Samstag, 10. Oktober 2026

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„Kirche hat hier Tradition“ – Gelungene Premiere des Kirchenkreisfestes im Landgestüt

Es war eine Premiere – an Kirchenfesten herrscht kein Mangel, aber ein Kirchenkreisfest hat es in Celle noch nicht gegeben. Superintendentin Andrea Burgk-Lempart bezeichnete das Celler Landgestüt während des Andachtsgottesdienstes in der Reithalle als ungewohnte Location, aber Gestütsleiter Axel Brockmann stellte auf der Bühne gleich richtig: „Kirche hat hier Tradition“, sagte er und rief die Heiligabendgottesdienste mit Pastor Michael Kurmeier in Erinnerung, die sich bei den Cellern äußerster Beliebtheit erfreuten.

Die Festbeauftragte, Pastorin Nina Hollung, erläuterte während der Andacht, wie groß der Kirchenkreis sei, er reiche von Unterlüß bis Hohne und umfasse 30 Kirchengemeinden. Die Anwesenden werden fast alle gewusst haben, worum es sich bei einem Kirchenkreis überhaupt handelt, denn hier traf sich eine Gemeinschaft evangelisch geprägter Gleichgesinnter. Der Kirchenkreis Celle ist einer der 48 Kirchenkreise der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und gehört zum Sprengel Lüneburg. Viele der Institutionen, die in Celle und im Landkreis unter dem Dach der evangelischen Kirche agieren, beteiligten sich mit Ständen, an denen sie Mitmachmöglichkeiten für Kinder anboten oder Infomaterial bereithielten: Dabei waren das Paulus-Familienzentrum, die Familienbildungsstätte (Fabi), die Evangelische Schule, die Diakonie Südheide und viele mehr. Fürs leibliche Wohl war gesorgt, viele Tische luden zum Verweilen bei Speis und Trank ein. „Ich bin hier, um bekannte Gesichter wiederzusehen“, antwortet der auch durch sein Engagement gegen Rechtsextremismus bekannte Pastor Wilfried Manneke und fügt hinzu: „Ich sehe, das ist sehr vielfältig hier, toll.“ Kollege Hagen Mewes ist Pastor an der Stadtkirche: „Hier kommen so viele unterschiedliche Gemeinden zusammen. Ich möchte Leute aus ihnen kennenlernen oder wiedersehen“.

Mit diesen Intentionen erfüllen beide das, was die Superintendentin Andrea Burgk-Lempart von der Bühne herunter als ein Ziel des Festes definierte: „Gemeinschaft entsteht nicht von selbst, es braucht Orte, um sich zu begegnen.“ In solch einen verwandelte sich das Landgestüt unter dem Dach der christlichen Veranstalter, überall sah man Menschen, die miteinander ins Gespräch kamen. Wem dieses, die Infostände und das kulinarische Angebot nicht reichte, hatte Gelegenheit aktiv zu werden, z.B. historische Kutschen anzuschauen. Der Seniorenstützpunkt bot Rikscha-Fahrten an, die Kinder konnten Ponyreiten, das Innenleben von Feuerwehrautos betrachten oder andere für sie auf dem Rasen aufgebaute Spiele spielen. Auch für Kulturinteressierte stand mit den Kinderchören der Singschule, dem christlichen Kabarett-Duo DonCamillo, der Stadtkantorei, dem evangelisch-lutherischen Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit sowie nicht zuletzt der Band Indeed Unterhaltung und Nachdenkliches auf dem Programm.

Wer am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein den Blick über das Gelände des Landgestütes schweifen ließ, konnte den Eindruck gewinnen, Superintendentin Andrea Burgk-Lempart hätte mit ihrer Aussage während der Andacht ins Schwarze getroffen: „Es ist die große Stärke von Kirche, Menschen zusammen zu bringen, die das Gute wollen.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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