„Mehr Respekt für die Landwirte“ – Lebensmittel-Experten diskutieren in der Stadtkirche
Selten hatte eine Veranstaltung aus der Reihe „Kirche trifft“ des Ev.-luth. Kirchenkreises Celle ein passenderes Szenario als am Samstag-Vormittag. Während auf der Stechbahn und rings um das Alte Rathaus die Händlerinnen und Händler ihre Ware auf dem Wochenmarkt verkauften, begrüßte Superintendentin Andrea Burgk-Lempart nur einen Apfelwurf entfernt in der Stadtkirche St. Marien die Gäste zu einer Talkrunde mit dem Titel „Wertschätzung unserer Lebensmittel – mein Beitrag, mein Gewinn“.
Moderiert von Friedrich Hauschildt setzten sich Ann-Katrin Berkhan von den Celler Landfrauen, Sina Severloh vom gleichnamigen Bauernhof mit eigenem Hofladen, Lebensmitteleinzelhändler Jan Müller und Bernd Zobel von der Celler Tafel e.V. mit der Thematik auseinander. Zuvor hatte sich Elisabeth Brunkhorst, Präsidentin des Niedersächsischen LandFrauenverbandes, mit einem Grußwort an die Besucherinnen und Besucher in der Stadtkirche gewandt.
Während sich Landwirtin Sina Severloh „mehr Respekt“ für ihren Berufsstand und die harte Arbeit auf den Feldern und in den Scheunen wünschte, sprach Ann-Katrin Berkhan darüber, wie wichtig es ist, die Endverbraucher für regionale Nahrungsmittel zu sensibilisieren. Berkhan war es auch, die sich für die Umsetzung des Formats „Marktgespräch“, das zuvor unter anderen schon in Hildesheim stattgefunden hatte, in der Celler Stadtkirche einsetzte.
Jan Müller, der im Landkreis mehrere Supermärkte betreibt, diskutierte mit Bernd Zobel von der Celler Tafel e.V. über die schwierige Balance, ein vielfältiges Angebot bis zum Ladenschluss vorzuhalten und der Entsorgung nicht verkaufter Lebensmittel. Elf Millionen Tonnen werden pro Jahr in Deutschland einfach weggeworfen. Ein Umstand, der auch damit zu erklären ist, „dass wir uns längst daran gewöhnt haben, zu jeder Jahreszeit fast jedes Lebensmittel bekommen zu können“, wie Jan Müller erklärte.
In der anschließenden Fragerunde aus dem Publikum und beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Seitenschiff der Stadtkirche, ging es um Erdbeeren im Winter, den richtig geplanten Wocheneinkauf und natürlich auch den deutschen Bauernhof-Klassiker – die Kartoffel. Sehr passend, dass kurz nach dem Ende der Veranstaltung auch die Händler des Marktes den Feierabend einläuteten.
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