Freitag, 17. Juli 2026

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Blick hinter die Kulissen: Klärwerk Wathlingen öffnet seine Tore

Wie funktioniert eigentlich die Reinigung des Abwassers? Was passiert bei Hochwasserlagen? Und warum verursachen Feuchttücher immer wieder Probleme in Pumpwerken? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es am Samstag beim Tag der offenen Tür auf der Kläranlage in Wathlingen. Bei sonnigem Wetter nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen einer Einrichtung zu werfen, die für die meisten Menschen im Alltag kaum sichtbar ist.

Eingeladen hatten die Samtgemeinde Wathlingen sowie das Team des Klärwerks. Zwischen 12 und 16 Uhr konnten Interessierte die Anlage besichtigen, an Führungen teilnehmen und sich an zahlreichen Informations- und Mitmachangeboten beteiligen.

Klärwerk als Ort der Information

Für Frank Dommel, Betriebsleiter des Klärwerks, war die Neuauflage der Veranstaltung eine bewusste Entscheidung. Nach dem positiven Zuspruch bei der vergangenen Ausgabe habe man beschlossen, erneut einen Tag der offenen Tür zu organisieren.

„Uns hat gefallen, wie viele Bürgerinnen und Bürger gekommen sind und sich für unsere Arbeit interessiert haben“, erklärte Dommel. Deshalb habe man die Veranstaltung mit neuen Themen erweitert. Neben den klassischen Einblicken in die Abwasserreinigung standen diesmal Nachhaltigkeit, Hochwasserschutz sowie technische Lösungen im Bereich der Wasserwirtschaft im Mittelpunkt.

Auch die Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer sieht in der Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung. Die Hochwasserereignisse der Jahre 2023 und 2024 hätten gezeigt, dass viele Menschen unsicher seien, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Fehler vermieden werden sollten.

„Der Tag der offenen Tür ist für uns ein regelmäßiges Instrument geworden, um Bürgerinnen und Bürger zu informieren und aufzuklären“, sagte Sommer. Sie zeigte sich dankbar, dass das Team des Klärwerks die Veranstaltung erneut organisiert und dabei zahlreiche neue Ideen eingebracht habe.

Führungen durch die Wasserreinigung

Im Mittelpunkt standen die Führungen über das Gelände. Besucher konnten sich die klassische Abwasserreinigung ebenso erklären lassen wie die Klärschlammvererdungsanlage. Ergänzt wurde das Angebot durch Rundgänge zum Schöpfwerk, zum Hochwasserschutzwall und zu den Schönungsteichen.

Besonders für Familien war die Kinderführung ein Anziehungspunkt. Hier wurden technische Abläufe altersgerecht erklärt und anschaulich vermittelt.

Feuchttücher als Problem für Pumpen

Zu den Ausstellern gehörte auch der Pumpenhersteller KSB. Thomas Streck erläuterte den Besuchern, welche Schwierigkeiten durch falsch entsorgte Hygieneprodukte entstehen.

Während früher vor allem Kunststoffstäbe von Wattestäbchen Probleme verursacht hätten, seien heute Feuchttücher die größte Herausforderung. Diese lösten sich im Wasser kaum auf und könnten Pumpen verstopfen oder zu erhöhtem Verschleiß führen.

Anhand eines Pumpenanhängers zeigte das Unternehmen, welche Folgen die falsche Entsorgung von Feuchttüchern für die Abwassertechnik haben kann.

Nachhaltigkeit und Wiederverwendung

Erstmals fand im Rahmen der Veranstaltung auch ein Tauschtag für Elektrogeräte statt. Organisiert wurde dieser von der Nachhaltigkeits-AG der Samtgemeinde Wathlingen. Ziel war es, funktionsfähigen Geräten eine zweite Nutzung zu ermöglichen und Ressourcen zu schonen.

Zusätzlich lockte die traditionelle Fahrradversteigerung zahlreiche Interessierte an. Vor der Versteigerung konnten die angebotenen Fahrräder ausführlich besichtigt werden.

Feuerwehr, Motorsport und Nistkästen

Auch außerhalb der technischen Themen gab es zahlreiche Angebote. Die Feuerwehr präsentierte ein Einsatzfahrzeug und versorgte die jüngeren Besucher mit Slush-Eis und bunten Tüten. Die Motorsportgemeinschaft „De Moorböcke“ stellte Fahrzeuge aus und stand für Gespräche zur Verfügung.

Großen Zuspruch fand zudem der Nistkastenbau für Kinder. Mit den selbstgebauten Kästen sollen heimische Vogelarten gefördert werden. Gleichzeitig soll das Projekt dazu beitragen, natürliche Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners zu unterstützen.

Auf dem Gelände herrschte den gesamten Nachmittag über reges Treiben. Während sich einige Besucher für die technischen Anlagen interessierten, nutzten andere die Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee, Kuchen oder einer Bratwurst vom Grill.

Erlös für guten Zweck

Neben Information und Unterhaltung stand auch ein sozialer Gedanke im Mittelpunkt. Die Einnahmen aus dem Kuchenbuffet sowie weitere Spenden kommen dem Onkologischen Forum Celle beziehungsweise dem Hospiz in Celle zugute.

Für die Organisatoren war der Tag damit mehr als eine reine Informationsveranstaltung. Er verband Einblicke in die kommunale Infrastruktur mit Begegnungen, Nachhaltigkeit und sozialem Engagement – und zeigte zugleich, wie vielfältig die Aufgaben einer modernen Kläranlage heute sind.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse

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