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Bunt, friedlich und kämpferisch: Eschede sagt Rechtsextremismus den Kampf an, während Celle mit Sprayaktion provoziert wird

Gemeinsam gegen Rechtsextremismus: In Eschede formierte sich ein breites Bündnis, um gegen eine Sommerwendfeier auf einem NPD-Hof zu protestieren. Mit engagierten Demonstrierenden und bewegenden Reden setzten sie ein starkes Zeichen für Demokratie und gegen Hass. Doch während die Veranstaltung friedlich verläuft, sorgt eine Sprayattacke in Celle für Unruhe.

Am Samstag fand eine Demonstration gegen die Sommerwendfeier auf dem NPD-Hof statt, die von verschiedenen Organisationen und Bündnissen organisiert wurde. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, das Forum Celle sowie das örtliche Bündnis gegen Rechtsextremismus (BgR Eschede) hatten zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen.

Bereits am Freitag ereigneten sich aufsehenerregende Vorfälle im Vorfeld der Demonstration. Das BgR Eschede erfuhr, dass Mitglieder der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) der NPD (jetzt umbenannt in „Die Heimat“) umfangreiche Einkäufe tätigten. Mit dem Wissen, dass die Feierlichkeiten auf dem Hof um einen Tag vorgezogen wurden, entschloss sich das Bündnis kurzerhand, einen „Spaziergang“ anzumelden.

Fotos: Celler-Presse.de

Auf ihrem Weg trafen die kurzerhand mobilisierten 12 Teilnehmenden auf regen Anreiseverkehr zum Hof. Vor Ort stellten sie fest, dass nicht nur allgemeine Vorbereitungen im Gange waren, sondern dass sich Fußgänger und Autofahrer zu einer festlichen Zusammenkunft versammelt hatten.

Am Samstag versammelten sich schließlich 120 Demonstranten, die gemeinsam vom Bahnhof über den Finkenberg zum NPD-Hof gelangten. Bei sonnigem Wetter erreichte der bunte Protestzug fröhlich gestimmt den Veranstaltungsort.

Fotos: Celler-Presse.de

Im Rahmen der Demonstration hielt Charles Sievers eine bewegende Rede, in der er auf die Bedeutung von Demokratieberatung hinwies. In seiner Rede sprach Charles Sievers über die Vielfalt der Ängste, die geschürt würden. Er blickt beruhigt auf die Demonstranten und sieht in Ihnen ein gestärktes Demokratie-Rückgrat und bewertet es mit „Wir haben keine Angst“. Eine gute Schulbildung ist nach Sievers elementar wichtig, sie bildet die Grundlage. Charles Sievers appellierte an Liebe, Rücksicht und Mut der Menschen. Gewalt ist für Sievers keine Lösung und freute sich, dass die Demonstration friedlich verlief und dennoch Stärke zeigte, so „bekenne Eschede Farbe“, schloss Sievers. Seine Ausführungen und emotionalen Worte fanden großen Anklang bei den Anwesenden.

Michael Höntsch, Ansprechpartner der neuen Beratungs- und Vernetzungsstelle gegen Rechtsextremismus in Eschede, ist überzeugt, dass es in Eschede genug Demokratinnen und Demokraten gibt. Im Ort geht man der NPD nicht auf den Leim, doch man darf nicht riskieren, dass der Hof zu einem Wallfahrtsort für Rechtsextreme wird. In den heutigen Zeiten ist es wichtiger denn je, eine Demokratieberatung anzubieten. Wir sollten alle respektvoll miteinander umgehen, wieder lernen zu diskutieren und uns nicht gegenseitig auszugrenzen. Höntsch möchte sich mit seiner Beratung einbringen und auf die Menschen zugehen.

Des Weiteren gab Wilfried Manneke einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen. Am 30. September wird Ministerpräsident Stephan Weil erwartet, der um 14 Uhr am Bahnhof in Eschede sprechen wird. Am 16. Dezember wird der Bundestagsabgeordnete Dirk-Ulrich Mende das Wort ergreifen, und für das Jahr 2024 konnte die Bewegung die Theologin Margot Käßmann als Rednerin gewinnen.

Dirk Garvels, Gewerkschaftssekretär in der DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen, führte souverän als Organisator, Ansprechpartner und Moderator durch die Veranstaltung. Auch für Garvels ist es wichtig, Flagge zu zeigen und weiterhin an Demonstrationen teilzunehmen.

Während sich die Demonstranten allmählich auf den Heimweg machten, wurde eine beunruhigende Meldung aus Celle bekannt. Sprayer hatten eine Wand mit eindeutigen Botschaften der CD-Kaserne beschmiert. Die Polizei war schnell vor Ort, unterstützt durch Kräfte aus Eschede. Etwa 20 Personen, die ihr Gesicht vollständig verdeckt hatten, wurden festgestellt. Nach vorläufiger Bewertung der Polizei haben die gesprühten Graffiti keine strafrechtliche Relevanz.

Fotos: Extern

Es wurde allerdings am Rande bekannt, dass ähnliche Aktionen geplant sind, wie sie in Celle stattfanden. Diese sollen jeweils parallel zur Demonstration in Eschede durchgeführt werden.

Nach der Demonstration begann eine intensive Diskussion über die nächsten Schritte, die unternommen werden sollten, um den Kampf gegen Rechtsextremismus weiter voranzutreiben. Es wurde beschlossen, die Aktivitäten des örtlichen Bündnisses gegen Rechtsextremismus zu verstärken und regelmäßige Informationsveranstaltungen anzubieten, um die Gemeinschaft weiter zu sensibilisieren. Spaziergänge und Aktionen auf dem Weg zum Hof sollen stattfinden.

Der Tag in Eschede hat gezeigt, dass die Menschen in der Gemeinschaft bereit sind, aktiv gegen Rechtsextremismus einzutreten. Es ist ein klares Statement gegen Hass, Diskriminierung und Intoleranz. Der Widerstand gegen rechtsextreme Ideologien ist in Eschede spürbar.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse

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