Große regionale Unterschiede bei E-Auto-Zahlen – Niedersachsen in der Elektromobilität ein geteiltes Land

HANNOVER. In einer von der Wirtschaftswoche erstellten Übersicht wurden erhebliche regionale Unterschiede bei der Entwicklung der Elektromobilität festgestellt. Von den zum Jahresbeginn 2018 gezählten 54.000 vollelektrischen Fahrzeugen fuhr die Mehrzahl im Süden und im Südwesten Deutschlands.

Wolfsburg, Braunschweig und der Landkreis Nienburg an der Spitze
Geringe Zahlen an der Küste

In der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg waren zum Stichtag am 1. Januar 2018 bei den lokalen Zulassungsbehörden 2.705, in  gesamt Niedersachsen 4.705 Fahrzeuge gemeldet. Auf die Einwohnerzahl gerechnet waren damit deutlich mehr Fahrzeuge in der Metropolregion als in den anderen Landesteilen Niedersachsens zugelassen. Niedersachsen liegt mit einem Anteil von 0,10% etwas unter dem Bundeschnitt von 0,12 %.

Bei der Bewertung der Zahlen für die einzelnen Zulassungsbezirke ist zu berücksichtigen, dass in den Unternehmensstandorten auch die Eigenzulassungen zu Buche schlagen oder die von der Metropolregion betriebene Flotte electric zentral in Hannover zugelassen wird. So erklärt sich die bundesweite Spitzenstellung von Wolfsburg mit 693 E-Autos und einem E-Auto-Anteil von 0,4 % an den Gesamtzulassungen. Mit 254 E-Autos und einem Marktanteil von 0,19 % folgt Braunschweig in der Metropolregion auf dem zweiten Platz. Als herausragend im ländlichen Raum zeigt sich der Landkreis Nienburg in dem mit 135 E-Autos ein Marktanteil von 0,18 % erzielt wird. Die guten Zahlen in Nienburg resultieren sicher in erster Linie aus dem E-Carsharing in der Gemeinde Steyerberg sowie dem Engagements eines in der Stadt Nienburg ansässigen Handwerksbetriebes und eines Autohändlers.

Elektromobilität Symbol für Modernität und wirtschaftliche Stärke

Raimund Nowak, Geschäftsführer  Metropolregion

„Elektromobilität entwickelt sich regional sehr unterschiedlich. Das gilt für alle Länder und so auch in Deutschland und Niedersachsen. Höhere Marktanteile findet man in den wirtschaftlich starken Regionen. In den USA sind das die Staaten der West- und Ostküste, in Deutschland der Süden und Südwesten. So wird Elektromobilität zu einem Symbol für Modernität und wirtschaftliche Kraft. Die Erfahrungen zeigen, dass die Marktanteile dort schneller wachsen, wo bereits viele E-Autos unterwegs sind. Dies kann die Disparitäten noch verstärken.“

Erläuterungen zu den Zahlen

Die Statistik wurde von der Wirtschaftswoche auf Basis von Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes erstellt. Berücksichtigt wurden ausschließlich vollelektrische PKW. Bei den offiziellen  E-Autostatistiken werden häufig auch Autos berücksichtigt, die zusätzlich zu einem Verbrennungsmotor auch über einen Elektroantrieb verfügen. Die Batterie wird von einer externen Stromquelle geladen – Plug-in-Hybride. Diese Fahrzeuge machen derzeit rund 50 % des E-Automarktes aus.

In der Metropolregion wohnen mit 3.8 Millionen Menschen, rund 50 % der Bevölkerung    Niedersachsens. Die großräumige Kooperation erfolgt im Rahmen der Metropolregion.   Elektromobilität ist ein Schwerpunktthema der Metropolregion.

Nachfrage nach E-Autos größer als Angebot

Aktuell wird die Marktentwicklung durch ein zu geringes Angebot an Elektroautos behindert. Kaufinteressenten müssen häufig lange Lieferzeiten hinnehmen. Die Einführung neuer E-Automodelle hat sich in den letzten Monaten verzögert. Es ist davon auszugehen, dass erst im Jahr 2019  ein deutlich größeres Marktangebot vorhanden sein wird. Dies gilt sowohl für die Auswahl an Modellen als auch für die Zahl der produzierten E-Autos.

Bericht Wirtschaftswoche
https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/elektroautos-in-deutschland-im-osten-gibt-es-oft-mehr-woelfe-als-e-autos/22842136.html?share=fb

Statistiken

Vollelektrische PKW im Gebiet der
Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg
Vergleich kommunale Gebietskörperschaften
Zulassung von vollelektrischen PKW (BEV)
Einwohnerzahl Metropolregion 3.8 Mio.
Berechnung Wirtschaftswoche auf Basis Statistik Kraftfahrtbundesamt
Stichtag 1. Januar 2018

Gebietskörperschaft Zahl zugelassener
BEV
Marktanteil BEV
an PKW-Bestand in %
Landkreis Heidekreis 59 0,07
Landkreis Nienburg 135 0,18
Landkreis Celle 79 0,07
Landkreis Gifhorn 70 0,07
Landkreis Schaumburg 70 0,08
Landkreis Hameln 90 0,10
Landkreis Peine 65 0,08
Landkreis Hildesheim 133 0,08
Landkreis Helmstedt 48 0,09
Landkreis Wolfenbüttel 51 0,07
Landkreis Northeim 72 0,08
Landkreis Holzminden 22 0,05
Landkreis Göttingen 146 0,08
Landkreis Goslar 42 0,05
Region Hannover 684 0,12
Stadt Braunschweig 254 0,19
Stadt Wolfsburg 639 0,46
Stadt Salzgitter 39 0,07
Gesamt 2.698

 Niedersachsen /ohne Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg

Gebietskörperschaft Zahl zugelassener
BEV
Marktanteil BEV
an PKW-Bestand in %
Landkreis Bentheim 55 0,07
Landkreis Emsland 110 0,06
Landkreis Leer 56 0,06
Landkreis Aurich 98 0,09
Landkreis Wittmund 16 0,05
Landkreis Friesland 41 0,06
Landkreis Wesermarsch 38 0,07
Landkreis Cuxhaven 71 0,06
Landkreis Stade 115 0,10
Landkreis Ammerland 61 0,08
Landkreis Cloppenburg 63 0,07
Landkreis Osnabrück 188 0,08
Landkreis Diepholz 151 0,11
Landkreis Oldenburg 94 0,12
Landkreis Osterholz 72 0,10
Landkreis Rothenburg 92 0,08
Landkreis Harburg 156 0,10
Landkreis Lüneburg 102 0,10
Landkreis Uelzen 34 0,06
Stadt Oldenburg 108 0,13
Stadt Osnabrück 127 0,15
Stadt Emden 15 0,06
Stadt Wilhelmshaven 9 0,02
Gesamt 1.872

Bundesländer
Zulassung von vollelektrischen PKW (BEV) nach Bundesländern
Berechnung Wirtschaftswoche auf Basis Statistik Kraftfahrtbundesamt
Stichtag 1. Januar 2018

Gebietskörperschaft Zahl zugelassener
BEV
Marktanteil BEV
an PKW-Bestand in %
Schleswig Holstein 1.806 0,11
Hamburg 1.387 0,18
Bremen   307 0,11
Niedersachsen 4.757 0,10
Mecklenburg Vorpommern 418 0,05
Sachsen Anhalt 522 0,04
Brandenburg 967 0,07
Berlin 2.007 0,17
Thüringen 731 0,06
Sachsen 1.501 0,07
Hessen 4.139 0,11
Nordrhein Westfalen 9.058 0,09
Rheinland-Pfalz 2.221 0,09
Saarland 478 0,08
Baden-Württemberg 10.565 0,16
Bayern 12.953 0,17
Gesamt 53.817 0,12

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