Albrecht Thaer zu Besuch in „seiner Schule“

Albrecht Thaer zu Besuch in „seiner Schule“

2. März 2014 Aus Von

CELLE. Am Samstag gewährte die Albrecht Thaer Schule einen tiefen Einblick. Albrecht Thaer besuchte die Schule am Heilpflanzengarten höchst persönlich, um sich über den Fortschritt zu informieren. Aber nicht nur Thaer, gespielt von Thomas Henniger von Wallersbrunn, stand an diesem Tag im Mittelpunkt. Die Schülerinnen waren bei allen Aktionen federführend, sie informierten die Besucher professionell und kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf.

Die Albrecht Thaer Schule ist in Celle etwas ganz besonderes. Schülerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet nutzen die Chance der dortigen Weiterbildung zur „staatlich geprüften hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin“. Dabei stechen die Möglichkeiten vor Ort hervor. Nur wenige vergleichbare Standorte gibt es in Deutschland. Die Handlungsorientierung steht bei der Weiterbildung im Fokus, so der stellvertretende Schulleiter Henning Lüders. Die Schülerinnen werden in einem breiten Spektrum ausgebildet. Nicht nur der zu managende Einzelhaushalt oder Gruppenhaushalt wird vermittelt, die Selbstvermarktung mit der dazu gehörigen Sortimentsgestaltung für eine weitere Selbstständigkeit ist ebenso wichtig.

Die Weiterbildung kann nach einer vorhergegangenen Ausbildung begonnen werden und erfolgt innerhalb von zwei Jahren. Die Praxisnähe wird groß geschrieben, außerdem werden die Schülerinnen von Beginn an eingespannt. Der angeschlossene Heilpflanzengarten, der „KräuThaer Laden“ und dem „Café KräuThaer“ sind beste Voraussetzungen für intensive praxisnahe Vorbereitung. Im zweiten Weiterbildungsjahr müssen die Schülerinnen dann Eigenverantwortung zeigen, indem sie einzelne Abteilungen komplett selbst übernehmen. Begleitet werden die Schülerinnen bei solch verantwortungsvollen Aufgaben von Betriebsleiterinnen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Lena Kock ist Schülerin im 1. Weiterbildungsjahr und zeigt schon jetzt jede Menge Engagement im Kräu-„Thaer“-Laden. Sie kommt aus dem Münsterland und bereut den Schritt nach Celle zu kommen nicht. Ihr ist die handlungsorientierte Ausbildung sehr wichtig. Diese und die von der Schule durchgeführten Projekte machen ihr sehr viel Spaß. Auch Friedericke Hunze befindet sich im 1. Weiterbildungsjahr und hatte am Tag der offenen Tür die Besucher in einer Präsentation über den Betriebsablauf wie auch die Rahmenbedingungen informiert. Selbst kommt sie aus Hildesheim und fühlt sich in der Albrecht Thaer Schule gut aufgehoben.

Was sagt aber der Namensgeber zu den heutigen Gegebenheiten? Albrecht Thaer, gespielt von Thomas Henniger von Wallersbrunn – Schauspieler am Schlosstheater Celle, hatte für die Besucher etwas ganz besonderes vorbereitet. In seiner Rolle resümierte er über die Errungenschaften und blickte auf Thaers faszinierendes Leben zurück. Lebhaft, authentisch und voll in seiner Rolle aufgehend, spielte er nicht nur die Rolle – von Wallersbrunn findet selbst die Person Thaer sehr spannend. Albrecht Daniel Thaer (* 14. Mai 1752 in Celle; † 26. Oktober 1828 auf Gut Möglin) war ein Kind der Stadt Celle, der mit seinen innovativen Ideen aber auch seinen Forschungen Großes erreichte. Aus der Medizin kommend, war sein Interesse sehr breit aufgestellt. Er gründete 1802 in Celle das erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut am Standort des heutigen Thaers Garten und erzielte mit seiner Fruchtwechselwirtschaft große Ertragssteigerungen.

Für Thear war die Kombination aus Praxis und Theorie schon damals unablässig, ein Konzept was heute weitestgehend praktiziert wird. Die Albrecht Thaer Schule folgt seinem Namensgeber und nutzt sie Synergien durch den Kräutergarten am Standort. Noch heute bedeutsame Ausbildungsschritte, kombiniert mit der Naturnähe und den von Thear schon festgestellten Ernährungsplänen runden die Vielfalt der Schule ab. Auch die Besucher können sich selbst davon überzeugen. Die angebauten Kräuter werden in der Schule verarbeitet und in eigenen Produkten in einem kleinen Rahmen angeboten.

Immer wieder ermöglicht die Schule einen Einblick. Das Apfelfest, das Sommerfest oder der allfreitägliche Seniorentisch ziehen immer viele Besucher an.

Redaktion
Celler Presse





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