S-Bahn Hannover fährt ab Montag mit weniger Wagen
Fahrgäste der S-Bahn Hannover müssen sich ab Montag, 17. August, auf vollere Züge einstellen. Wegen einer angespannten Fahrzeugverfügbarkeit kann die Transdev Hannover GmbH auf voraussichtlich allen S-Bahn-Linien nicht die eigentlich vorgesehenen Zuglängen anbieten. Die Fahrpläne und insbesondere die Halbstundentakte sollen grundsätzlich bestehen bleiben, allerdings stehen in vielen Zügen weniger Sitz- und Stehplätze zur Verfügung.
Die Einschränkungen betreffen das gesamte Netz der S-Bahn Hannover und damit auch Verbindungen, die Celle anfahren. Nach Angaben des Unternehmens werden voraussichtlich alle Linien zumindest zeitweise mit weniger Wagen als geplant unterwegs sein. Für Fahrgäste können daraus vollere Züge und gegebenenfalls längere Wartezeiten entstehen.
Die S-Bahn Hannover empfiehlt deshalb, in den kommenden Tagen mehr Zeit für Fahrten einzuplanen und sich vor der Abfahrt über die digitalen Fahrplanauskünfte zu informieren. Bei nicht zwingend notwendigen Fahrten bittet das Unternehmen darum, nach Möglichkeit auf alternative Beförderungsmöglichkeiten auszuweichen.
„Wir wissen, dass unsere Fahrgäste auf einen verlässlichen und planbaren S-Bahn-Verkehr angewiesen sind. Dass wir dieser Erwartung aktuell nicht gerecht werden können, bedauern wir sehr. Das entspricht nicht unserem Anspruch“, erklärt Birgit Krämer, Pressesprecherin der S-Bahn Hannover.
Technische Probleme und fehlende Ersatzteile
Als Gründe für die derzeit eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. Dazu gehören technische Störungen an Fahrzeugen, Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen und Schäden, die durch Einflüsse aus der Schieneninfrastruktur entstanden seien. Gleichzeitig räumt die S-Bahn Hannover ein, dass auch interne Abläufe eine Rolle spielen. Prozesse seien in der Vergangenheit nicht ausreichend konsequent umgesetzt worden.
Um die Situation zu verbessern, wurden nach Unternehmensangaben bereits verschiedene Maßnahmen eingeleitet. Seit Ende Juni kommen mehrere Ersatzfahrzeuge zum Einsatz. Zudem sollen die Instandhaltungskapazitäten verstärkt und interne Abläufe verbindlicher organisiert werden.
Eine Rolle spielt dabei auch der Standort Celle: Die dortige Werkstatt soll als zentraler Bestandteil der Instandhaltung weiter ausgebaut werden. Seit dem Amtsantritt des neuen Geschäftsführers Anfang Juni 2026 würden außerdem Verantwortlichkeiten und Strukturen innerhalb des Unternehmens neu geordnet.
„Wir arbeiten mit hoher Priorität daran, die Ursachen für die angespannte Lage zu beheben und die Fahrzeugverfügbarkeit wieder zu verbessern“, so Krämer. Bis dahin lasse sich jedoch nicht vermeiden, dass Züge vorübergehend mit weniger Wagen als vorgesehen fahren.
Busse ersetzen zeitweise den Lehrte-Pendel
Eine zusätzliche Einschränkung gibt es zwischen Lehrte und Hildesheim Hauptbahnhof. Der sogenannte Lehrte-Pendel wird in den frühen und späten Betriebszeiten vorübergehend ausgesetzt.
Während dieser Zeiten richtet die S-Bahn Hannover einen Busnotverkehr zwischen Lehrte und Hildesheim ein, der alle regulären Halte bedienen soll. In Algermissen und Harsum sollen Mitarbeiter der S-Bahn Fahrgäste sowie Schülerinnen und Schüler unterstützen.
Für Schülerinnen und Schüler bittet das Unternehmen Familien zudem zu prüfen, ob vorübergehend andere Möglichkeiten für den Weg zum jeweiligen Ziel zur Verfügung stehen.
Wie lange die Einschränkungen dauern, ist noch offen
Einen konkreten Zeitpunkt für die Rückkehr zum regulären Fahrzeugeinsatz nennt die S-Bahn Hannover bislang nicht. Die Situation werde fortlaufend überprüft. Sobald wieder genügend Fahrzeuge verfügbar seien, sollen die Züge nach Unternehmensangaben unmittelbar wieder in der vorgesehenen Länge eingesetzt werden.
Fahrgäste sollten sich vor der Fahrt insbesondere über die DB-App, den FahrPlaner oder die ÜSTRA-App über ihre Verbindung informieren. Die S-Bahn Hannover entschuldigt sich für die Einschränkungen und kündigt an, fortlaufend über die weitere Entwicklung zu informieren.
CP
Foto: Celler Presse
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