Montag, 17. August 2026

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Zwölf Jahre nach dem Genozid von Şingal – Uca: „Erinnerung verpflichtet – Abschiebungen in den Irak müssen beendet werden“

Am 3. August jährt sich der Genozid an den Êzîdinnen und Êzîden in Şingal zum zwölften Mal. Am 3. August 2014 begann die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ihren systematischen Vernichtungsfeldzug gegen die êzîdische Bevölkerung. Tausende Menschen wurden ermordet, Frauen und Mädchen versklavt, Kinder verschleppt und ganze Dörfer ausgelöscht. Bis heute gelten viele Menschen als vermisst. Zahlreiche Überlebende leiden bis heute unter den Folgen dieses Menschheitsverbrechens.

Als Êzidin, so Uca, erfüllt mich dieser Jahrestag mit tiefer Trauer. Die Erinnerung an den Genozid ist für mich nicht nur ein Gedenken an die Vergangenheit, sondern ein klarer Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft.

„Deutschland hat den Genozid an den Êzîdinnen und Êzîden anerkannt. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung. Wer der Opfer gedenkt, darf nicht gleichzeitig Menschen in den Irak abschieben. Viele Êzîdinnen und Êzîden können bis heute nicht sicher nach Şingal zurückkehren. Die Region leidet weiterhin unter den Folgen von Krieg, Vertreibung und mangelnder Sicherheit. Abschiebungen in den Irak sind deshalb ein falsches und unmenschliches Signal“, erklärt Behiye Uca, Kreisvorsitzende DIE LINKE Celle und Mitglied des Stadtrates der Stadt Celle.

DIE LINKE fordert einen sofortigen Stopp der Abschiebungen in den Irak, einen dauerhaften Schutz für besonders gefährdete Minderheiten sowie eine stärkere Unterstützung des Wiederaufbaus in Şingal. Gleichzeitig, so Uca, müssen die Verbrechen des IS vollständig aufgearbeitet und die Täter konsequent strafrechtlich verfolgt werden. „‚Nie wieder‘ darf keine leere Floskel sein. Wer es ernst meint, muss Menschen schützen, die vor Verfolgung und Gewalt fliehen. Menschlichkeit, Solidarität und der Schutz von Minderheiten dürfen niemals hinter migrationspolitischen Interessen zurückstehen.“

„Zwölf Jahre nach dem Genozid gedenken wir der Opfer. Wir stehen an der Seite der Überlebenden und ihrer Familien. Ihr Leid verpflichtet uns, konsequent für Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden und den Schutz aller verfolgten Menschen einzutreten“, Uca abschließend.

PR