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Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel stellen „Vorsorgekiste“ für Krisensituationen vor

Wie sich Bürgerinnen und Bürger ohne Angst, aber mit Umsicht auf mögliche Krisensituationen vorbereiten können, haben die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel am Dienstag, 10. Februar 2026, vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die neue sogenannte „Vorsorgekiste“, die eine grundlegende Lebensmittelnotversorgung für eine Person über einen Zeitraum von etwa einer Woche ermöglicht.

Zur offiziellen Präsentation des Projekts kamen Claudia Sommer, Samtgemeindebürgermeisterin der Samtgemeinde Wathlingen, Frank Böse, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Flotwedel, sowie Simone Welzien, Geschäftsführerin von KESS. Vorgestellt wurden Konzept, Inhalt und die praktische Umsetzung der Vorsorgekiste, die ab sofort bei teilnehmenden regionalen Einzelhändlern erhältlich ist.

Lebensmittelvorsorge ohne Verunsicherung

Die Vorsorgekiste wurde von den KESS-Seniorenbüros der beiden Samtgemeinden fachlich entwickelt. Sie richtet sich insbesondere an ältere Menschen, steht aber grundsätzlich allen offen, die ihre Eigenvorsorge stärken möchten. Enthalten sind haltbare Lebensmittel mit einer durchschnittlichen Mindesthaltbarkeit von rund einem Jahr. Die Kosten für eine Kiste liegen bei etwa 50 Euro. Nach Angaben der beteiligten Händler wird sie ohne Gewinnaufschlag angeboten.

„Es geht darum, für Krisen wie Stromausfälle, Hochwasser oder Versorgungsengpässe vorbereitet zu sein, ohne Panik zu erzeugen“, erläuterte Claudia Sommer. Erfahrungen aus Ereignissen wie der Corona-Pandemie, der Energiekrise oder regionalen Hochwasserlagen hätten gezeigt, wie wichtig Information und Eigenvorsorge seien. Ziel sei es, die Menschen zu erreichen und ihnen niedrigschwellige Angebote zu machen. Parallel dazu würden Informationen zum Katastrophenschutz gebündelt über Flyer, digitale Kanäle und die Internetseiten der Samtgemeinden bereitgestellt. In beiden Verwaltungen arbeiten zudem regelmäßig Arbeitsgruppen mit Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und weiteren Akteuren zusammen, um Abläufe im Krisenfall abzustimmen.

Netzwerk aus Handel, Sozialverbänden und Ehrenamt

An dem Projekt beteiligt ist ein breites Netzwerk aus regionalem Einzelhandel, Sozialverbänden und Ehrenamtlichen. Die Vorsorgekiste ist erhältlich bei Edeka Müller in Nienhagen und Langlingen, Edeka Ankermann in Eicklingen sowie im Dorfladen Großmoor. Marius Baars von Edeka Ankermann betonte, dass mit dem Angebot kein wirtschaftlicher Vorteil verbunden sei: „Wir wollen keinen Gewinn erzielen, sondern ein sinnvolles Vorsorgeangebot ermöglichen.“

Unterstützt wird das Projekt zudem durch die SoVD-Ortsverbände in Nienhagen, Wathlingen, Adelheidsdorf, Eicklingen und Wienhausen sowie durch die Tafeln in Nienhagen, Wathlingen und Eicklingen. Als Sponsor für die erste Auflage der Informationsflyer konnte Dr. Michael Verhoeven, Inhaber der Wathlinger Löwen-Apotheke, gewonnen werden. Medienpartner ist der Moorverlag mit Ingeborg Varchmin.

Simone Welzien hob hervor, dass die Idee aus einer Umfrage unter Seniorinnen und Senioren entstanden sei. „Viele Menschen fragen sich, was sie für eine Woche wirklich brauchen. Unser Ansatz war: satt werden, praktikabel bleiben und nichts verschwenden.“ Als Ernährungswissenschaftlerin habe sie darauf geachtet, dass die Zusammenstellung ausgewogen sei, ohne besondere Küchenausstattung vorauszusetzen.

Erinnerungsservice und Weitergabe an Tafeln

Ein zentrales Element des Konzepts ist ein Erinnerungsservice für Menschen ab 75 Jahren. Über einen Coupon im Flyer können sie sich registrieren lassen. Ehrenamtliche des KESS-Teams melden sich dann etwa sechs Wochen vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums mit Hinweisen zum Verbrauch der Lebensmittel. Rund zwei Wochen vor Ablauf können nicht benötigte Produkte auf Wunsch abgeholt und an die örtlichen Tafeln weitergegeben werden. „So entsteht ein Kreislauf, bei dem nichts weggeworfen wird“, erklärte Welzien.

Der Erinnerungsservice ist auf die beiden Samtgemeinden begrenzt, die Vorsorgekiste selbst kann jedoch von Interessierten aus dem gesamten Landkreis erworben werden. Ergänzend wiesen die Projektverantwortlichen darauf hin, dass individuelle Vorräte – etwa Trinkwasser, Gaskocher, Kerzen oder Tierfutter – sinnvoll sein können, diese jedoch eigenständig ergänzt werden müssen und nicht Teil des Erinnerungs- und Abholservices sind.

Inhalt der Vorsorgekiste

Die Vorsorgekiste enthält unter anderem Haferflocken, Knäckebrot, Reiswaffeln, Hülsenfrüchte, Konserven wie Erbseneintopf, Kartoffelsuppe, weiße Bohnen, Sauerkraut und Tomaten, Dosenwurst, Schinkenwürstchen, Apfelmus, Fruchtcocktail, Konfitüre, Nüsse, Müsliriegel sowie Tee. Die Auswahl ist auf das Wesentliche reduziert, kann aber individuell ergänzt werden, etwa für vegetarische Ernährung oder persönliche Vorlieben.

Sensibilisieren und füreinander sorgen

Frank Böse verwies darauf, dass auch in der Samtgemeinde Flotwedel ähnliche Fragestellungen präsent seien. Ereignisse wie der zeitweise Ausfall von Infrastruktur in Großstädten hätten gezeigt, wie schnell alltägliche Abläufe gestört sein können. Mit der Vorsorgekiste wolle man einen praktischen Impuls geben, ohne Druck auszuüben.

Getragen wird das Projekt auch von einem ehrenamtlichen Team „Vorsorge“, dem unter anderem Andrea Engelke, Michael Hüster, Peter Klages und Claudia Sommer angehören. In den kommenden Wochen sollen zusätzliche Informationsstellen in den Samtgemeinden eingerichtet werden, um auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Das gemeinsame Fazit der Beteiligten: Die Vorsorgekiste soll helfen, Eigenverantwortung zu stärken, Nachbarschaftshilfe zu fördern und Menschen zu erreichen, die sonst kaum sichtbar sind – als Beitrag zu mehr Sicherheit und Solidarität im Alltag.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse

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