Großes Interesse für den 5. Tag des alten Handwerks im Landgestüt

NEUENHÄUSEN. Am Ende gab es zufriedene Gesichter der Initiatoren der Veranstaltung im Landgestüt Celle. Der Verein der Freunde und Mitarbeiter des Landgestüts hat mit großem ehrenamtlichen Engagement wieder viele Celler anlocken können. 56 Aussteller auf dem weitläufigen Gelände und auch in einer Halle präsentierten ihre Produkte und zeigten, was teils vor langer Zeit und teils vor nicht allzu langer Zeit Handwerksarbeit bedeutete.

Heinrich Schumacher und Fred Müller vom Verein der Freunde und Mitarbeiter des Landgestüts
vlnr. Fred Müller, Bettina Wedekind und Axel Brockmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob das Besenbinden, Korbflechten, Filzen, Spinnen oder Kerzenziehen, das war besonders für Kinder interessant, bei älteren Besuchern rief es Erinnerungen wach. Drei historische Handwerke werden sogar noch aktuell im Landgestüt betrieben: Schmiede, Stellmacherei/Wagnerei und Sattlerei. Gerade diese Tätigkeiten stießen bei den Besuchern auf großes Interesse. Der Geruch von verbranntem Eisen und die glühende Esse wirkten wie Relikte aus alten Zeiten – jedoch sind sie noch Realtität in der Schmiede des Landgestüts, ebenso wie die Wagnerei. Beeindruckend wie auf ein Holzrad ein Eisenring aufgezogen wurde, der frisch aus der Esse kam. Da musste jeder Handgriff sitzen.

Muckefuck = Kaffeeersatz
Die Jury: Axel Brockmann, Stefanie Ende, Jörg Rodenwaldt

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen eindrucksvollen Einblick über weitgehend historische Arbeitsweisen bot das Unternehmen Holzwerk. Das war authentische Vergangenheit. Kein Motorengeknatter von Sägen und Schleifmaschinen. Mit großem körperlichen Einsatz mussten noch Äxte und Schälwerkzeuge betätigt werden. Kaum noch vorstellbar, dass auf diese Weise Häuser gebaut wurden, die Jahrhunderte Bestand hatten und haben. Doch eine eindrucksvolle Präsentation gerade für Kinder und Jugendliche. Als Lohn für das Team um Chef Jörg Reinstorf wurde dieser Stand von der Jury Dr. Axel Brockmann, Dr. Jörg Rodenwaldt und Stefanie Ende als schönster Stand auserkoren. Auf den zweiten Platz in diesem Wettbewerb kamen die Spinnerinnen und auf Platz drei kam die Klöppelkunst. Für die schönsten Gewänder wurde die Ritterschaft ausgezeichnet, die Ritterschaft, die es sich nicht nehmen ließ, mit ihren Reiterspielen für spannende Unterhaltung zu sorgen. Ritter Hartmann Graf von Starkenberg und Balthasar von Fiebelkorn mit Knappen und Gefolge zeigten ihr Können mit Lanze, Schwert und Speer. Für Unterhaltung sorgten auch Millie und Tü – so stellten sie sich jedenfalls vor – von den Dienstagsclowns aus Hannover. Die Gruppe ist ja schon Celle-erfahren und hat u.a. beim Weihnachtsmarkt im Landgestüt in großer Besetzung ihre Runden gedreht.

 

. Tag des alten Handwerks im Landgestüt

Die Ritterschaft hatte sich noch eine Überraschung für Fred Müller, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Mitarbeiter des Landgestüts, ausgedacht. Sie legten ihn in Fesseln mit dem so genannten Joch und führten ihn wie einen Sünder ab. Was eher an einen Gang zum Schafott aussah, entpuppte sich als Gang zu einer besonderen Ehrung, zu der er natürlich wieder entfesselt wurde. Fred Müller wurde feierlich zum „1. Marktvogt zu Celle“ ernannt. Die Urkunde hat der Ritter Hartmann Graf von Starkenberg persönlich unterzeichnet.  Zu dieser Zeremonie hat es die Besucher und Akteure schlagartig in die Halle verschlagen; denn es hatte zu guter Letzt angefangen zu regnen. Damit ging ein unterhaltsamer und informativer Tag des alten Handwerks zu Ende.

Redaktion
Celler Presse

Fotos: Celler-Presse.de

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