Kreisfeuerwehrbereitschaft Celle trainiert Waldbrandbekämpfung bei „Feuerlinie Heideglut 2026“
Realitätsnahe Übung in Marwede und Eschede – mehrere Einsatzlagen, umfangreiche Wasserversorgung und Menschenrettungen.
Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit, wenn ein Waldbrand über längere Zeit bekämpft werden muss und gleichzeitig weitere Einsatzstellen entstehen? Dieser Frage stellte sich am Samstag die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) Celle bei der groß angelegten Waldbrandübung „Feuerlinie Heideglut 2026“ im Bereich Marwede–Weyhausen und Eschede.






Angenommen wurde eine anhaltende trockene und heiße Wetterlage mit Temperaturen um 32 Grad, sonnigem Wetter und wechselnden Winden. Im Übungsszenario waren in der Gemeinde Eschede bereits seit mehreren Tagen verschiedene Wald- und Flächenbrände entstanden. Die örtliche Gemeindefeuerwehr war dadurch bereits stark gebunden und forderte Unterstützung durch die Kreisfeuerwehrbereitschaft an.
Ziel der Übung war es, die Einsatzkräfte auf größere und länger andauernde Waldbrandlagen vorzubereiten. Dabei ging es nicht nur um die eigentliche Brandbekämpfung. Auch die Koordination mehrerer Einheiten, die Versorgung mit ausreichend Löschwasser, Menschenrettungen und das Reagieren auf plötzlich auftretende weitere Einsatzlagen wurden trainiert.
Waldbrandbekämpfung und Menschenrettung
Der erste Einsatzabschnitt führte den 1. Zug zum Bohrturmweg, wo eine Waldbrandbekämpfung durchgeführt wurde. Während die Kräfte dort gebunden waren, wurde ein weiterer Einsatz eingespielt: Eine landwirtschaftliche Maschine war verunfallt, eine Person musste gerettet werden. Hierfür wurde der 2. Zug eingesetzt. Nach der Übergabe der geretteten Person an das Deutsche Rote Kreuz wechselten die Einsatzkräfte ebenfalls in die Waldbrandbekämpfung.
Parallel dazu stellte der 3. Zug in Marwede eine besondere Wasserentnahmestelle an der Lutter her. Dafür wurde das Gewässer mithilfe von Bohlen angestaut. Auf diese Weise konnte sich Wasser in einem vorhandenen Schacht sammeln und anschließend zur Brandbekämpfung genutzt werden. Die vorbereitete Entnahmestelle ist bereits für einen möglichen tatsächlichen Einsatz entsprechend ausgerüstet. Die vorhandenen Haltevorrichtungen ermöglichen das Einsetzen mehrerer Bohlen, mit denen das Gewässer angestaut werden kann. Dadurch steht den Einsatzkräften an dieser Stelle eine zusätzliche Möglichkeit zur Wasserentnahme zur Verfügung.
Eine weitere Besonderheit war die Errichtung einer sogenannten Wasserbrücke durch die Feuerwehr Celle. Dabei wurden Schlauchleitungen über eine Strecke von mehr als vier Metern Höhe über zwei Fahrbahnen geführt. So konnte Löschwasser auf die andere Seite transportiert werden, ohne den Straßenverkehr durch quer über die Fahrbahn verlaufende Schläuche zu behindern.
Zusätzlich wurde ein Tiefbrunnen in Betrieb genommen. Das dort geförderte Wasser wurde in einem großen Faltbehälter zwischengespeichert. Von dort konnten Tanklöschfahrzeuge im sogenannten Pendelverkehr Wasser aufnehmen und zu den Einsatzstellen transportieren. Beim Pendelverkehr fahren mehrere Tanklöschfahrzeuge zwischen einer Wasserentnahmestelle und der Einsatzstelle hin und her, um auch dort eine kontinuierliche Versorgung mit Löschwasser sicherzustellen, wo keine direkte Wasserleitung zur Verfügung steht.
Zweiter Waldbrand durch Funkenflug
Während der laufenden Waldbrandbekämpfung wurde eine weitere Einsatzstelle angenommen. Durch Funkenflug war am Schelploher Weg ein weiterer Waldbrand entstanden. Die Kräfte des 4. Zuges wurden daraufhin zu dieser Einsatzstelle verlegt.
Auch hier musste die Wasserversorgung sichergestellt werden. Zum Einsatz kamen unter anderem im Wald vorhandene Erdtanks, die als vorbereitete Wasserentnahmestellen dienen. Solche Einrichtungen können bei einem tatsächlichen Waldbrand dazu beitragen, die Wege für die Wasseraufnahme zu verkürzen und damit wertvolle Zeit zu sparen.
Plötzlicher Gebäudebrand in Eschede
Während die Einsatzkräfte im Wald gebunden waren, änderte sich die Übungslage erneut: Im alten Rathaus an der Rebberlaher Straße in Eschede wurde ein Gebäudebrand mit mehreren eingeschlossenen Personen gemeldet.
Damit die neue Einsatzstelle bewältigt werden konnte, mussten zunächst Kräfte aus dem Waldbrandgebiet herausgelöst werden. Insgesamt wurden sieben zu rettende Personen angenommen. Die ersten Kräfte trafen mit dem Rüstwagen der Feuerwehr Winsen (Aller) ein. Anschließend wurden weitere Fahrzeuge und Einsatzkräfte aus den verschiedenen Zügen zusammengezogen.
Die Menschenrettung stellte dabei besondere Anforderungen: Mehrere Personen mussten unter schwerem Atemschutz über Steckleitern aus dem Gebäude gerettet werden. Gleichzeitig wurde das Erdgeschoss nach weiteren Personen abgesucht und die Brandbekämpfung im Gebäude durchgeführt.
Zum Ende dieses Einsatzabschnitts wurde zusätzlich ein Atemschutznotfall eingespielt. Der betroffene Feuerwehrangehörige wurde durch die Einsatzkräfte gerettet und anschließend zur weiteren Behandlung an das DRK übergeben. Auch dieser Teil der Übung diente dazu, das Vorgehen bei einem Notfall innerhalb des eigenen Einsatzes zu trainieren.
Übung fordert Zusammenarbeit und Flexibilität
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich Einsatzlagen bei größeren Waldbränden verändern können. Während die Einsatzkräfte zunächst über längere Zeit mit der Brandbekämpfung und Wasserversorgung beschäftigt waren, mussten sie kurzfristig auf weitere Einsatzstellen reagieren und dafür Kräfte neu verteilen.
Gerade bei größeren Waldbränden ist eine funktionierende Wasserversorgung eine der größten Herausforderungen. Anders als bei einem Gebäudebrand stehen im Wald häufig keine Hydranten oder andere unmittelbar zugängliche Wasserquellen zur Verfügung. Deshalb müssen Wasserentnahmestellen vorbereitet, Schlauchleitungen über größere Entfernungen verlegt oder Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr eingesetzt werden.
Die „Feuerlinie Heideglut 2026“ bot den Einsatzkräften die Möglichkeit, genau diese Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren. Dabei wurden sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der Kreisfeuerwehrbereitschaft als auch das Zusammenspiel mit weiteren Feuerwehren und Organisationen geübt.
Beteiligt waren neben der Kreisfeuerwehrbereitschaft Celle die Gemeindefeuerwehr Eschede mit ihren Ortsfeuerwehren, die Feuerwehr Celle und die Feuerwehr Müden (Örtze). Auch Vertreter des Landkreises Celle begleiteten die Übung.
Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte während des gesamten Tages der 5. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Nach Abschluss der Einsatzszenarien verlegten die Einheiten zum Feuerwehrgerätehaus Eschede. Dort folgte eine gemeinsame Nachbesprechung, bei der die Übung noch einmal reflektiert wurde. Anwesend waren unter anderem Bürgermeister Heinrich Lange, der Abschnittsleiter Nord Ulf Heinemann und sein Stellvertreter Mark Tranter.
Ein besonderer Dank gilt dem Ausarbeitungsteam um Rolf Pundschus für die Vorbereitung und Durchführung der Übung sowie allen beteiligten Einsatzkräften und Unterstützern.
Die Übung hat einmal mehr gezeigt: Für komplexe Einsatzlagen braucht es nicht nur gut ausgebildete Einsatzkräfte, sondern vor allem funktionierende Zusammenarbeit, gute Vorbereitung und die Fähigkeit, sich schnell auf neue Situationen einzustellen.
Lena Thurow
Fotos: Dennis Kämpfer, Eicke Kipka, Patrick Niwa
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