Montag, 5. Oktober 2026

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Grüne: „Sanierung Breite Straße muss in den Rat!“

CELLE. Die Stadtratsfraktion der Grünen geht nach der Stellungnahme des Innenministeriums noch einmal auf die Frage ein, ob die Sanierung der Breite Straße ein Geschäft der laufenden Verwaltung sei.

„Wir sehen unsere Rechtsauffassung bestätigt und bleiben klar auf Kurs“, äußern sich die
Fraktionsvorsitzenden der Grünen Stephan Ohl und Johanna Thomsen zuversichtlich. „Der
Rat ist befugt, aus dem Kreis der Geschäfte der laufenden Verwaltung, für die der
Oberbürgermeister zuständig ist, eine Entscheidungszuständigkeit zurückzuholen.
Voraussetzung ist, dass die Maßnahme noch nicht durchgeführt worden ist. Das ist in
unseren Augen gegeben, da die Linden in der Breite Straße noch stehen und die Straße noch
nicht angefasst wurde.“

„Mit einer Variante, die eventuell sogar kostengünstiger ist und dem „Klima in Not – Beschluss“ nachhaltig entspricht, wollen wir mit einer ergebnisoffenen, inhaltlichen Diskussion für den bestmöglichen Entwurf werben. Seit über 20 Jahren soll saniert werden. Eine Entscheidung heute muss auch den Anspruch haben, in 40 Jahren noch modern zu sein. Daher sollten wir uns auch die Zeit nehmen, über mehr als zwei
extrem unterschiedliche Entwürfe zu diskutieren“, argumentieren die Grünen weiter.

Die Gruppe für Nachhaltigkeit und Vielfalt habe folgerichtig den Antrag gestellt, dass der Rat in
Bezug auf die Sanierung der Breite Straße in einem Teilaspekt sein Vorbehaltsrecht nach §
58 NKomVG ausüben solle und in einem zweiten Schritt beschließen möge, das Sanierungskonzept so zu ändern und anzupassen, dass der vorhandene Baumbestand erhalten bleibt.

„Zu dem hohen ökologischen Wert der Linden für das Klima und Mikroklima im Viertel hatten wir uns schon mehrfach geäußert. Die Abholzung einer denkmalgeschützten Allee ist völlig aus der Zeit gefallen und in keiner Weise zukunftsfähig“, zeigt sich Thomsen entschlossen. Auch die SPD hatte beantragt, dass das Thema zurück in den Rat geholt und über die von der Verwaltung vorgestellten Varianten abgestimmt wird. „Da es mittlerweile eine dritte Variante gibt, der neben dem Erhalt möglichst aller Linden auch ausreichend Stellplätze für Autos (mehr als 80) und Fahrräder (46) vorsieht und damit die unterschiedlichen Wünsche
und Interessen wieder zusammen bringt, ist es unser Anliegen, dass in den Ausschüssen überhaupt erstmal eine inhaltliche Auseinandersetzung stattfindet und letztlich im Rat die beste Lösung entschieden wird. Auch Mitglieder aus den anderen Fraktionen haben uns bei Gruppe für Nachhaltigkeit und Vielfalt der Vorstellung des alternativen Entwurfes Unterstützung signalisiert. „Der Frust darüber, dass der Rat bei vielen Prozessen außen vor bleiben soll und der Oberbürgermeister via Bastadekrete Entscheidungen im Rathaus fällt, wächst.“

Die letzte Ratssitzung habe zudem durch die zahlreichen Einwohnerfragen zur Breite Straße
doch klar unter Beweis gestellt, von welch großem öffentlichen Interesse die Sanierung der
Breite Straße ist. Das zivilgesellschaftliche Engagement sei enorm groß und wachse stetig:
erst gestern wurde eine Petition gestartet, die den Erhalt der Linden und die Berücksichtigung des alternativen Entwurfs fordert. „Wir kämpfen weiter und bleiben am Ball!“
Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/breite-strasse-baeume-erhalten

PR