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Immer mehr Ess-Störungen in Niedersachsen – Anstieg um 18,7 Prozent im Land

Mai 7, 2018

HANNOVER/CELLE. Mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind Ess-Störungen bundesweit auf dem Vormarsch. Niedersachsen hat von den Flächenländern den dritthöchsten Anstieg, das belegt eine neue Analyse der Krankenkasse BARMER. „Innerhalb von fünf Jahren stieg der Anteil an betroffenen Versicherten in Niedersachsen um 18,7 Prozent“, berichtet Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen und Bremen. Zum Vergleich: Im Bund stieg die Diagnoserate um 7,5 Prozent an. Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Ess-Brech-Sucht) sind keine harmlosen Teenager-Krankheiten. Sie betreffen alle Altersgruppen und können schwere Organschäden nach sich ziehen. „Schlimmstenfalls enden Ess-Störungen sogar tödlich“, so Sander.

Aufmerksames Umfeld und multiprofessionelle Therapie erforderlich

Von Magersucht und Bulimie waren in Niedersachsen im Jahr 2016 rund 4.500 Versicherte allein bei der BARMER betroffen, 2011 waren es noch knapp 3.900. „Die Dunkelziffer dürfte aber um ein Vielfaches höher liegen“, erklärt Sander. Sowohl bei Frauen als auch Männern kommt Magersucht am häufigsten bei den 20- bis 29-Jährigen vor. Egal ob Anorexie oder Bulimie – Ess-Störungen sind heimliche Störungen, die ohne massiven Gewichtsverlust häufig lange unbemerkt bleiben. Oft nehmen selbst die Betroffenen ihr Essverhalten als nicht krankhaft wahr. „Hier ist ein aufmerksames persönliches Umfeld gefragt“, so Sander. Ess-Störungen kommen in jedem Lebensalter und in jeder Lebensphase vor. Zu den Ursachen zählen verschiedene Faktoren: Biologische Aspekte, persönlichkeitsbedingte Faktoren, gesellschaftliche Einflüsse und das soziale Umfeld. Die Erkrankungen sollten daher multiprofessionell behandelt werden. Mediziner, Psychotherapeuten, Ernährungsberater und Sozialpädagogen arbeiten dafür Hand in Hand. Spezielle Online-Trainings helfen beispielsweise gefährdeten Frauen, Ess-Störungen vorzubeugen oder die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.

Mehr Informationen und Hilfestellungen zum Thema Ess-Störungen unter www.barmer.de/s000509

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