BARMER-Kinderatlas: Immer mehr Sprachentwicklungsstörungen bei Grundschulkindern
2024 wurde bei 15 Prozent der Grundschulkinder in Niedersachsen eine Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache dokumentiert. Hochgerechnet entspricht dies etwa 80.400 betroffenen Kindern zwischen sechs und 12 Jahren. Das zeigen Auswertungen aus dem BARMER-Kinderatlas. Damit hat sich der Anteil der betroffenen Kinder in dieser Altersgruppe seit 2005 mehr als verdoppelt. „Die Zahlen verdeutlichen, dass viele Kinder Unterstützung bei ihrer Sprachentwicklung benötigen. Eltern können hierbei eine wichtige Rolle als Unterstützer und Sprachvorbilder übernehmen“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen. „Kinder lernen durch Sprechen, Spielen und Bewegen. Diese Aktivitäten fördern nicht nur ihre Entwicklung, sondern auch soziale Kompetenzen.“ Verlässliche soziale Kontakte seien dabei unverzichtbar. Digitale Medien könnten persönliche Zuwendung nicht ersetzen.
Fragen und Antworten:
Wie haben sich die Entwicklungsstörungen entwickelt?
Der Anteil der Kinder zwischen sechs und 12 Jahren mit einer dokumentierten Sprach- und Sprechstörung stieg in Niedersachsen von sieben Prozent im Jahr 2005 auf 15 Prozent im Jahr 2024.
Wer ist besonders betroffen?
Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. 2024 wurden bei 18 Prozent der Jungen und 12 Prozent der Mädchen im Grundschulalter eine Sprach- oder Sprechstörung dokumentiert.
Woran erkennen Eltern mögliche Probleme?
Sprachprobleme zeigen sich durch Schwierigkeiten bei der Lautbildung, einen geringen Wortschatz oder fehlerhaften Satzbau. Eltern sollten bei Auffälligkeiten ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt konsultieren. Diese können Diagnosen stellen und bei Bedarf Therapien einleiten. Vorbeugend helfen viel Kommunikation im Alltag und ein altersgerechter Umgang mit Medien. Wichtig ist auch die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen.
Welche Daten wurden ausgewertet?
Analysiert wurden gesicherte ambulante Diagnosen zu Sprachentwicklungsstörungen (ICD-10 F80) von Kindern im Alter von sechs bis 12 Jahren in Niedersachsen. Die anonymisierten Daten wurden auf Basis von Angaben des Statistischen Bundesamtes standardisiert und hochgerechnet. Sie gelten als repräsentativ.
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