Dienstag, 13. Oktober 2026

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Jugend erinnert: Neue Geschichts- und Erinnerungstafeln auf dem Celler Stadtfriedhof

Geschichte lebendig machen – das ist eine der wichtigsten Aufgaben, die junge Menschen übernehmen können. Auf dem Stadtfriedhof Celle ist dies eindrucksvoll gelungen: Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Celle haben neue Geschichts- und Erinnerungstafeln erarbeitet, die an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnern und über die Kriegsgräberfelder vor Ort informieren.

Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge und Landrat Axel Flader (von rechts) mit Schülerinnen und Schüler der IGS und deren Lehrer Dr. Sune Schlitte.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. – Humanitäres Engagement weltweit

Ermöglicht wurde das Projekt im Rahmen des Engagements des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Als humanitäre Organisation widmet sich der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung der Suche, Bergung und würdigen Bestattung von Kriegstoten im Ausland sowie der Pflege ihrer Gräber. Bislang wurden 5,4 Millionen Kriegstote und Vermisste erfasst. In 45 Ländern bestehen insgesamt 830 deutsche Kriegsgräberstätten. Allein der Kreisverband Celle zählt 333 Mitglieder.

Neben der Pflege der Kriegsgräber setzt der Volksbund einen besonderen Schwerpunkt auf Erinnerungskultur und Bildung – insbesondere die Begegnung junger Menschen mit den Ruhestätten der Toten liegt dem Verband am Herzen. Die Enthüllung der neuen Geschichts- und Erinnerungstafeln ist dafür ein hervorragendes Beispiel.

Gewachsene Tradition der Erinnerungsarbeit in Celle

Die Wurzeln dieser Bildungsarbeit im Landkreis Celle reichen bereits einige Jahre zurück: Im Schuljahr 2017/2018 entstand die erste Geschichts- und Erinnerungstafel in der Region – damals durch ein Projekt des Bomann-Museums Celle, bei dem zehn Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses der 11. Jahrgangsstufe des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Lachendorf mitwirkten. Diese Tafel gedenkt der Kriegsgefangenen der Celler Lager sowie der auf dem Lagerfriedhof in Scheuen in den Jahren 1914 bis 1923 bestatteten Toten.

Schülerinnen und Schüler der IGS Celle setzen neue Maßstäbe

An diese Tradition knüpft das aktuelle Projekt nahtlos an. In den vergangenen Monaten haben Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Celle unter der engagierten Leitung von Herrn Dr. Sune Schlitte im Seminarkurs Geschichte die Inhalte der neuen Geschichts- und Erinnerungstafeln erarbeitet. Die Tafeln geben Auskunft über die Kriegsgräberfelder auf dem Stadtfriedhof Celle und erinnern an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Die Jugendlichen haben sich intensiv mit den historischen Hintergründen, den Biografien und den Schicksalen der dort bestatteten Menschen auseinandergesetzt. Darüber hinaus thematisieren sie die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft von 1933 bis 1945 – ein wichtiges Zeichen dafür, dass dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten darf.

Axel Flader hebt als Landrat und Vorsitzender des Kreisverbandes Celle hervor, wie wichtig es ist, dass junge Menschen Verantwortung für das historische Gedächtnis übernehmen: „Sie tragen dazu bei, dass die Schicksale der Toten nicht in Vergessenheit geraten und dass Friedhöfe als Lernorte der Geschichte wahrgenommen werden – mitgestaltet von jungen Menschen, für alle Generationen.“

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