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Internationaler Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen: „(Wir wollen) Gewalt verhindern durch Aufklärung!“

CELLE. Die feministische Gruppe „FemRiseUp“ aus Celle hat zum 25.11., dem Tag gegen Gewalt an Frauen, einen Offenen Brief an die Celler Schulen verfasst. Unter dem Titel „(Wir wollen) Gewalt verhindern durch Aufklärung!“ beleuchten die Verfasserinnen* auf knapp zwölf Seiten die vor allem die schulische Aufklärung rund um die Themen Sexualität und Geschlecht.

Die geschlechtliche Vielfalt über die zwei Kategorien „Frau“ und „Mann“ hinaus, sei mittlerweile immer breiter von der Gesellschaft anerkannt. Der Brief nimmt hier auch Bezug auf den „Transgender day of remembrance“, der auf dem 20.11. liegt und dem Gedenken wegen ihrer Geschlechtsidentität getöteter Trans-Menschen gewidmet ist. Wie aber wird Diversität auch in und um Unterricht und generell im Leben von vor allem Jugendlichen dargestellt? Wie tragen Bilder, Filme und Sprache zur Formung unseres Menschenbildes bei? Denn bereits hier kann Gewalt anfangen. Durch Sprache könnten wir einander verletzen und beispielsweise das Selbstbestimmungsrecht anderer außer Acht lassen. Nicht immer wissen wir es besser oder kennen Alternativen. Manche Alternativen erscheinen evtl. auf den ersten Blick nicht alltagstauglich oder man müsste sich schlicht an eine neue Umgangsform gewöhnen. Hierzu stehen in dem offenen Brief verschiedene Vorschläge.

In Bezug auf das Thema sexualisierter Gewalt wird auch auf eine positive Aufklärung eingegangen, die präventiv wirke. So wird der Grundsatz „Nein heißt Nein“ auch dahingehend diskutiert, dass jegliche sexuelle Handlungen im expliziten beidseitigen Einverständnis, also „im Konsens“, vollzogen werden sollten und dies fange beim ersten Kuss schon an. Durch das Reden über Bedürfnisse und Wünsche würde Grenzverletzungen und Gewalt vorgebeugt, doch auch dieses müssen wir erlernen und uns trauen. In pornographischen Filmen wird ein ganz anderes Bild von Sexualität vermittelt, das unterdrückerisch und oft sogar gewaltvoll ist. Hier sei dringender Änderungsbedarf. Denn orientieren sich Menschen, die gerade erst anfangen eigene Erfahrungen zu machen, an solchen Vorstellungen, überschreiten sie die Grenzen anderer und werden zur Gewaltausübung bzw. zum Ertragen dieser, angehalten. Und wenn dies passiert, wie kann reagiert werden? Was gibt es zu beachten und wie kann die betroffene Person bestmöglich unterstützt werden?

Der Brief steckt voll von hilfreichen Tipps, weiterführender Lektüre und grundlegenden Fragen. Er macht Vorschläge für Lehrende und Lernende und verweist auf unterschiedliche Alternativen. Die Verfasserinnen, einige von ihnen selbst Lehrerinnen und Schüler*innen, sehen aus ihren eigenen Erfahrungen im Bereich der schulischen Aufklärung über Diversität, Sexualität und Gewalt dringenden Handlungsbedarf und ergriffen daher die Initiative für diesen Offenen Brief. Es geht ihnen nicht um ein maßloses „mehr“ sondern um ein wirksames „anders“.

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