Spinde ersetzen Garderobieren im Schlosstheater – Einsparpotentiale werden geprüft
Von der kommenden Spielzeit an müssen die Besucher des Schlosstheaters ihre Mäntel, Schirme, Schals und Jacken eigenhändig in Spinden verstauen. Die Abgabe der Utensilien bei Garderobieren, wie es die Gäste in der Spielstätte aus dem Jahr 1674 mit barockem Ambiente und mehr als 300 Plätzen gewohnt sind, wird es aus Spargründen nicht mehr geben.
„Es ist richtig, dass die Stadt Celle als Mieterin der Theaterflächen die Möblierung im Garderobenbereich ändern und die vorhandenen Garderobenständer gegen Spinde austauschen möchte. Das Land Niedersachsen ist darüber informiert“, teilt die Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften auf CP-Anfrage mit. Das Schloss befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen.
Auch der Geschäftsführer des Schlosstheaters, Claus Becker, antwortet Ende Juni: „Bezüglich der Spinde kann ich Ihnen bestätigen, dass es in Kooperation mit den anderen Schlossnutzern einen Erwerb von Spinden geben soll. Diese werden unsere personenbesetzte Garderobe sowie die bisherigen Spinde des Residenzmuseums in der kommenden Spielzeit ergänzen, nicht ablösen. Wir rechnen mit einer Amortisation nach zwei Jahren.“
Auf die Mitarbeiterinnen wird man jedoch nicht verzichten, sie erhalten andere Aufgaben im Rahmen des sogenannten „Vorderhauses“, was im Theaterwesen die Arbeit für den Publikumsverkehr bezeichnet. Auch die Spinde werden von einer Mitarbeiterin betreut werden.
Das Schlosstheater prüft derzeit Einsparpotentiale. Es sieht sich laut Geschäftsführer Becker einem „bestehenden strukturellen Defizit infolge der Tariferhöhungen für die Mitarbeitenden und des voraussichtlich fehlenden Ausgleichs mittels öffentlich-rechtlicher Zuschüsse“ gegenüber. „Die tarifrechtlichen Erhöhungen werden nicht ausgeglichen“, hatte Landrat Axel Flader in der jüngsten Kreistagssitzung vor der Sommerpause beklagt. Der Landkreis finanziert die Celler Traditionsspielstätte zu gleichen Teilen gemeinsam mit der Stadt Celle, der dritte Geldgeber ist das Land Niedersachsen. Dieses komme der Finanzierung der Bühnen in kommunaler Trägerschaft nicht auskömmlich nach, lautet der Vorwurf von Stadt und Landkreis.
Das Theater sucht nach Auswegen. „Aktuell werden verschiedenste Konsolidierungsmöglichkeiten an unserem Hause auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Dabei sind sowohl Ideen aus dem Haus als auch externe Vorschläge in der Waagschale“, teilt Claus Becker mit. Am Kulturausschuss ist das Thema bisher vorbeigegangen, die für den 17. Juni geplante Sitzung wurde mangels Tagesordnungspunkten abgesagt. Der Ausschussvorsitzende Dr. Walter Jochim (CDU) möchte nach eigener Aussage jedoch bewirken, dass im kommenden Kulturausschuss am 9. September den Mitgliedern ein Überblick zur geplanten Konsolidierung gegeben werde.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige







