Demonstration gegen türkischen Angriff auf Şengal

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CELLE. In Celle fand am gestrigen Mittwoch den 22. August eine Demonstration gegen die Angriffe des türkischen Staates auf Şengal im Nordirak statt. Bei der Demonstration, die vom Neuen Rathaus einmal durch die gesamte Innenstadt ging, protestierten über 700 Menschen gegen die Luftangriffe der türkischen Armee auf Şengal. Dort wurde am vergangenen Mittwoch der ezidische Politiker Zekî Şengalî (İsmail Özden) durch einen gezielten Angriff der türkischen Luftwaffe ermordet.

Die Demonstrierenden sehen dies als Fortsetzung des Genozids des sogenannten islamischen Staates (IS) an den Ezid*innen. Zekî Şengalî, der Mitglied der ezidischen Koordination und Teil des KCK-Exekutivrates war, hatte besonders nach dem Genozid 2014 beim Wiederaufbau der ezidischen Gesellschaft im Nordirak eine bedeutende Rolle eingenommen. „Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, ihre Unterstützung des faschistischen Regimes von Erdogan sofort zu beenden“, betonte eine Rednerin. Andere äußerten zudem, dass der Angriff auf das ezidische Şengal in Südkurdistan ein Angriff gegen den gesamten kurdischen Freiheitskampf und ihre gesellschaftlichen Fortschritte sei. Denn in einem Klima aus Krieg und Zerstörung wurde auch in der Region Şengal ein basisdemokratisches Projekt mit den Grundlagen der Frauenbefreiung und Ökologie aufgebaut, in dem die ezidische Gesellschaft sich selbst verwalten kann.

In Celle leben viele Ezid*innen, wie auch die Familie von Zekî Şengalî, die ihre Wut und Trauer in ihren Worten zum Ausdruck brachten. Auch wenige Deutsche nahmen an der Demonstration teil und kritisierten die deutsche Rüstungspolitik, die solche Verbrechen mit Waffenlieferungen unterstütze und damit eine klare Verantwortung an Krieg, Tod und der daraus resultierender Flucht trage.

Am kommenden Samstag wird es eine große Gedenkveranstaltung in Erinnerung an Zekî Şengalî in der CD-Kaserne in Celle geben.

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