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2011: Jahr der Gebührenerhöhung – Straßenreinigung, Abwasser und Friedhof werden teurer

CELLE. Die Gebührenerhöhungen für Abwasser und Friedhof haben eines gemeinsam: Die Bürger haben gespart. Weil an Trinkwasser gespart wurde, kann der Kanalbetrieb nicht mehr kostendeckend arbeiten, und weil der Trend zu kleineren Gräbern besteht, wurde weniger Friedhofsfläche vergeben. Aber auch Lohnerhöhungen und gestiegene Sachkosten spielen eine Rolle. Bei der Straßenreinigung hat der letzte Winter für einen Kostenschub gesorgt, der nur mit einer Gebührenerhöhung aufgefangen werden kann. In der jüngsten Ratssitzung wurden die Erhöhungen beschlossen.

Der vergangene Winter hat nicht nur Löcher und Risse in Straßen verursacht, sondern auch ein Riesenloch im Stadtsäckel. Während das Wirtschaftsjahr 2009 mit einer Unterdeckung von 27.610 EURO abschloss, wird für 2010 eine Unterdeckung in Höhe von 430.686 EURO erwartet, die zur Hälfte in die Gebühren 2011/2012 einfließen soll. Ein Überschuss aus Vorjahren in Höhe von 98.841 EURO wird die Gebühren 2011/2012 entlasten.

In der Gebührenbedarfsrechnung werden aber auch Steigerungen für Personal- und Sachkosten berücksichtigt. Bei Personalkosten rechnet man mit 1,2 % für 2010, 1,4 % für 2011 und 2,5 % für 2012. Sachkosten werden jährlich mit je 2 % berücksichtigt. Die seit Anfang 2009 bestehenden Gebühren werden für die Jahre 2011 und 2012 je Frontmeter um 6,9 % angehoben. Es ergeben sich folgende Gebührensätze:

  • Reinigungsklasse I mit 6 Reinigungen je Woche von 20,88 EURO auf 22,33 EURO
  • Reinigungsklasse II mit 2 Reinigungen je Woche von 6,96 EURO auf 7,44 EURO
  • Reinigungsklasse III mit 1 Reinigung je Woche von 3,48 EURO auf 3,72 EURO

Kostendeckung heißt auch im Kanalbetrieb das Zauberwort. Wer bei der Entnahme von Trinkwasser gespart hat, den holt die Einsparung beim Abwasser wieder ein. Das ist ein Teil der Wahrheit für die Erhöhung der Abwassergebühren ab 2011. Während in den Jahren 2004 bis 2010 die Gebühr um die 2,30 EURO je cbm recht konstant gehalten werden konnte, führten der kontinuierliche Rückgang des Trinkwasserverbrauchs um 500.000 cbm in den letzten zehn Jahren und der höhere Unterhaltungsaufwand bei den technischen Bauwerken zu der Gebührenerhöhung.

Der Gebührenbedarfsrechnung für 2011 liegen aber auch Personalkostensteigerungen zu Grunde. Für 2010 geht man von 1,2 % aus und für 2011 von 1,4 %. Bei Sachkosten sind 2 % jeweils für 2010 und 2011 kalkuliert worden. Die Gebührenerhöhung auf nunmehr 2,47 EURO je cbm wäre allerdings noch höher ausgefallen, wenn nicht in den Vorjahren ein Überschuss erwirtschaftet worden wäre, der mit 624.121 EURO das Jahr 2011 entlastet; auf 2012 wird ein Betrag von 146.601 EURO vorgetragen.

Als Ergebnis der Betriebsabrechnung von 2009 werden ab 2011 die Friedhofsgebühren erhöht. Grund dafür ist auch hier die nicht mehr gegebene Kostendeckung mit den gegenwärtigen Gebühren. Maßgebend sind u. a. die zu erwartenden Erhöhungen bei Personalkosten und Sachkosten.

Um eine Kostendeckung zu erreichen, wird eine Erhöhung von 2,58 % benötigt, hat die Verwaltung errechnet. Bei Personalkosten geht man für 2010 von einer Erhöhung von 1,2 % aus und für 2011 von 1,4 %. Für die Sachkosten werden für beide Jahre jeweils 2 % angenommen. Die durch Tarifabschluss erhöhten Personalkosten betragen 57 % der Gesamtkosten. Da der Trend zu kleineren Gräbern besteht, hat sich die vergebene Grabfläche vermindert und damit auch die Gebühreneinnahmen. Die Gebührenerhöhung erstreckt sich über alle Grabplätze, sodass ein kleines Grab immer noch die günstigste Variante ist.

Redaktion
Celler Presse






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