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Flexibel zum Berufsabschluss – Jobcenter im Landkreis Celle bietet Ausbildung in Teilzeit

CELLE. Beruf und Familie zu vereinbaren ist eine Herausforderung – vor allem, wenn der Berufsabschluss fehlt. Die Lösung: eine Ausbildung oder Umschulung in Teilzeit. Diese Option ist wenig bekannt, könnte aber auch für Arbeitgeber ein zukunftsweisendes Modell sein. Das Jobcenter im Landkreis Celle klärt auf und hilft Interessierten bei der Vermittlung.

„Nach langer Zeit habe ich endlich wieder eine Perspektive – ich kann arbeiten und gleichzeitig für mein Kind da sein“, erzählt Sozan Maamo. Die 32-Jährige aus Syrien ist seit 2015 mit ihrem Mann in Deutschland. In Syrien hat sie Ernährungswissenschaften studiert, das Studium aber nicht abgeschlossen. Ohne Sprachkenntnisse in einem fremden Land musste sie von vorne anfangen. Und sie hat es geschafft. Seit zwei Monaten macht Maamo eine Ausbildung für Büromanagement im Pflegeheim Anuba Hehlentorstift Celle. Doch der Weg dahin war nicht leicht.

“Ich musste viel dafür tun, habe Sprachkurse besucht, Bewerbungen geschrieben und auch ein Praktikum gemacht“, erzählt Maamo stolz.

„Eine anerkannte Berufsausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt“, erklärt Dyana Mieske-Borchers, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters im Landkreis Celle. Doch besonders junge Menschen mit Familienverantwortung, Alleinerziehende oder Menschen mit Sprachbarrieren haben es schwer, den Wunsch nach einer Berufsausbildung wirklich umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz, sondern vor allem um die Frage nach Kinderbetreuung, Sprachkursen für Menschen mit Migrationshintergrund oder aber auch um einen Schulabschluss. „Häufig müssen wir erstmal eine Grundlage schaffen, damit unsere Kundinnen und Kunden überhaupt eine Ausbildung antreten können“, erklärt Mieske-Borchers. So wie bei Sozan Maamo. Das Jobcenter im Landkreis Celle konnte Maamo neben dem familienfreundlichen Ausbildungsplatz auch einen Betreuungsplatz für ihren zweijährigen Sohn vermitteln. „Das ist natürlich die Basis – denn erst, wenn die Kinder gut betreut sind, haben die Eltern auch wieder mehr Freiheiten und können sich auf ihre Ausbildung konzentrieren. Die Ausbildung in Teilzeit ist somit eine gute Option, erfolgreich in den Beruf einzusteigen. Sie müsste noch viel mehr genutzt werden“, erklärt Mieske-Borchers.

Sozan Maamo arbeitet jeden Tag von 8:30-14:00 Uhr. Nach der Arbeit holt sie ihren Sohn aus der Großtagespflege ab. Und zweimal in der Woche besucht Maamo die Berufsschule. „Klar muss ich meinen Alltag gut organisieren, aber ich mag mein neues Leben. Die Berufsschule macht Spaß – dort kann ich mich mit anderen Frauen austauschen und habe sogar schon einige Freunde gefunden.“ 

Auch für Unternehmen ist die Ausbildungsform eine große Chance, dem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen und Auszubildende zu gewinnen. Für Sasha Devadas, Heimleiter des Pflegeheims Anuba Hehlentorstift Celle, ist diese Möglichkeit neu. „Frau Maamo ist unsere erste Auszubildende in Teilzeit. Sie machte gleich vom ersten Tag an einen kompetenten Eindruck. Und wenn die Lebensumstände dazu führen, dass andere Zeitmodelle auch zielführend sind, sollte man diese anwenden. Dass das funktioniert, beweist Frau Maamo jeden Tag.“ Generell eignet sich die Arbeit im Pflegeheim für eine Teilzeitausbildung. „Hier können wir die Arbeitszeiten recht flexibel gestalten, da Pflege nun einmal rund um die Uhr benötigt wird,“ erklärt Devadas.

Eine Ausbildung in Teilzeit ist dabei aber keinesfalls nur ein Halbtags-Job. Die Auszubildenden haben meist eine 30-Stunden-Woche. Durch die reduzierte Stundenanzahl verlängert sich die Ausbildungsdauer um circa ein weiteres Jahr. Grundsätzlich kann auch eine bereits begonnene Ausbildung in Vollzeit auch in Teilzeit fortgesetzt werden. Und bislang noch frei gebliebene Ausbildungsstellen können dann auch mit Nachwuchs besetzt werden. „Erfahrungsgemäß sind besonders die Teilzeit-Auszubildenden motiviert. Denn sie wissen um ihre große Chance, sind dankbar dafür und nehmen einiges auf sich, um Job und Kind im Alltag zu vereinbaren“, erklärt Mieske-Borchers. So auch Sozan Maamo. Sie will mit ihrer Geschichte Mut machen: “Natürlich ist ein Neustart nicht leicht, aber als Mutter hat man ja auch eine Verantwortung. Nun stehe ich jeden Morgen mit einem guten Gefühl auf, gehe gerne zur Arbeit und freue mich, auch ein gutes Vorbild für meinen Sohn zu sein.“

Die Nachfrage nach Ausbildungen in Teilzeit wird immer größer, doch häufig fehlt es an Ausbildungsstellen. Das Ziel des Jobcenters im Landkreis Celle ist es, weiterhin Betriebe zu finden, die Ausbildungen in Teilzeit anbieten.

Interessierte ArbeitgeberInnen können sich bei Dyana-Mieske Borchers, Jobcenter im Landkreis Celle, melden. Tel: 05141-961162

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