Drei Wölfe in Scheuen gesichtet!
In der letzten Zeit wurden vermehrt Wölfe im Gebiet Scheuen, Hustedt und Groß Hehlen gesichtet. Zuletzt wurden drei Wölfe in Scheuen, am Winsener Weg, von einer Wildtierkamera aufgenommen.
Besonders im Spätwinter werden viele Jungtiere gesehen, die auf der Suche nach Partnern sind, um eine eigene Familie zu gründen. Diese Jungtiere verfügen noch nicht über genug Erfahrung, um sich klug zu verhalten. Sie benutzen gerne unsere Wege und Straßen, sind aber nicht an uns Menschen interessiert. Meistens bemerkt ein Wolf den Menschen durch seinen feinen Geruchssinn wesentlich früher als umgekehrt- er zieht sich dann unbemerkt zurück.
Es gibt also keinen Grund zur Panik, denn Wölfe sind scheue Tiere und für uns Menschen keine Gefahr, dennoch sollte man bei einem Spaziergang aufmerksam sein, Hunde unbedingt anleinen und Kinder aufklären.
Sollte es zu einer Begegnung mit dem Wolf kommen gelten folgende Verhaltensregeln:
- Nicht Fliehen: Auf keinen Fall sollten Menschen panisch wegrennen, wenn sie einem Wolf begegnen, da dies den Jagdinstinkt des Tieres auslösen könnte. Bleiben Sie stehen und bewegen Sie sich langsam zurück, während Sie den Wolf im Blick behalten.
- Ruhe bewahren: Stehen bleiben und Blickkontakt halten. Oft bleibt der Wolf kurz stehen und zieht sich dann von selbst zurück. Dazu sollte man ihm auch die Möglichkeit geben.
- Vertreiben: Nähert sich der Wolf bei einer Begegnung oder zieht sich nicht zurück, sollte man sich groß machen, laut rufen und in die Hände klatschen. Auch Gegenstände können in seine Richtung geworfen werden. Dabei langsam zurückziehen.
- Begegnung mit Hund: Wölfe können unsere Hunde als Artgenossen wahrnehmen, ihn beispielsweise als Konkurrent um das Territorium ansehen, oder als Spielpartner, Sexualpartner oder Beute, deshalb Hunde in Wolfsgebieten immer anleinen. Sollte der Hund nicht angeleint sein, diesen bei einer Wolfsbegegnung sofort zurückrufen und sich dann gemeinsam ruhig zurückziehen. Falls der Wolf weiter Interesse zeigt, kann versucht werden ihn zu verscheuchen. Durch das Herumstreunen von Hunden und Katzen können Wölfe im Wolfsgebiet in die Nähe von Ortschaften angelockt werden.
- Wölfe nicht füttern: Niemals einen Wolf füttern, das kann dazu führen, dass sie ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren und problematisches Verhalten entwickeln.
- Abstand halten: Niemals auf einen Wolf zugehen oder versuchen ihn zu streicheln. Gerade wenn er frisst, kann er aggressiv werden, um seine Beute zu verteidigen.
- Meldung der Begegnung: Wenn der Wolf sich ungewöhnlich verhält oder in der Nähe von Siedlungen gesehen wird, sollte man die zuständige Naturschutzbehörde informieren. Auf www.wolfsmonitoring.com kann man eine Meldung online abgeben.
Sollte es die Situation zulassen, kann man den Wolf fotografieren. Dabei gilt aber: Sicherheit steht an erster Stelle.
Wölfe leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung von Wäldern und Wildtierbeständen, Sie ernähren sich zu einem Großteil von Rehen, Hirschen. Wildschweinen und weiteren Wildtieren. Obwohl nur 1 % ihrer Nahrung aus Nutztieren, wie Schafe und Ziegen besteht, kommt es immer wieder zu Konflikten in Bezug auf die Bevölkerung und den Nutztierhaltern.
Die Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen und Ausgleichszahlungen, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Der empfohlene Herdenschutz wird von den Landwirten aber oft nicht umgesetzt, die Weidetierhaltung wird in Wolfsgebieten häufig lieber aufgegeben.“ Die Anträge auf Förderung zur Finanzierung des Herdenschutzes sind auch viel zu kompliziert und bürokratisch – der Zugang muss dringendst erleichtert werden“, erklärt der NABU-Hannover.
Auf der nächsten Ortsratssitzung der Gemeinden Groß Hehlen, Scheuen und Hustedt am 5. März 2026 um 18.00 Uhr (Ort wird noch bekanntgegeben) wird Ortsbürgermeister Patrick Brammer das Thema „Wölfe in Scheuen“ erörtern. Interessierte Bürger und Bürgerinnen sind herzlich eingeladen.
Editha Urich
Foto: Wildtierkamera
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