Freitag, 6. März 2026

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BARMER-Arzneimittelreport – Grippe-Impfquote bei über 60-Jährigen viel zu gering  

Die Influenza-Impfquoten in Niedersachsen bleiben deutlich hinter den internationalen Zielen zurück. Das zeigt der aktuelle Arzneimittelreport der BARMER.

Demnach wurden im Jahr 2023 nur 47,3 Prozent der BARMER-Versicherten in Niedersachsen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft und damit weniger als in den Jahren 2020 bis 2022. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Quote von 75 Prozent. Besonders gefährlich ist die Influenza für Patienten in stationärer Pflege und nach Herzinfarkt. Mehr als die Hälfte dieser Versicherten wurde im Jahr 2023 jedoch nicht gegen Influenza geimpft. „Gerade für vulnerable Gruppen ist eine Influenzaimpfung von zentraler Bedeutung. Studien zeigen, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben. Dennoch werden die bestehenden Empfehlungen weiterhin nicht konsequent umgesetzt“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen.

Impfung in Apotheken ohne großen Effekt

Obwohl Apotheken seit 2022 ebenfalls impfen dürfen, verbessert das die Gesamtquote bislang kaum. 99,5 Prozent der Impfungen erfolgen weiterhin in Arztpraxen. So attraktiv das Angebot der Grippeimpfung in der Apotheke für einzelne Versicherte sein möge, das Problem der dramatisch zu niedrigen Impfquoten löse es nicht, so BARMER-Chefin Sander. 

Starke regionale Unterschiede

Beim Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Im Personenkreis ab 60 Jahren reichten die Impfquoten im Jahr 2023 von 29,7 Prozent in Baden-Württemberg und 30,0 Prozent in Bayern bis hin zu 55,2 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Q&A

Wie hoch ist die aktuelle Impfquote?
2023 waren bundesweit nur 40,8 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft. In Niedersachsen lag die Quote bei 47,3 Prozent. Damit wird das von der WHO empfohlene Ziel von 75 Prozent klar verfehlt.

Welche Altersgruppen sind besonders betroffen?

In Niedersachsen lag die Impfquote bei den 60- bis 64-Jährigen lediglich bei 28,5 Prozent. Erst in der Altersgruppe ab 75 Jahren wird mit 56 Prozent mehr als die Hälfte erreicht.

Welche Effekte hat eine Influenza-Impfung bei Herzkranken?
Die Impfung wird von internationalen Leitlinien als Maßnahme zur Sekundärprävention bei koronarer Herzerkrankung insbesondere nach Myokardinfarkt empfohlen, da sie das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse, kardiovaskulären Tod und Gesamtmortalität senkt. Insbesondere bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) verringert die Impfung das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um etwa 30 bis 40 Prozent.

Wie wurden die Daten erhoben und ausgewertet? 
Der Arzneimittelreport beruht auf Datenanalysen von Dr. Veronika Lappe, PMV Forschungsgruppe Uniklinik Köln. Er basiert auf anonymisierten Abrechnungsdaten der BARMER aus den Jahren 2017 bis 2023. Berücksichtigt wurden bei der BARMER-versicherte Erwachsene mit dokumentierter Influenzaimpfung in der ambulanten ärztlichen Versorgung sowie in Apotheken. Die Impfquoten wurden nach Alter, Geschlecht, Bundesland und Pflegebedarf ausgewertet.

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