Über den Rettungsweg in die Grundschule – Keine Absprache mit dem DRK
„Wie kann man eine Schule genehmigen ohne ein schlüssiges Verkehrskonzept?“, wollte ein Einwohner im jüngsten Schulausschuss in der Alten Exerzierhalle wissen. Zuvor hatte Stephan Ohl (Grüne) nach der Zuwegeplanung für die Katholische Grundschule, die derzeit mit der hundertprozentigen Tochter der Stadt „allerland Immobilien GmbH“ als Bauherr an der 77er Straße entsteht, gefragt.





Die Stadtverwaltung musste passen, sie konnte nichts präsentieren, vertröstete auf die November-Sitzung. Dann liegt die Aussage von Stadtbaurätin Elena Kuhls fast anderthalb Jahre zurück. Im Mai 2023 hatte sie innerhalb der Stadtteiltour Blumlage/Altstadt mit dem Oberbürgermeister gesagt: „Das erstellen wir gerade.“ Ein externes Büro sei beauftragt worden. Nach Aussagen aus Politikerkreisen habe nicht nur dieses, sondern ein weiteres den Auftrag zurückgegeben.
Nun wurde im Vorfeld des kommenden Bauausschusses bekannt, wo die Elterntaxizone für die Katholische Grundschule vorgesehen ist. Die Wiese mit Baumbestand und Kriegerdenkmal an der Kreuzung Hostmann-/77er Straße wird im vorderen Bereich zur 77er Straße hin versiegelt zugunsten von elf Elterntaxi-Stellflächen. Um zum Schuleingang zu gelangen, müssen die Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, die Zufahrt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die der einzige Weg für die Aus- und Einfahrt der Rettungsfahrzeuge ist, überqueren. Die konfessionelle Elementareinrichtung verfügt über keinen Schulbezirk, die Kinder kommen aus allen Teilen der Stadt und des Landkreises, mit einem hohen Aufkommen an Elterntaxis ist auch auf dieser Grundlage zu rechnen. Die Eltern können nur über die Hostmannstraße auf den Stellplatz, für den keine Bäume gefällt werden, gelangen. Zurück zur Hauptverkehrsstraße, der 77er, geht es ebenfalls ausschließlich über die DRK-Zufahrt.
Auf Anfrage von CP zum Bau der Schule generell und die Elterntaxizone im Speziellen nimmt der Fachbereichsleiter Rettungsdienst – Katastrophenschutz – Freiwilligendienst des DRK-Kreisverbandes Celle, Uwe Ammoneit, Stellung:
„Mir ist nicht bekannt, dass der Rettungsdienst vor und/oder während der Planung, ausgerechnet direkt vor der ‚Hauptwache‘ des Rettungsdienstes, eine Schule zu errichten, gefragt oder um eine Stellungnahme gebeten worden ist. Es ist absehbar, dass es in Zukunft Behinderungen durch sogenannte Elterntaxis und konkrete Gefahrensituationen für Schulkinder geben wird. Allein die Anzahl der täglichen Alarmierungen an der Celler Rettungswache, die ohnehin ungünstige Verkehrssituation (stark befahrene 77er Straße ohne echte Ausweichmöglichkeit, zusätzlich eine Verkehrsinsel im Kreuzungsbereich Wehlstraße und eine Überquerungshilfe im Einmündungsbereich zur Rettungswache), Behinderungen durch Falschparker, die regelmäßig die Bepflasterung des Gehweges als Parkplatz fehlinterpretieren – all das ist bereits ohne Schule herausfordernd.“
Der Bauausschuss findet am 10. September um 17 Uhr in der Alten Exerzierhalle statt.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige









