Freitag, 13. Februar 2026

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75 Jahre SoVD Ortsverband Nienhagen – ein Nachmittag voller Begegnungen, Musik und bewegender Momente

Mit einer stimmungsvollen Feier im weihnachtlich geschmückten Hagensaal beging der SoVD Ortsverband Nienhagen am 2. Advent sein 75-jähriges Jubiläum. Bereits im Foyer begrüßten Vorsitzender Hermann Kesselhut und seine Stellvertreterin Gisela Janßen mit einem Begrüßungstrank über 160 Mitglieder und geladene Gäste. Nachdem die Plätze an liebevoll gestalteten Tischen mit von der Bastelgruppe angefertigten Adventsdekorationen eingenommen waren, erwartete die Besucherinnen und Besucher ein musikalischer Willkommensgruß: Das Musikensemble Operamobile aus Hannover eröffnete die Feier mit einem „Grüß‘ Euch Gott, alle Miteinander! aus der Operette „Der Vogelhändler“. 

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden Hermann Kesselhut folgten die Grußworte von Bürgermeister Jörg Makel, Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer und Heinrich Meyer für den SoVD-Kreisverband. Jörg Makel betonte die Bedeutung des Ortsverbandes mit seinen vielen und vielseitigen Angeboten für das soziale Miteinander in Nienhagen: Gemeinsam gegen Einsam – das sei hier keine leere Formel, sondern gelebte Wirklichkeit. Als Geschenk überreichte das Ehepaar Makel einen selbstgebastelten Adventskalender an den SoVD Ortsverband Nienhagen.

Claudia Sommer blickte in ihrer Rede auf die Gründungsjahre zurück und stellte sich vor, wie Zusammenkünfte im Jahr 1950 wohl ausgesehen haben mögen – am Stammtisch in der Dorfgaststätte, mit bescheidenen Mitteln, aber viel Tatkraft. Sie lobte die Vielfalt der heutigen Angebote und die gute Zusammenarbeit der Ortsverbände innerhalb der Samtgemeinde. Im Anschluss überreichte sie eine Jubiläumsurkunde, eine Spende der Samtgemeinde sowie ein Gästebuch.

Heinrich Meyer gratulierte im Namen des Kreisverbands und des Ortsverbands Großmoor und erinnerte an die Geschichte des Sozialverbandes: Der Verband wurde 1917 als „Reichsbund“ gegründet, um Kriegsbeschädigte in der schwierigen Nachkriegszeit unabhängig zu unterstützen. Ende der 1920er Jahre geriet er wegen seiner parteipolitischen Neutralität zunehmend unter Druck und löste sich 1933 auf, um der Gleichschaltung und den Nazi-Organisationen zu entgehen. Bereits 1946 wurde der Verband in Hamburg unter dem Namen „Reichsbund der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen“ neu gegründet. Seit 1999 trägt er den heutigen Namen SoVD – Sozialverband Deutschland – und vertritt aktuell rund 295.000 Mitglieder in Niedersachsen. Ein neues Logo seit 2019 unterstreicht die moderne Ausrichtung des Verbandes. Zum Abschluss bedankte sich Anja Blazy stellvertretend für die Basteldamen des Ortsverbandes beim Orga-Team der Bastelgruppe. Mit einem großen, kreativen Merci würdigte sie deren Ideenreichtum, die sorgfältigen Vorbereitungen, den engagierten Einsatz und das liebevoll organisierte Catering.

Mit einer musikalischen Überleitung wurde dann das große Kuchenbuffet eröffnet. Die Mitglieder hatten zahlreiche Torten, Kuchen und Kekse beigesteuert – diese fanden großen Anklang und schmeckten allen sehr gut. Ein besonderer Höhepunkt war die prachtvolle Jubiläumstorte der Bäckerei Stremmel, die Günter Stremmel persönlich anschnitt. Auch herzhafte Schnittchen und andere Leckereien wurden noch aufgefahren und fanden großen Zuspruch. Am Ende blieb kaum etwas übrig. Ganz herzlichen Dank an die vielen Bäckerinnen und Bäcker, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre. Bei Kaffee, Kuchen, Schnittchen und lebhaften Gesprächen genossen die Gäste die gemütliche Runde.

Gestärkt und in festlicher Stimmung nach gemeinsam mit dem Musikensemble Operamobile gesungenen Weihnachtsliedern folgten die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Anschließend gab Vorsitzender Hermann Kesselhut einen Überblick über die 75-jährige Geschichte des Ortsverbandes: Die Ortsgruppe Nienhagen des damaligen Reichsbundes wurde am 23. November 1950 im Gasthaus Lienau gegründet. 29 Mitglieder aus Wathlingen und Westercelle legten damit den Grundstein für eine bis heute aktive Gemeinschaft. Der Monatsbeitrag betrug damals 90 Pfennige – rund drei Prozent des mtl. Durchschnittseinkommens; heute zahlen Mitglieder 8,10 €, also nur noch etwa 0,3 % des heutigen mtl. Durchschnittseinkommens. Schon im ersten Jahr zeigte die Gruppe große Einsatzbereitschaft: 328 Beratungen, zahlreiche Schreiben und Anträge, eine Weihnachtssammlung für 63 bedürftige Kinder sowie eine Weserfahrt für Bedürftige standen auf dem Programm. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Angebot stetig: Sozialberatung, Fahrten, Vorträge, Geburtstagsbesuche und seit 1962 die traditionelle Weihnachtsfeier prägten das Vereinsleben. Die monatlichen Treffen – früher jeden dritten Donnerstag in der Gaststätte „Zu den Birken“, heute jeden zweiten Mittwoch im Hagensaal – bieten den Mitgliedern Gelegenheit zum Austausch, für Informationen und gemeinsame Stunden. Bis heute gibt es monatliche Info-Nachmittage, Fahrten, Spendensammlungen – zuletzt für ukrainische Kriegsflüchtlinge oder Weihnachtsbeutel für Kinder in Not. Ergänzt werden diese Angebote durch Info-Abende, Frauenfrühstücke, Bastelaktionen und Projekte für Kinder, die den Ortsverband generationsübergreifend lebendig halten.

Fachliche Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen bietet heute das Beratungszentrum in Celle, doch der Ortsverband bleibt die erste Anlaufstelle vor Ort: Er leistet praktische Hilfe und fördert das Miteinander – ein Engagement, das seit der Gründung den Charakter des Verbandes prägt. Die Mitgliederzahlen spiegeln diese kontinuierliche Entwicklung wider: von 29 Gründungsmitgliedern wuchs der Ortsverband auf rund 600 Mitglieder heute.

Den musikalischen Höhepunkt bildete das Musikensemble Operamobile mit den Sopranistinnen Bettina Delius und Margarita Pazara sowie Tenor Tadeusz Galczuk, begleitet von Vitalii Maranchuk am Flügel und Anna Lypkina an der Violine. Sie präsentierten einen musikalischen Bogen von Opern- und Operettenmelodien bis zu beliebten Weihnachtsliedern. Gespickt mit Gedichten, Geschichten und Ereignissen aus dem Jahr 1950 und einem Solo der Violinistin Anna Lypkina und dem Pianisten Vitalii Maranchuk begeisterten die Künstlerinnen und Künstler die Anwesenden. Besonders bewegend war Udo Lindenbergs Friedenslied „Wir ziehen in den Frieden“, das viele Zuhörer zu Tränen rührte.

Am Ende des Nachmittags dankte Hermann Kesselhut allen Helferinnen und Helfern, die diese Jubiläumsfeier zu einem besonderen Erlebnis gemacht hatten. Nach Musik, Begegnungen und kulinarischen Genüssen endete ein Nachmittag, der allen Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben wird – ein würdiger Blick zurück auf 75 Jahre SoVD-Ortsverband Nienhagen.

PR
Fotos: Gisela Janßen

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