Innenministerin Behrens besucht den Landkreis Nienburg als „Best-Practice-Beispiel“ der Taskforce Digitalisierung Niedersachsen
Behrens: „In Nienburg/Weser haben Landkreis, Kommunen und Land bewiesen, dass gemeinsame Ziele, klare Strukturen und gegenseitiges Vertrauen schnelle Fortschritte ermöglichen.“ Am heutigen Montag (27. Juli 2026) besuchte die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, im Rahmen ihrer Sommerreise den Landkreis Nienburg/Weser und traf Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises sowie aller neun kreisangehörigen Kommunen. Im Mittelpunkt des Termins standen ein Rückblick auf die gemeinsame digitale Bereitstellung wichtiger Verwaltungsleistungen sowie der Start des Reallabors im Landkreis Nienburg/Weser.
Bereits im April 2024 hatte Ministerin Behrens an einer Zukunftswerkstatt im Landkreis Nienburg/Weser teilgenommen, auf der alle kreisangehörigen Kommunen erstmals gemeinsam über neue Formen interkommunaler Zusammenarbeit berieten. In den folgenden rund anderthalb Jahren bauten die Kommunen daraus eine regelmäßige, kreisweite Arbeitsstruktur mit festen Ansprechpersonen und verbindlichen monatlichen Etappen auf. Diese enge Zusammenarbeit war die Voraussetzung dafür, dass die Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis und dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung im November 2025 neun wichtige Verwaltungsleistungen online bereitstellen konnten. Damit stehen Bürgerinnen und Bürger sowie Wirtschaftsunternehmen diese Leistungen im gesamten Kreis digital zur Verfügung. Zu diesen sogenannten Fokusleistungen gehören beispielsweise die elektronische Wohnsitzanmeldung, Anträge im Zusammenhang mit Eheschließungen, Wohngeld und Bauanträge.
Das Land übernahm die Betriebs- und Schnittstellenkosten und hat für jeden der neun Dienste einen Roll-Out-Manager bereitgestellt, der die Kommunen vor Ort bei der Einrichtung unterstützte.
Das in Nienburg erprobte Vorgehen diente als Blaupause für die Anfang 2026 gegründete Taskforce Digitalisierung Niedersachsen. Im Frühjahr 2026 folgte mit dem Online-Dienst „Annexleistungen Personalausweis“ ein zehnter Dienst, der nach demselben Muster angebunden wurde.
Innenministerin Behrens erklärt: „In Nienburg/Weser haben Landkreis, Kommunen und Land bewiesen, dass gemeinsame Ziele, klare Strukturen und gegenseitiges Vertrauen schnelle Fortschritte ermöglichen. Der erfolgreiche OZG-Rollout zeigt, welches Potenzial in einer engen und verbindlichen Zusammenarbeit liegt. Genau deshalb investiert das Land gemeinsam mit den Kommunen in das Reallabor. Von den hier gewonnenen Erkenntnissen können Kommunen in ganz Niedersachsen profitieren.“
Seit Juni 2026 wird die Zusammenarbeit mit dem Reallabor Nienburg/Weser konsequent fortgesetzt. Herzstück ist das sogenannte Team RED, in dem feste Ansprechpersonen aus den neun Kommunen und dem Landkreis in kleinen Arbeitsgruppen an unterschiedlichen Digitalthemen zusammenarbeiten. Dazu zählen unter anderem eine eigene Instanz des BundesMessengers für die interkommunale Kommunikation, der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung, die Einführung eines einheitlichen Dokumentenmanagementsystems und die European Digital Identity (EUDI)-Wallet.
Wie schon beim OZG-Rollout bringen sich beide Seiten mit eigenen Mitteln ein: Das Team EUDI-Wallet wird vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung ausgestattet. Die übrigen genannten Themen werden durch den Landkreis und die Kommunen aus Eigenmitteln und Fördermitteln finanziert. Vor allem aber bringen die Kommunen Zeit und den Mut mit, neue Wege auszuprobieren.
Der Bürgermeister der Stadt Rehburg-Loccum, Martin Franke, sagt: „Die Zukunftswerkstatt haben wir selbst angestoßen – daraus ist eine Organisationsstruktur entstanden, die uns hilft, die großen Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Möglich ist das nur, weil wir im Team RED viele engagierte Mitarbeitende haben, die bewusst in kleinen, kommunenübergreifenden Teams zusammenarbeiten. Dass wir gemeinsam mit dem Landkreis und dem Land Niedersachsen das Reallabor Nienburg/Weser auf den Weg gebracht haben, bestärkt uns auf diesem Weg. Es ist für alle Seiten ein gemeinsamer Lernraum für mutige, neue Ideen.“
PR
Foto: behrens
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