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AGA-Umfrage Fehlzeiten & Fluktuation: Viele Krankheitstage und hohe Fluktuation in 2022

Die Fehlzeiten der Arbeitnehmenden im norddeutschen Groß- und Außenhandel sowie bei unternehmensnahen Dienstleistern bewegten sich in 2022 – wie schon im Vorjahr – auf hohem Niveau. Im Schnitt fehlten die Beschäftigten aufgrund von Krankmeldungen an 20 Arbeitstagen. Die Fluktuationsquote ist im Jahr 2022 erneut angestiegen. Zu diesen Ergebnissen kommt die 44. AGA-Umfrage Fehlzeiten & Fluktuation.

Der Krankenstand lag in 2022 bei hohen 7,7 Prozent und ist somit im Vergleich zum Vorjahr, das stark durch eine Vielzahl von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus geprägt war, fast konstant geblieben. Insgesamt haben die Beschäftigten der befragten Unternehmen an 21,1 Prozent der Arbeitstage gefehlt (2021: 22,9 Prozent).

AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch erklärt dazu: „Der hohe Krankenstand in 2022 ist keine Überraschung. In der ersten Jahreshälfte sorgte die Omikron-Variante für viele Infektionen. Der Wegfall der Masken- und Testpflicht im Jahresverlauf traf dann auf eine reduzierte Bevölkerungsimmunität gegen Atemwegserkrankungen, was es der Influenza und RS-Viren leicht machte. Mittelfristig werden die Krankentage wieder sinken, bis dahin reagieren Händler und Dienstleister flexibel auf die personellen Engpässe.“

Darüber hinaus hat der AGA die Fluktuationsquote der norddeutschen Händler und Dienstleister untersucht. Diese lag 2022 insgesamt bei 16,4 Prozent und ist somit im Vergleich zu 2021 abermals um 1,5 Prozent gestiegen. Hierbei zeigt die Fluktuationsquote in fast allen Branchen nach oben. So stieg die Quote im Groß- und Außenhandel um 0,4 Prozent auf 14,2 Prozent, bei den Einzelhändlern um 1,7 Prozent auf 21,0 Prozent und im Dienstleistungssektor sogar um 4,1 Prozent auf 19,5 Prozent.

Von sich aus haben 8,8 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der befragten Unternehmen in 2022 ihren Job gekündigt. Damit bewegt sich die Fluktuation aufgrund beruflicher Wechselbereitschaft oder Unzufriedenheit seitens der Beschäftigten weiterhin auf hohem Niveau (2021: 10 Prozent). Des Weiteren sind 8 Prozent (2021: 6,5 Prozent) der Beschäftigten aufgrund von nicht beeinflussbaren Faktoren (Rente, Wohnortwechsel, betriebsbedingte Kündigung etc.) aus ihrem Unternehmen ausgeschieden.

„Die hohe Fluktuationsquote verschärft den dramatischen Fach- und Arbeitskräftemangel in bestimmten Branchen. Der Einzelhandel, der Eventbereich sowie die Hotellerie und Gastronomie kämpfen um jeden Beschäftigten. Gerade diese Branchen warten sehnsüchtig auf das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Der aktuelle Entwurf geht in die richtige Richtung, ist aber noch zu bürokratisch und geht an der Lebenswirklichkeit unserer Unternehmen vorbei“, betont Tschirch.

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Foto: ExplorerAtHeart  / Pixabay

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