Mittwoch, 11. März 2026

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Grüne: „Hat OB zusammen mit der allerland neue Jugendherberge verhindert?“ – Auch von der WG kommt Kritik

Großes Bedauern herrscht in Celles Bevölkerung darüber, dass die Touristenstadt seit 2018 über keine eigene Jugendherberge mehr verfügt. Bisher hat die Stadt den schwarzen Peter für dieses Manko dem Jugendherbergswerk (DJH) zugeschoben. Kein Interesse, übertriebene Forderungen an die Stadt, eine entscheidungsschwache DJH-Führung, so der städtische Zungenschlag. Doch der DJH-Landesverband wehrt sich jetzt nach diversen Presseveröffentlichungen der Stadt und hat sich mit einem Brief auch an die grüne Ratsfraktion gewandt. Darin werden Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Nigge wegen fehlender Kommunikation laut.

Dem DJH war nach der Schließung der Jugendherberge an der Petersburgstraße aufgrund von Brandschutzgründen ein Grundstück auf der Allerinsel angeboten worden, das der städtischen Tochter allerland gehört. Eigentlich ideal aufgrund der Innenstadtnähe. Aber eben auch teuer und vom Raumkonzept für den DJH-Landesverband schwierig. „Wir wollten über die Umsetzung unseres Raumprogramms und über Einsparungsmöglichkeiten sprechen“, so der Vorsitzende des DJH-Landesverbandes Hannover e.V., Peter Peschel im Brief. Doch statt konstruktiv gemeinsam nach Lösungen zu suchen, sei der Verband mit Hinweisen auf aktuelle Preisentwicklungen und unausweichliche Verteuerungen abgespeist worden.

Im Oktober vergangenen Jahres wandte sich Peter Peschel dann direkt an das Stadtoberhaupt. „Eine persönliche Antwort des Oberbürgermeisters steht bis heute leider noch aus“, so Peschel. Stattdessen ließ das Rathaus verbreiten, das Jugendherbergswerk habe ein Grundstück quasi zum Nulltarif haben wollen. Letztendlich sei man sich aufgrund der Erwartungen des DJH nicht handelseinig geworden. Stand heute wird es anstelle der Jugendherberge Büroräume auf der Allerinsel geben.

„Hätte die Stadt nicht Brücken bauen können, um die Jugendherberge am Standort Celle zu halten?“, fragt Karin Abenhausen, grünes Mitglied des Bauauschusses. Schließlich würden anderen Inverstoren Celler Immobilien sogar für einen symbolischen Euro verkauft. Und: „Es hat schon ein Geschmäckle, wenn die allerland ein Billighotel am Neumarkt plant und eine konkurrierende Jugendherberge in unmittelbarer Nähe über den Preis vom Markt drückt. Und das offensichtlich mit ausdrücklicher Duldung des Oberbürgermeisters.“

Die Grünen hätte sich hier die aktive Mitarbeit der Stadt an einer Lösung gewünscht. „Denn Jugendherbergen locken vor allem junge Touristen und Familien in Städte, die dann später gerne wieder besucht werden“, so Karin Abenhausen. „Gerade unsere Innenstadt kann eine Belebung mit jungen Gästen vertragen.“

Immerhin habe sich Stadtbaurätin Kuhls mit dem DJH im September erneut in Verbindung gesetzt. Peter Peschel betont, dass der Landesverband weiterhin entschlossen sei, in Celle eine neue Jugendherberge zu errichten. Er erwartet aber „aufgrund der unbefriedigenden Gesamtsituation jetzt eine deutlich positivere Position der Stadt Celle“, zumal ein Neubau vier bis fünf Jahre in Anspruch nehme.

Für die Grünen ist es auch vorstellbar, über Bestandsimmobilien und deren Ausbau nachzudenken. An anderen Stellen wie im Blumläger Feld werden so schöne alte Gebäude gerade vor dem Abriss bewahrt.

Aber auch vonseiten der WG gibt es Kritik zu dem bisherigen Scheitern für eine Neuansiedelung einer Jugendherberge. Wenn auch nach Einschätzung der WG im Neuen Rathaus ein wenig zu kurzsichtig geplant und gedacht werde, so ist sie sich sicher, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Jugendherbergsvorsitzenden und dem Celler Oberbürgermeister nicht mehr als ein unglückseliges Missverständnis seien. Das Haupt-Klientel der DJH, so der Fraktionsvositzende Torsten Schoeps, seien Schulklassen und Jugendgruppen, die Touristen von morgen – lebenswichtig für die wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängige Stadt. Auf diese Klientel von morgen sei die Stadt für den nachhaltigen Handel und Wandel dringend angewiesen.

Aber dass Schulklassen und Jugendgruppen in Celle auf der Allerinsel unterkommen sollten, sei ein Unding. Mit entsprechendem finanziellen Entgegenkommen und einer Liegenschaft in adäquater Lage könne das Problem gelöst werden. Davon gebe es einige, z.B. das freie Grundstück hinter dem Celler Bahnhof.

„Unsere Fraktion ist für einen solchen Weg. Und es ist angesichts des geschilderten Hintergrundes nicht angezeigt, jeden Euro zweimal umzudrehen. Jeder Euro Kaufpreis heute weniger wird sich in der Zukunft mehrfach positiv für unsere Stadt auszahlen“, so Torsten Schoeps abschließend.

PR/Redaktion
Celler Presse

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