„Ein riesengroßes Bild, das man nicht mehr vergisst“ – Zweiter Höhepunkt des Caroline-Mathilde-Jubiläumsjahres
Schaut man sich den geschmückten Schlossvorplatz an, dann erschließt sich, wieso die Kunst Hörls so populär ist. Die 850 nur 50 cm großen goldfarbenen Figuren beeindrucken in der Form ihrer Präsentation. Fragt man den Kunstprofessor, was er aussagen möchte mit seiner Installation, antwortet er: „Schönheit!“ Die Geschichte um Caroline Mathilde sei ja bekannt, da sei alles gesagt. „Also muss man eine Arbeit machen, die das Ereignis feiert!“ Und dieses ist ihm gelungen. „Ich find’s schön, einfach schön“, sagt Heike Fieker, die als Zuschauerin auf einer Bank Platz genommen hat. Es gibt heute etwas zu sehen. Neben Caroline Mathilde sind auch Fernsehteams gekommen, die Interviews mit dem Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge führen.






Er war es, der den Künstler nach Celle geholt hat. „Ich bin schon seit Jahren ein großer Hörl-Fan.“ Dem Verwaltungschef gefällt, dass Ottmar Hörl die Kunst aus der elitären Ecke herausholt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. „Ich bin gerne tätig für die 97 Prozent, die nicht regelmäßig in Galerien oder Museen gehen“, bestätigt dieser in seiner Ansprache. Ohne den Oberbürgermeister wäre er nicht gekommen, ihm müssen die Menschen, mit denen er bei seinen Projekten kooperiert, sympathisch sein. Dieses war der Fall und weitete sich dann aus auf weitere Celler: „Die Bedingungen hier waren phantastisch. Ich habe keine unfreundlichen Menschen erlebt. Das ist außergewöhnlich. Ich weiß, wovon ich rede, ich habe auf der ganzen Welt gearbeitet“, berichtet er. Vor zwei Jahren kam er zum ersten Mal: „Ich sah den Platz und dachte, das ist eine riesengroße Leinwand. So eine Chance erhält man nur drei- bis viermal im Leben. Insofern war es auch ein Kompliment, dass ich gefragt worden bin.“
Sechs Wochen hat er an der Figur gearbeitet, als Schwierigkeit für die Profil-Gestaltung erwies sich, dass es nur wenige Bildnisse der Monarchin gibt. Auch die Farbwahl war ein längerer Prozess, Gold stand nicht von vornherein fest, unterstrich den royalen Charakter dann doch am besten und bespielt letztendlich die 2.500 qm große „Leinwand“ auch in idealer Weise.
Die Reaktionen der Passanten bestätigen den künstlerischen Ansatz: Den Befragten ist der Name Ottmar Hörl kein Begriff, sie gehen von dem aus, was sie sehen, und zeigen sich begeistert. „Ich bin zufällig vorbeigefahren“, berichtet Jörg Netzel aus Celle. Er machte Halt und schaute sich die Sache an: „Ich finde es ästhetisch, einfach schön, es ist stimmig, es passt.“ Und er macht Gebrauch von dem Angebot, die Figuren für 95 Euro pro Stück im Museums-Shop des Bomann-Museums zu erwerben.
Ottmar Hörl ist seiner Ambition, „ein riesengroßes Bild zu erschaffen, das man nicht mehr vergisst“, gerecht geworden. Legt man die rundum gelungene Vernissage für die Ausstellung, die noch bis zum 14. September zu sehen ist, zugrunde, wird sich bewahrheiten, was der Oberbürgermeister im Interview mit einem TV-Sender sagte: „Diese Skulpturen-Installation wird lange im kulturellen Gedächtnis der Stadt bestehen bleiben.“
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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