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PROFESSORIN DREA FRÖCHTLING: HERAUSRAGENDE THEOLOGIN, KREATIVE FORSCHERIN UND ENGAGIERTE NETZWERKERIN

Die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) würdigt das akademische Schaffen und vielseitige Engagement der verstorbenen Theologin Professorin Dr. Drea Fröchtling mit einem Symposium.Im Dezember 2021 musste die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) von ihrer hochgeschätzten Kollegin Professorin Drea Fröchtling Abschied nehmen. Bis zu ihrem Tod hatte Sie an der Fachhochschule den Lehrstuhl für Praktische Theologie in interkultureller Perspektive inne.

Mit einem bewegenden Symposium zu dem Thema „THEOLOGIE TUN in internationalen Gemeinden und in globaler Diakonie“ reflektierten und würdigten Kolleginnen und Kollegen an der FIT, ehemalige und noch aktive Studierende sowie Wegbegleiter im Mai 2023 die außergewöhnliche Breite und Vielfalt in Werk und Leben von Fröchtling, die auch neue Wege in der Forschungsarbeit ging. Geleitet wurde die Veranstaltung von Professor Andreas Kunz-Lübcke, Rektor der FIT.

Prägend für ihr akademisches Schaffen und für ihr darüberhinausgehendes Handeln waren ihr leidenschaftliches Engagement für Gerechtigkeit und ihr starkes Mitgefühl für Menschen, die großes Leid erfahren haben oder gesundheitlich angegriffen sind. Dies fand Ausdruck in ihrer während eines mehrjährigen Aufenthalts in Südafrika an der Universität Kwa Zulu Natal geschriebenen und von Professor Tinyiko Maluleke betreuten Dissertation, in der sie sich mit der Wahrnehmung Gottes aus der Perspektive von gewaltsam Vertriebenen während der Apartheid in Südafrika wie auch von jüdischen Überlebenden der Shoah, also der Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden während der nationalsozialistischen Herrschaft auseinandersetzte. Auch die Habilitation mit dem Titel „Und dann habe ich auch noch den Kopf verloren… “ hatte einen von Mitgefühl und Fürsorge für andere geprägten Ansatz: Hier ging Fröchtling der Frage nach, wie man Menschen mit Demenz in Theologie, Seelsorge und Gottesdienst wahrnehmen kann, damit sie ´Gott und die Welt` begreifen können.

Ein weiteresThema, das Fröchtling sehr am Herzen lag und von mehreren Vortragenden beleuchtet wurde: Das soziale, überwiegend ehrenamtliche, jedenfalls aber kaum institutionalisierte Engagement internationaler Gemeinden in Deutschland sowohl in der Flüchtlingsarbeit als auch in der Diakonie und in der Seelsorge. Es wurde dafür geworben, dass die internationalen Gemeinden als kompetente kirchliche und soziale Akteure sichtbar gemacht, anerkannt und auch von hiesigen, professionell geführten Institutionen unterstützt werden sollten.

Von Fröchtlings kirchenpolitischem Engagement in Südafrika berichtete ihr Doktorvater Professor Tinyiko Maluleke, heute Vizekanzler und Rektor der technischen Universität Tashvane und eine der führenden Stimme in der interkulturellen Theologie: Während ihres mehrjährigen Aufenthalts in Südafrika habe sie sich leidenschaftlich für Projekte der sozialen Gerechtigkeit eingesetzt, offen Landenteignung sowie Landlosigkeit während der Apartheid kritisiert und mutig die Kirche aufgefordert, einen Teil ihres Landes an Landlose zu verteilen.

Gewürdigt wurden auch das große Engagement Fröchtlings als Brückenbauerin und Netzwerkerin zwischen Süd und Nord wie auch für die FIT seit deren Gründungsphase. Fröchtling sei eine „Wanderin zwischen den Kulturen, Vertreterin einer ökumenischen Diakonie und mutige Aktivistin“ gewesen.

Für Fröchtling sei – so hieß es in einem weiteren Vortrag – die Kirche der Zukunft in Deutschland eine, die durch transkulturelle Einheit in der Vielfalt entstehe. Fröchtling habe die internationalen Kirchen und Gemeinden als Leuchttürme solch einer avantgardistischen Art von Kirche und Mission betrachtet.

Diese transkulturelle, dynamische Vielfalt in der praktischen Gemeindearbeit wurde dann auch in einer Podiumsdiskussion diskutiert. Hier kamen Akteure zu Wort, die entweder selbst internationale Gemeinden in Deutschland leiten (FIT-Alumnus Peter Arthur, Pastor Bendix Balke) oder als in Botswana ordinierte Pastorin für einige Jahre im Rahmen eines Austauschprogramms in einer landeskirchlichen Gemeinde nahe Aachen tätig ist (FIT-Alumna Kanjo Tjinyeka) bzw. sich als Integrationscoach an der Stiftung Himmelsfeld engagiert und Mitglied sowohl in einer deutschen als auch in einer internationalen Gemeinde ist (FIT-Alumna Theresa Adenekan). Auch in dieser Diskussion wurde deutlich, welch großes integratives Potential die internationalen Gemeinden und Initiativen in der Kirchenlandschaft in Deutschland haben. Um dieses Potential besser nutzbar zu machen, sei jedoch auch die Bereitschaft der hiesigen Kirchen zu Veränderung und Entwicklung eines globalen Verständnisses von Kirche nötig.

“THEOLOGIE TUN“ war also in mehreren Facetten ein großes Anliegen von Drea Fröchtling. Sie war nicht nur eine herausragende Dozentin, Theologin und Brückenbauerin, sondern auch ein ganz außergewöhnlicher Mensch, der Theologie lebendig, mit ganzem Herzen und mit großer Zuwendung praktizierte. Dazu ihr Doktorvater Maluleke: „Selbst jetzt spüre ich noch ihre theologische Präsenz.“ So ging und geht es gewiss vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums.

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