegen. „Heimat braucht Demokratie“, betonte der CDU-Politiker. Sie sei die Grundlage, „unauflösbar damit verbunden ist die Freiheit“. „Weder Demokratie noch Freiheit sind selbstverständlich, es muss stetig daran und dafür gearbeitet werden.“ Dazu gehöre auch die Bereitschaft, sich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Vereinsarbeit, und damit auch das Schützenwesen, sei Teil dessen. „Meine Heimat ist Celle. Hier haben mir Menschen Vertrauen geschenkt und vorgelebt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Wille und fügte hinzu: „Heimat ist das Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit.“
Das Publikum applaudierte lange und intensiv, um sich anschließend zu erheben und die Nationalhymne zu singen. Ein Programmpunkt, der den Charakter des von Uniformen, Marschmusik und Gemeinschaftsgefühl geprägten Schützen- und Bürgerfrühstücks unterstrich.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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