Mittwoch, 22. April 2026

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„Die Ukrainehilfe setzt den Geist der Luftbrücke fort“ – Gedenken in Faßberg  

Es ist kein runder Jahrestag, und dennoch wurde heute Vormittag im Herzen Faßbergs eines Ereignisses gedacht, das sich in die Geschichte des Ortes eingebrannt hat, und das durchaus Parallelen zur heutigen politischen Lage weltweit zulässt.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen zahlreiche offizielle Vertreter des Fliegerhorstes Faßberg, darunter der Kommandeur der Deutsch-Französischen Ausbildungseinrichtung TIGER (DFAT) Raphael Le Flohic, die Bürgermeister der Gemeinden Faßberg, Kerstin Speder, Südheide, Katharina Ebeling, und Munster, Ulf-Marcus Grube, sowie etliche Zeitzeugen, der Vorsitzende des britischen Kriegsveteranen-Verbandes „Royal British Legion“, Keith Orton, und nicht zuletzt Repräsentanten des Fördervereins für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin e.V. zusammen, um der „Berliner Luftbrücke“ zu gedenken.

Faßberg war einer der Flugplätze, von denen aus die zwei Millionen Einwohner der westlichen Sektoren Berlins mit Lebensmitteln und Kohle versorgt wurden, nachdem die Sowjetunion im Juni 1948 alle Verkehrszugänge zum West-Teil Berlins gekappt hatte. „Für die Berliner war es eine Katastrophe, sie waren von allem, was sie zum Überleben brauchten, abgeschnitten“, betonte der Standortälteste Oberst Dirk Niedermeier in seiner Rede. Vor genau 76 Jahren, am 27. August 1949, ging der letzte Flug von der damaligen Royal Air Force Station Faßberg aus nach Berlin, um die letzten Tonnen Kohle aus der Heide in die eingeschlossene Stadt zu transportieren.

Ziel der Sowjets sei es gewesen, die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen, referierte Niedermeier, dank der „logistischen Meisterleistung“ der britischen Royal Air Force und der amerikanischen US Air Force konnte dieses abgewendet werden. Niedermeier wirft Zitate von Zeitzeugen ein, wonach beispielsweise die Berliner das Heulen der Rosinenbomber-Motoren als Geräusche der Freiheit wahrgenommen hätten. „Die Narben des Krieges waren ja noch frisch, vor wenigen Jahren hatten sich die Alliierten und die Deutschen noch feindlich gegenübergestanden“, beschrieb der Standortälteste die Situation. Aus einem tiefen Gefühl der Verantwortung heraus hätten die Piloten die Aufgabe übernommen, die nicht wenige Todesopfer forderte.

„Es ist ein unvergessenes Kapitel der Geschichte“, betonte Niedermeier, bevor er den Bogen zur Gegenwart schlug: „Die Werte, die damals verteidigt wurden, sind aktueller denn je“. Die Ukrainehilfe setze den Geist der Luftbrücke fort. Der aktuelle Einsatz der Bundeswehr in Gaza sei hingegen „ein Symbol der Verzweiflung, helfen zu wollen“. Doch die richtigen Mittel stünden nicht zur Verfügung, die Menge reiche bei Weitem nicht aus, um die Hungersnot dort zu bekämpfen. Es brauche Voraussetzungen, um effektiv zu helfen. Um diese zu verdeutlichen, ging er zurück in die Historie und nannte drei Lehren, die man aus der Berliner Luftbrücke ziehen könne: 1. Die Macht der geballten Entschlossenheit darf nicht unterschätzt werden. 2. Logistik sollte als strategisches Instrument begriffen werden. 3. Menschlichkeit ist die zentrale Säule. „Die menschliche Seite der Berlinger Luftbrücke hat eine enorme symbolische Kraft“, endete Dirk Niedermeier seine mit großem Applaus bedachte Rede, bevor Kränze zum Gedenken an die Opfer der Luftbrücke niedergelegt wurden.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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