Women for Justice e.V. startet Baumprojekt in Erinnerung an den Völkermord 2014 in Shingal/Irak
Women for Justice e.V. kündigt ein Baumprojekt in Hamburg an. Ab Herbst 2024 sollen hunderte Bäume und Setzlinge für die ermordeten und vermissten Êzid:innen aus Shingal/Irak verschenkt und gepflanzt werden. Unterstützt wird die Aktion vom FC St. Pauli, an dessen Stadion die ersten Bäume gepflanzt werden und bei dessen Heimspiel im Frühling 2025 Setzlinge an Fans verschenkt werden sollen.
Am 3. August 2014 ereignete sich in Shingal/Irak ein Völkermord: Der sogenannte „Islamische Staat“ (kurz IS) überfiel Shingal, das Hauptsiedlungsgebiet der Êzid:innen, und ermordete tausende Angehörige der Religionsgemeinschaft. Über 90 Massengräber, die in der Region gefunden wurden, sind einige von zahlreichen Zeugnissen dieser Verbrechen. Heilige Orte wurden zerstört, hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen und circa 7.000 Kinder und Frauen vom IS gefangen genommen und entführt. Es waren Kinder, die anschließend zu Kindersoldaten zwangsrekrutiert, und Frauen, die als Sklavinnen auf Märkten verkauft wurden. Bis heute werden circa 2.600 von ihnen vermisst.
In Erinnerung an alle Êzid:innen, die dem Völkermord 2014 zum Opfer fielen, sowie an die bis heute 2.600 vermissten Frauen und Kinder findet ab Herbst 2024 eine Baumpflanzaktion statt. Die Aktion reiht sich in die Kampagne „1 Tree 4 Sinjar“ (Sinjar ist das arabische Wort für Shingal) ein, in dessen Rahmen bereits hunderte Bäume und Setzlinge mit Frauen in Shingal verschenkt und gepflanzt wurden.
Dr. Leyla Ferman, Mitgründerin von Women for Justice e.V., erklärt zur Kampagne: „Natur und vor allem Bäume sind heilig bei den Êziden. Für viele Überlebende zählt der Wiederaufbau ihrer Heimat auch zu Gerechtigkeit. Mit der Kampagne ‚1 Tree 4 Sinjar‘ wollen wir an tausende Ermordete und die 2.600 Êziden erinnern, die sich in Gefangenschaft befinden oder noch immer vermisst werden. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des FC St. Pauli, der sich immer stark für Vielfalt, Frieden und Toleranz einsetzt. Nein zu Massenmorden, Rassismus und Ausgrenzung. Ja zu Aufklärung, Respekt und Miteinander.“
Luise Gottberg, Vize-Präsidentin des FC St. Pauli, betont die Bedeutung der Arbeit von Women for Justice zur Unterstützung von Überlebenden in Europa und speziell in Deutschland: „Viele Überlebende benötigen zuverlässige Informationen über ihre Rechte, besonders im Hinblick auf den Familiennachzug.“ Der FC St. Pauli möchte diese Arbeit sowie das Gedenken an die Verbrechen aus dem Jahr 2014 unterstützen. „Systematische sexualisierte Gewalt ist in zahlreichen Kriegen eine Waffe, die gezielt eingesetzt wird“, sagt Gottberg. Die Aktion von Women for Justice sei daher ein wichtiges Zeichen gegen diese Verbrechen und für Humanität.
PR
Foto: Larisa-K / Pixabay
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige







