Samstag, 10. Oktober 2026

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„Buddenbrooks“ nach der Romanvorlage von Thomas Mann feierte im Schlosstheater Celle Premiere und eröffnete damit die neue Spielzeit

Thomas Mann (1875 – 1955) war erst 26 Jahre alt als er seinen ersten Roman „Buddenbrooks“ veröffentlichte. Die Geschichte vom Zerfall einer einst angesehenen Kaufmannsfamilie aus Norddeutschland erstreckt sich auf über 800 Seiten und über vier Generationen. Für diesen Jahrhundertroman wurde Thomas Mann mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Die Bühnenfassung unter der Regie von Andreas Döring wurde stark komprimiert und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Geschichte wird aus der Perspektive der jungen Generation, mit einem Blick auf unsere heutige krisenhafte Zeit, in der vieles durcheinander geraten ist, erzählt.Es stellt sich die Frage, ob Veränderung immer eine Verbesserung ist.

Der Roman „Buddenbrooks“ beschreibt das Ende einer alten Ordnung, mit der letzten Generation  der männlichen Buddenbrooks stirbt die Tradition aus.

Am Anfang erlebt die Kaufmannsfamilie Buddenbrook ihre gesellschaftliche und geschäftliche Glanzzeit. Mit dem Leitsatz der Familie „Sei mit Lust bei den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass Du bei Nacht ruhig schlafen kannst“, hat die Familie immer rechtschaffen gearbeitet, und damit einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg erlebt.

Die Familiengeschäfte werden traditionell von einer Generation zur nächsten weitergegeben, doch das Familienunternehmen wird vor immer neuen Herausforderungen gestellt, die bald nicht mehr zu bewältigen sind und am Ende in die Katastrophe führen.  Persönliche Bedürfnisse, Sehnsüchte, Gefühle, persönliches Glück bleiben bei den Buddenbrooks auf der Strecke, dabei stellt sich die Kernfrage „wozu das alles?“                                                                              

Die Wurzel allen Übels sind die von außen auferlegten Erwartungen, die auch die Tochter Tony erfüllen will, und mit den von ihr eingegangenen (meist schnell wieder geschiedenen) Vernunftehen dem Willen ihrer Eltern nachgibt.

Der jüngste Sohn, Christian, ist wenig ernsthaft, macht sich zunehmend lächerlich und ringt ständig nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Er leidet unter Zwangsvorstellungen und stellt ständig seine körperlichen Leiden theatralisch in den Mittelpunkt. Verantwortung will und kann er nicht übernehmen.

Der älteste Sohn „Thomas“ versucht die Geschäfte im Sinne der Familientradition weiterzuführen, eine spätere Neuordnung der Firma ist aber nicht erfolgreich. Die fortschreitende Schwächung der Firma durch misslungene Geschäfte, Konkurrenz durch andere Unternehmen, historische Ereignisse und die Entfremdung von seiner Frau Gerda, führen zu seiner zunehmenden körperlichen Ermattung..

Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Druck macht schließlich sämtliche Familienmitglieder krank und unglücklich. Sie sind schon bald seelisch und körperlich dermaßen ausgelaugt, dass der Verfall immer deutlicher wird und den wirtschaftlichen Absturz einleitet.

Das elegante Bühnenbild der Inszenierung im Schlosstheater unterstreicht die trügerische Idylle und Verbundenheit der zunächst wohlhabenden Familie Buddenbrook. Im Verlauf des Stückes werden die Generationskonflikte und die Entscheidung zwischen persönlichen Gefühlen und Pflichterfüllung deutlich herausgearbeitet und von dem Ensemble des Schlosstheaters fantastisch umgesetzt.

Andreas Döring hat die Herausforderung „Buddenbrooks“ auf die Theaterbühne zu bringen mit Bravour gemeistert. Eine großartige Leistung von Regie und dem hervorragenden Ensemble des Schlosstheaters Celle, die mit tosendem Applaus von dem begeisterten Premierenpublikum honoriert wurde. Im Anschluss lud Andreas Döring, im Namen der Familie Buddenbrook, die Premierengäste herzlich zur Premierenfeier mit Sektempfang ein.     

Dieser unterhaltsame Theaterabend war ein guter Einstieg für alle, die bisher vor der gewaltigen Lektüre zurückschreckten. Wer das Buch kennt, freute sich auf die Wiederbegegnung.

RolleBesetzung
Johann BuddenbrookPhilipp Keßel
Antoinette BuddenbrookGisa Stößl
Senator LanghalsMarlon Frank
Konsul Jean BuddenbrookThomas Wenzel
Konsulin Elisabeth (Bethsy) BuddenbrookTanja Kübler
Antonie (Tony) BuddenbrookKlara Günther
Christian BuddenbrookFelix Kruttke
Thomas (Tom) BuddenbrookLars Fabian
Gerda BuddenbrookGisa Stößl
Bendix Grünlich / Herr Permaneder / Doktor GrabowPhilip Keßel
Morton / Bankier Kesselmeyer / Wenzel / Dr. LanghalsMarlon Frank
IdaGisa Stößl
Musiklehrer PfühlThomas Wenzel
RegieAndreas Döring

Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos:  Marie Liebig

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