Montag, 16. Februar 2026

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Sicherheitsforum in Lüneburg: Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsinstitutionen vernetzen sich, um Krisen im Schulterschluss zu begegnen

Cyberangriffe, Extremwetterereignisse, geopolitische Unsicherheiten und die wachsende Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen: Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Bundeswehr und Sicherheitsinstitutionen haben am Mittwoch, 3. Dezember, beim Sicherheitsforum Nordostniedersachsen über die verschärfte sicherheitspolitische Lage und konkrete Handlungsmöglichkeiten diskutiert. Eingeladen hatten die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) und der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen e.V. (BSKI).

„Sicherheit ist kein abstraktes Zukunftsthema mehr – sie entscheidet längst über Wettbewerbsfähigkeit, Stabilität und die Handlungsfähigkeit unserer Unternehmen“, betonte IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann. Volker Petersen vom BSKI, der die Veranstaltung moderierte, hob hervor: „Kritische Infrastrukturen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft – ohne funktionierende Energieversorgung, Logistik, IT- und Kommunikationsnetze steht binnen Stunden nicht nur die Wirtschaft still, sondern das öffentliche Leben insgesamt. Die aktuellen Krisen zeigen, wie eng staatliche Institutionen und private Betreiber dabei zusammengedacht werden müssen.“ Das Sicherheitsforum in Lüneburg bot Gelegenheit, um über die Verwundbarkeit des Gemeinwesens zu sprechen und gemeinsam robuste Lösungsansätze zu entwickeln.

Direkt zu Beginn beleuchteten der Landrat des Landkreises Lüneburg, Jens Böther, und IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann in einem Talkformat die zentralen Anforderungen an Unternehmen und Verwaltung. Kirschenmann betonte: „Sicherheit ist für viele Betriebe ein Wettbewerbsfaktor. Wer in Krisen handlungsfähig bleibt – sei es bei IT-Ausfällen, Lieferkettenstörungen oder Energieengpässen – sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“ Gesellschaft und Politik müssten sich, so Kirschenmann, „ehrlich machen: Wir sind verletzlich – und genau deshalb brauchen wir schnellere Entscheidungen, bessere Vorbereitung und eine realistische Priorisierung im Krisenfall.“ Mit Blick auf die Logistikdrehscheibe Norddeutschland und die regionalen Bundeswehrstandorte stellte Kirschenmann klar: „Für verlässliche militärische und zivile Transporte benötigen wir robuste Straßen- und Schienenwege, leistungsfähige Häfen, sichere IT- und Energienetze und eindeutige Prioritäten im Notfall. Ohne diese Infrastruktur kann die Wirtschaft ihren Beitrag zur Gesamtverteidigung nicht leisten.“

Landrat Böther wies darauf hin, dass „die Bedrohungslage spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine andere“ ist. „Unser Land erlebt schon heute massive Cyberangriffe, und auf darüberhinausgehende Szenarien müssen wir uns vorbereiten.“ Der Landkreis Lüneburg stelle sich dieser Aufgabe. Doch für Böther ist klar: Sensibilisierung der Bevölkerung und klare Abläufe in der Verwaltung reichen allein nicht – „wir sind im Ernstfall auf die Wirtschaft angewiesen, um Versorgung und Funktionsfähigkeit im Landkreis sicherzustellen.“ Der Austausch mit Nachbarkreisen, dem Land und dem Bund sei dafür entscheidend. Drei Maßnahmen sind laut Böther besonders wirkungsvoll: belastbare Kommunikationswege, klare Verantwortlichkeiten und Unternehmen, die Krisen- und Notfallpläne nicht nur haben, sondern aktiv leben.

Die IHKLW und der Landkreis Lüneburg arbeiten mit weiteren Partnern in der Arbeitsgruppe Integrierte Sicherheitspolitik in Nordostniedersachsen (INSPIN) eng zusammen. Initiator Andreas Kirschenmann sagte: „Mit INSPIN schaffen wir ein regionales Sicherheitslabor: Bundeswehr, Polizei, Politik und Wirtschaft arbeiten dort gemeinsam an Lösungen für Spannungs- und Verteidigungsfälle. Unsere Aufgabe als IHK ist es, die wirtschaftlichen Perspektiven einzubringen und klarzumachen, was Betriebe leisten können – und was nicht. Sicherheit entsteht nicht in Berlin allein. Sie entsteht dort, wo Unternehmen, Verwaltungen und Sicherheitsinstitutionen zusammenkommen: vor Ort in unserer Region.“ INSPIN entwickelt unter anderem Kommunikations- und Handlungsstrategien für Krisenlagen und stärkt die zivil-militärische Zusammenarbeit. Die Erkenntnisse fließen direkt in Formate wie das Sicherheitsforum ein – ein Zusammenspiel, das Kirschenmann als „Blaupause für regionale Sicherheitsstrukturen“ bezeichnete.

Das Sicherheitsforum hat deutlich gemacht: Nordostniedersachsen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und Sicherheit als strategische Gemeinschaftsaufgabe zu begreifen. Die IHKLW wird die Impulse aus der Veranstaltung aufgreifen, vertiefen und über INSPIN sowie weitere regionale Netzwerke verstetigen.

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