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„Ferman heißt Völkermord“ – Start eines Projekts zum Genozid an den Eziden

CELLE. Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätte hat kürzlich die Arbeit an einem Projekt zum Völkermord an den Eziden aufgenommen. Dies gab sie zum heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen bekannt.

„Obwohl in Niedersachsen eine der größten ezidischen Communities in ganz Deutschland lebt, ist nur wenig über die jahrhundertelange Verfolgungsgeschichte der Eziden und den Völkermord von 2014 bekannt“, so die Politikwissenschaftlerin Dr. Leyla Ferman, die das Projekt zusammen mit Diana Gring, Historikerin an der Gedenkstätte Bergen-Belsen, leitet. „Wir wollen aufklären und sensibilisieren“, ergänzt Gring, „über das historische Geschehen, aber auch darüber, was es heißt, solche furchtbaren Verbrechen mit all den extremen Traumatisierungen zu überleben.“

Das Informations- und Bildungsprojekt „FERMAN“ mit Sitz in Celle wird in den kommenden zwei Jahren zum Geschehen forschen, Material sammeln, Interviews führen, eine Website konzipieren und Veranstaltungen unterschiedlicher Art organisieren. Gefördert wird das Projekt von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Kooperationspartner ist der Verein Women for Justice.

Als „Ferman“ bezeichnen die Eziden einen Völkermord. So auch jenen, der am 3. August 2014 begann, als im Gebiet Sinjar im Nordirak die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) einfiel. Männer und Ältere wurden erschossen. Über 6000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, wurden versklavt – von etwa 2800 fehlt nach wie vor jede Spur. Noch immer leben zehntausende Eziden in Flüchtlingslagern, andere fanden in Deutschland oder anderen Staaten Aufnahme.

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