Johanniter: Einfach rumstehen ist Nichtstun
Ob das Absetzen des Notrufs, die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage oder das Handhalten: Erste Hilfe leisten ist für alle verbindlich. Am 12. September ist Tag der Ersten Hilfe
Der 12. September soll die Erste Hilfe wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit, der Gesellschaft bringen. Unsicherheiten sollen durch Wiederholungen und Auffrischungskurse genommen werden – denn jede/jeder von uns kann in die Lage geraten, Erste Hilfe anzuwenden – sei es im Straßenverkehr, im eigenen Haushalt, in der Schule, beim Sporttraining oder an der Arbeitsstelle. In diesem Jahr stieg die Anzahl zum Beispiel von Hitzetoten. Hitze als Bedrohung muss ernstgenommen werden und passiert mitten unter uns, gleich nebenan, an der Bushaltestelle und im Seniorenheim.
„Immer wieder üben“, rät daher Volker Kaday, Fachbereichsleiter Breitenausbildung im Regionalverband Harz-Heide der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH). Das Trainieren, um sich voranzubringen und um etwas zu erlernen, ist in anderen Bereichen wie Beruf, Schule und Freizeit eine Selbstverständlichkeit – bei der Ersten Hilfe sind die Menschen zögerlicher, obwohl viele davon überzeugt sind, dass ausreichende Schulung von großer Bedeutung ist.
Dabei können alle so schnell in Situationen geraten, in denen konkrete Hilfe gefragt ist. Und dann? „Einfach rumstehen ist Nichtstun“, sagt Susanne Bomnüter, gelernte Rettungsassistentin und Fachfrau für die Erste Hilfe der Johanniter. Sie ist selbst Trainerin, weiß, dass immer noch Unsicherheiten vorherrschen und diese die Menschen zögern lassen, einzugreifen: „Bloß nicht den Helfen-Impuls unterdrücken!“ Lage checken, was ist passiert, was liegt vor? Schauen, ob noch jemand unterstützen kann, wenn möglich Tätigkeiten verteilen. Die 112 wählen und in der Leitung bleiben. Denn der oder die jeweilige Mitarbeitende der Rettungsleitstelle begleitet die Ersthelfenden. Dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen. „Und bei dem Menschen, der Hilfe benötigt, bleiben, ihm oder ihr beistehen: Auch das Trösten, das Versprechen, dir wird geholfen, du bist nicht allein, ist wichtig! Deswegen ist auch dieser Part Bestandteil der Ersten-Hilfe-Vermittlung.“
forsa-Befragung (2025) der JUH zu Wissen, Erfahrungen und Einstellungen der Bevölkerung
Die JUH hat letztes Jahr eine forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Laut der repräsentativen Ergebnisse sehen es 97 Prozent der Bürgerinnen und Bürger als relevant an, für einen Ernstfall in Erster Hilfe ausreichend geschult zu sein. 95 Prozent haben bereits mindestens einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, bei jedem vierten Befragten (24 %) ist der Erste-Hilfe-Kurs allerdings länger als 20 Jahre her.
Im Ernstfall fühlen sich viele Menschen unsicher, insbesondere bei der lebensrettenden Herzdruckmassage. Nur 15 Prozent der Befragten fühlen sich dabei „sehr sicher“, während sich fast die Hälfte (46 Prozent) eher oder sehr unsicher einschätzt. Beim Versorgen einer stark blutenden Wunde herrscht bei rund einem Drittel der Befragten Unsicherheit, für ein Viertel gilt dasselbe bei der stabilen Seitenlage. Neben fundierten Kenntnissen der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), die auch auf Initiative der JUH, seit 2026 fester Bestandteil des Unterrichts in der Sekundarstufe I niedersächsischer Schulen ist, plädieren die Johanniter daher auch für eine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse. Ihre derzeitige Empfehlung dazu liegt bei zwei Jahren.
Weitere Informationen und Kursangebote finden Sie hier: www.johanniter.de/erstehilfe. Ein kurzes Fresh up in Erster Hilfe kann hier online absolviert werden: https://shop.johanniter.de/erste-hilfe-und-vorsorge/efreshup-erste-hilfe.html
Über die Johanniter im Regionalverband Harz-Heide:
Im Regionalverband Harz-Heide gibt es Ortsverbände in Braunschweig, Celle, Lüneburg, Peine und Salzgitter. Dazu kommen noch der Ortsverband in Gründung Uelzen sowie der Stützpunkt Goslar. Die Johanniter im Regionalverband betreiben Kindertagesstätten, sind im Pflegebereich aktiv und bieten den Johanniter-Hausnotruf mit eigenem Einsatzdienst an. Rettungsdienst und qualifizierter Krankentransport sind ein weiterer Schwerpunkt. Aktuell werden Jugendhilfe-Projekte aufgebaut. Im Ehrenamt stehen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz an erster Stelle. Sanitätsdienste, der „Johanniter-Weihnachtstrucker“ (Unterstützung für die Ukraine), die Winterhilfe für Obdachlose und Bedürftige in Celle sowie die Wunsch-Ambulanz in Salzgitter gehören ebenfalls dazu. Weitere Infos unter www.johanniter.de/harz-heide.
PR
Fotos: Sebastian Spaethe
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