Gemeinsam stark

CELLE. In der Celler Innenstadt informierten Verbände, Parteien und weitere Institutionen über die Lage aber auch Rechte der Frauen. Viele Baustellen sind noch offen, wie zum Beispiel die gleiche Bezahlung, doch dafür wird weiter von den ehrenamtlich engagierten Frauen gekämpft. Nicht nur politisch oder kämpferisch wolle man sich dem Thema nähern, vielmehr möchte man das Gespräch suchen und auch Männer für das Thema interessieren.

12 Verbände aber auch Parteien, Gewerkschaften und Institutionen präsentierten sich am Samstag in der Celler Innenstadt. Wichtig war das geschlossene Auftreten, so die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Brinken. Auf dem großen Stand war unter anderem auch das Frauenhaus Celle vertreten.

Natalia Behre freute sich auf viele Gespräche mit den Frauen aber auch Männern. Behre wollte nicht nur auf ihr Frauenhaus aufmerksam machen, sondern auch auf ihr Beratungsbüro „Feroxia”. Frauen sollen schon im Vorhinein die Möglichkeit haben, sich anonym beraten zu lassen. Zusammen finde man immer eine Lösung, wobei es in der Regel nicht „die Lösung“ gibt, jedoch finde man einen Weg aus der Gewalt. Themen, wie Mobbing oder gar Stalking werden dort genau so behandelt, wie Fragen zum Umgang mit den Kindern. Das Frauenhaus und das Beratungsbüro sind unter der Nummer 05141 25788 zu erreichen.

Die Frauenunion (FU) zeigt den Schulterschluss mit allen Frauen in Europa. Man sitze mit allen in einem Boot, erläutert Silke Kollster (CDU). Das Motto lautet „frisch für Europa“ und Kollster zeigt sich als begeisterte Europäerin. Die FU behandele viele Themen die Frauen bewegen, das wolle man im Dialog mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern am Samstag ansprechen.

Der Frauenring möchte verstärkt die Frauen für den Gleichstellungsgedanken gewinnen. Die Gleichstellung und gleichberechtigte Partnerschaft von Frauen und Männern im öffentlichen und privaten Bereich ist nur eines der vielen Themen des Frauenrings. Ganz nach dem Tagesmotto „Frauen bringen Europa voran“, blickt der Frauenring auch über die Landesgrenzen hinaus – steht auch für die internationale Toleranz und versucht verstärkt mit in- und ausländischen Organisationen zusammenzuarbeiten.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) verwies am Samstag auf die Forderungen der sexuellen Selbstbestimmung, die Einkommensunterschiede und die Geschlechterquote in Führungspositionen. Ebenso wie eine gemeinsame Strategie gegen Gewalt sind diese Themen auch wesentlichen Forderungen in Europa.

„verdi“ ist nicht nur eine große Institution und Gewerkschaft, die Themen überschneiden sich mit vielen Punkten der Frauenorganisationen. Es sind bewegende Themen, so Evelyn-Irene Erhard-Hamann vom Betriebsfrauenrat aus Lüneburg. Zusammen mit Eva-Maria Huck aus Celle machten sie auf ihr Engagement aufmerksam, wobei ihnen auch die Jugendarbeit sehr wichtig ist.

Juliane Schrader von den Grünen zeigte sich am Samstag gelassen. Die Grünen haben selbst in der Partei durch ihre Frauenquote schon viel umgesetzt. Obendrein sei es engagierten Frauen in der Partei leicht möglich, weit zu kommen. Schrader wollte auch an dieser Stelle bewusst keinen Wahlkampf betreiben, so haben die Grünen nicht einmal Wahlkampfflyer mitgenommen. Die interessierten Bürgerinnen und Bürger stehen im Mittelpunkt, sie konnten ihre Meinungen und Wünsche in einer Aktion auf einen Aufsteller schreiben.

Doch die Frauenthemen bewegen in beide Richtungen die Gemüter. Ein engagierter Bürger hatte sich kritisch zum Bildungssystem geäußert. Selbst Lehrer, kritisierte er die weibliche Dominanz in den Schulen. Die jungen Menschen müssten auch mit männlichen Erziehern und Lehrern Kontakt haben. Außerdem fehle es in den Schulen an Zeit, sich um geschlechterspezifische Fragen zu kümmern – sie anzusprechen. Er sehe zudem eine aufklappende Schere bei der Bildung. Mädchen überholen spürbar die Jungen im Unterreicht. Zwar eine positive Entwicklung, gerade auch für die Zukunftschancen der Schülerinnen, doch müsste nun verstärkt auf die Jungen geachtet werden.

Ein wunderbarer Einwand eines Cellers, findet auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle Rosemarie Lüters. Der Frauentag lade zu einer lebhaften Diskussion ein, man wolle sich austauschen und gemeinsam weiter kommen. Vielleicht habe an einigen Stellen die reine Bezeichnung „Frauenbeauftragte“ ausgedient und müsse global für Männer, Frauen aber auch Integration in der Position der „Gleichstellung“ zusammengeführt werden, so der Lehrer.

Nach der Diskussion in der Stadt bei schönem Wetter konnten sich alle auf den Vortrag von taz – Ressortleiterin Dr. Ines Kappert im Mehrgenerationenhaus Celle freuen. Hier stand vor allem das Motto „Frauen bringen Europa voran“ im Fokus.

Redaktion
Celler Presse

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