Donnerstag, 18. Juni 2026

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Mehr Kontrollen auf Baustellen im Kreis Celle gefordert – Hannoveraner Zoll: Baufirmen brachten Staat um 580.000 Euro

Landkreis CELLE. Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei auf der Spur: Beamte des Zolls sollen die 180 Bauunternehmen im Landkreis Celle noch häufiger auf illegale Machenschaften überprüfen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums gefordert. Danach deckten Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Hannover in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 4,5 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 580.000 Euro.

Mit ihr ist nicht gut Kirschen essen. Wenn Zollbeamte auf die Baustelle kommen, werden sie oft fündig. Die IG BAU fordert intensivere Kontrollen.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Für Dieter Großmann von der IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen steht fest: „Die Bauwirtschaft bleibt im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Am Ende komme das den Steuerzahler teuer zu stehen. „Bei Schwarzarbeit und Mindestlohnverstößen geht dem Staat richtig Geld verloren: Steuern und Sozialabgaben – also Beiträge, die der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fehlen“, macht Großmann deutlich.

Schwarze Schafe gebe es immer wieder. Die Zöllner müssten daher auch Baustellen im Kreis Celle stärker in den Blick nehmen, so der Gewerkschafter. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Zuletzt hatte die Einheit lediglich rund 7.200 Mitarbeiter.

Nach Angaben des Finanzministeriums kontrollierte das Hauptzollamt Hannover in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im ersten Halbjahr insgesamt 681 Arbeitgeber – 13 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter ihnen waren 227 Baufirmen. In deren Branche verhängten die Zöllner Bußgelder in Höhe von 104.000 Euro und leiteten 18 Ermittlungsverfahren ein.

PR
Foto: IG BAU