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Kanonen, Wasserbomben und Freundschaftsrituale: Das explosive Schützenfest der kuriosen Art

Heute war es wieder soweit: Nachdem Frank Meißner zum König (Frank der I.) geehrt wurde, rüsteten sich die Truppen nach einem kurzen Umtrunk, um bunt geschmückt und verkleidet in die Schlacht zu ziehen. Dass Wienhausen ihr erstes Ziel war, war kein Wunder, denn örtliche Truppen hatten bereits in der Nacht das große Holzgewehr von der Strohfigur am Ortseingang gestohlen. Die Offenser konnten das Gewehr jedoch am Morgen aufgrund eines Tipps zurückerlangen. Nun hatte die Ortschaft jedoch ihre Verteidigung aufgebaut. Rauchtöpfe vernebelten die Straße, und als der Rauch sich verzog, standen sich die Truppen Auge in Auge gegenüber. Die Kanonen feuerten auf beiden Seiten, und die Fußtruppen stürmten aufeinander zu. Wasserbomben flogen, ein Gerangel entfachte und Feuer brach am Straßenrand aus.

Die wilde Szene ist jedoch eine traditionelle Inszenierung. Die Platzpatronen in den Kanonen verstummten, die augenscheinliche Rangelei entwickelte sich zu einem freundschaftlichen Beisammensein, und dann folgte die offizielle Verkündung der Niederlage. Mit der weißen Fahne in der Hand und den Worten: „Wir haben es verkackt“ räumten die Wienhäuser die Straße und ließen den König aus Offensen-Schwachhausen passieren. Gemeinsam bildete man nun einen freudigen Siegeszug durch den Ort, der an den Karneval im Rheinland erinnerte.

Dabei erklangen auch wieder die Kanonenschüsse, diesmal jedoch als Freudenschüsse. Der bunte Festzug schlängelte sich durch den Ort bis zum Festgelände. Dort wurden die Wagen in Formation aufgebaut, und es entstand eine große Partymeile.

Neben Wienhausen wurden auf Befehl des Königs auch die Ortschaften Bockelskamp und Oppershausen eingenommen. Nacheinander fielen die Orte, und gemeinsam wurde gefeiert. Da die einzelnen Orte nicht jedes Jahr ein Schützenfest veranstalten, richtet immer nur ein Ort stellvertretend das Fest aus. Diese Inszenierung ist ein besonderes Schauspiel und zeigt auch die Verbundenheit in der Region, denn letztendlich versammelt man sich spätestens am Abend auf dem Festgelände, um gemeinsam anzustoßen.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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