Halbzeit für das Ernestiner Comenius-Projekt

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CELLE. Es ist Halbzeit: Seit nun einem knappen Jahr läuft das Projekt mit dem Titel „Make European Nature Your Teacher“ am Ernestinum und an den vier Partnerschulen in Dänemark, Polen, Sizilien und der Türkei. Rund zwanzig Schüler/innen aus den Klassen 5-9 haben sich seitdem aufgemacht, einerseits etwas über die Natur hier vor unserer Tür, andererseits etwas über die Partnerorte Taormina auf Sizilien, die dänische Insel Moen, Krakau in der polnischen Region Malopolska und Malatya in Anatolien zu lernen.

Im Beisein von Landrat Klaus Wiswe, Repräsentant des Schulträgers Landkreis, berichteten heute Schülerinnen und Schüler über die bis zur Halbzeit abgearbeiteten Aktivitäten. Die Projektteilnehmer haben sich zum Beispiel mit den heimischen Bäumen und Vögeln beschäftigt, waren mit einer Waldpädagogin unterwegs, haben im Winter Vögel gefüttert, sie haben überlegt, was sie überhaupt gern draußen in der Natur tun. Auch einen Logo- und zwei Foto-Wettbewerbe hat es schon gegeben. In letzter Zeit stand das Thema Lebensmittel im Mittelpunkt und ein moderner Milchbetrieb wurde besucht.

Ein Highlight während der Projektarbeit stellten die Reisen zu den Partnerschulen dar. Zwei Projekttreffen haben bereits stattgefunden. Im März war eine Gruppe Ernestiner in Taormina auf Sizilien und konnten dort den Ätna als aktiven Vulkan erleben. Sania, Birte, Sina und Lukas berichteten begeistert von den Eindrücken auf Sizilien; bei der Teilnahme am Unterricht hatten sie allerdings den Eindruck, dass die einheimischen Schüler sehr unkonzentriert waren. Im Mai waren andere Schülerinnen in Malatya in der Osttürkei. Rojan, Stine, Antonia und Luisa trafen dort auch Schüler aus Italien, Dänemark und Polen. Sie waren positiv überrascht von der Gastfreundlichkeit der Menschen.
Auch über den Kreis der AG hinaus ist Comenius bei vielen Ernestinern angekommen. Viele Schüler/innen unterhalten Brief-, E-Mail und Facebook-Freundschaften mit Kindern aus Polen, Dänemark, Italien und aus der Türkei. Zu Weihnachten wurden in vielen Klassen Grußkarten gebastelt und verschickt. Es gab einen Projekttag, an dem sich die ganze Schule aufgemacht hat, von der Natur zu lernen. Viele tolle Erlebnisse sind anschließend im Jahrbuch festgehalten worden.

Der nächste Termin wartet im September auf alle Projektteilnehmer: Das Gymnasium Ernestinum wird Gastgeber sein. 50 SchülerInnen aus Krakau in Polen, von der Insel Moen in Dänemark, aus Malatya (Türkei) und Taormina (Italien) werden dann hier erwartet. Die Gäste werden bei Gastfamilien untergebracht. Dabei wird das Programm so viel wie möglich unter freiem Himmel stattfinden – die Schüler sollen lernen, sich ohne technischen Luxus in der niedersächsischen „Wildnis“ zu orientieren und gemeinsam Zeit im Wald und auf dem Wasser zu verbringen. Außerdem werden die Schüler aber natürlich auch die Gelegenheit haben, den normalen Unterricht in einem deutschen Gymnasium zu erleben.
Die letzten beiden Projekttreffen werden in Dänemark und in Polen stattfinden. Auf der Insel Moen werden die Ernestiner von den dänischen Schülern über den dortigen Kreidefelsen und die Besonderheiten des Inselklimas unterrichtet und in Krakau können sie etwas über die Möglichkeiten der respektvollen Wassernutzung lernen.

Hauptziel des Projektes ist es, Schüler für die Natur zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Natur als Raum für persönliche Entwicklung, für Abenteuer und soziale Erlebnisse in der Gruppe zu erschließen. Teamgeist ist bei vielen Aktivitäten ein zentrales Element – sich aufeinander verlassen, gemeinsam mit Mitschülern aus fünf verschiedenen Ländern an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten erfordert viel Kommunikation und auch Kompromissbereitschaft. Über die aktive Beschäftigung mit unserer unmittelbaren natürlichen Umgebung und dem Teilen und Vergleichen eigener Erfahrungen und Aktivitäten mit denen der Partner kann Europa für die Schüler auf diese sehr persönliche und praktische Weise tatsächlich greifbar und erfahrbar werden. Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz finanziert alle Besuche, die für die Verwirklichung des Projektes notwendig sind. So können Schüler andere Länder und Kulturen kennenlernen, ohne dass es auf den privaten Geldbeutel ankommt. Wie Schulleiter Johannes Habekost erläuterte, sind für das Comenius-Projekt 22.000 € genehmigt worden; allerdings wurden nur 17.000 € direkt zur Verfügung gestellt, 5.000 € müsse die Schule über Sponsoren einwerben. Nicht ohne Stolz verkündete Habekost, dass die Auszeichnung des Ernestinums als Europaschule bevorstehe. Möglicherweise könne bereits beim Besuch der Comeniuspartner ein entsprechendes Schild am Schulgebäude prangen. „Das, was wir sind, wird dann endlich anerkannt“, so der Schulleiter.

Maren Kranz als Projektverantwortliche zeigte sich sehr zufrieden über die geknüpften internationalen Kontakte und die gewonnenen Erfahrungen. Es sei wichtig, so Maren Kranz, dass das Erlebte im Kopf und im Herzen ankommt.

PR/Redaktion
Celler Presse

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