„Drama“ schreckt ab: Kino achteinhalb wirbt für neuen Film
Im Programmkino achteinhalb in Celle sorgt derzeit weniger der Film selbst als vielmehr dessen Titel für Diskussionen. In einem Newsletter beschreibt das Kino, warum der neue Film „Das Drama – Noch einmal auf Anfang“ beim Publikum zunächst offenbar auf Zurückhaltung gestoßen ist – und welche Erfahrungen Betreiber bereits früher mit bestimmten Begriffen gemacht haben.
Auslöser war nach Angaben des Kinos zunächst eine technische Panne bei der Reservierungsfunktion für Freitag und Samstag. Gleichzeitig stellte Betreiberseite jedoch fest, dass der Filmtitel selbst möglicherweise ebenfalls eine Rolle spielt. „Drama“ wirke auf viele Besucher abschreckend, heißt es im Newsletter.
Zur Erklärung schildert das Kino mehrere persönliche Erfahrungen. So erinnert man sich an eine frühere Lesung des Schauspielers Peter Kaempfe im damaligen Buchfink. Ursprünglich sei die Veranstaltung unter dem Titel „Über den Tod“ angekündigt worden. Anders als frühere Auftritte Kaempfes habe sich der Kartenverkauf jedoch nur schleppend entwickelt. Erst nachdem der Titel kurzfristig geändert und stattdessen mit „Peter Kaempfe liest, singt und lacht“ geworben worden sei, sei die Veranstaltung ausverkauft gewesen.
Ähnliche Erfahrungen habe das Kino auch im täglichen Betrieb gemacht. Eine Besucherin habe beim Kauf von Gutscheinen erklärt, sie wolle den laufenden Film nicht sehen, weil in der Beschreibung das Genre „Drama“ genannt werde. Sie habe gesagt, sie habe „genug Drama im Leben“.
Das achteinhalb verweist darauf, dass „Drama“ in der Filmwelt ein sehr weit gefasster Oberbegriff sei und keineswegs automatisch schwere oder belastende Stoffe bedeute. Viele erfolgreiche und beliebte Filme würden in Fachmagazinen ebenfalls diesem Genre zugeordnet. Dennoch verbinde ein Teil des Publikums damit offenbar vor allem konfliktreiche oder bedrückende Geschichten.
Auch deshalb verzichte das Kino inzwischen häufig darauf, Filme ausdrücklich als Drama zu kennzeichnen. Teilweise würden sogar Filmtitel angepasst oder ergänzt, wenn sie nach Einschätzung des Hauses abschreckend wirken könnten.
Im aktuellen Fall geht es um den Film „Das Drama – Noch einmal auf Anfang“ von Regisseur Kristoffer Borgli. Dieser wurde unter anderem durch Werke wie „Sick of Myself“ oder „Dream Scenario“ bekannt. Laut Kino handele es sich nicht um ein klassisches Beziehungsdrama, sondern eher um eine schwarze Komödie mit satirischen Elementen und viel Dialogwitz.
Im Mittelpunkt stehen die Figuren eines verlobten Paares, gespielt von Zendaya und Robert Pattinson. Aus einer zunächst perfekten Liebesgeschichte entwickelt sich durch ein Spiel mit Geheimnissen und Geständnissen ein zunehmend absurdes Chaos. Der Titel des Films sei dabei bewusst ironisch gemeint und spiele mit der Erwartungshaltung des Publikums.
Im Newsletter beschreibt das Kino den Film als Mischung aus schwarzer Romantikkomödie und Psychodrama-Komödie, die Themen wie Beziehungen, Aufmerksamkeit und Selbstinszenierung behandelt. Trotz aller Konflikte ende der Film nicht tragisch, sondern mit einem Neuanfang.
Kinobetreiber aus Celle und Köln hätten sich darüber ausgetauscht, dass allein das Wort „Drama“ im Titel offenbar bereits Einfluss auf das Interesse des Publikums nehme. Der befreundete Kölner Kinobetreiber Carsten habe den Film bereits gezeigt und ihn als unterhaltsam und eher an Woody-Allen-Filme erinnernd beschrieben.
Das achteinhalb selbst will sich nun ein eigenes Bild machen. Betreiberseitig heißt es abschließend, man freue sich unabhängig vom Titel vor allem auf die beiden Hauptdarsteller Zendaya und Robert Pattinson auf der Leinwand.
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