348 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Celle Hauptwache und 22 neue Einsatzkräfte – Mahnende Worte an die Politik über den leichtfertigen Umgang mit dem Feuerwehretat

CELLE. Am Samstag fand die jährliche Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Celle Hauptwache statt. Ortsbrandmeister Bernd Müller begrüßte dazu über 140 Kameradinnen und Kameraden in den Räumen am Herzog Ernst Ring und als Gäste den stellvertretenden Kreisbrandmeister Willi Lucan, Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, und den Vorsitzenden des Feuerschutzausschusses Frank Pillibeit (AfD).

Erfreulich konnte Bernd Müller feststellen, dass die Einsätze zwar konstant hoch waren, aber die Zahl der Fehlalarme zurückgegangen ist. So wurde im abgelaufenen Jahr zu 141 Bränden ausgerückt, 105 Mal technische Hilfe geleistet und 102 Fehleinsätze gefahren. Nach wie vor ist die Hauptwache nahezu jeden Tag einmal im Einsatz – und das alles ehrenamtlich! Die Stadtfeuerwehr ist insgesamt zu 510 Einsätzen mit nahezu 1000 Alarmierungen ausgerückt, bei derzeit 458 Einsatzkräften und 84 Jugendlichen die in den Jugendfeuerwehren auf den Einsatzdienst vorbereitet werden.

Als sehr erfreulich wertete Bernd Müller, dass es in 2018 in der Hauptwache gelungen sei, 22 neue Einsatzkräfte zu gewinnen, der höchste Zuwachs der jemals erreicht wurde und somit insgesamt in der Ortsfeuerwehr Hauptwache 169 Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst versehen. Hinzu kommen 35 Jugendliche. Die Gründe für den deutlichen Zuwachs, der über dem bundesweiten Trend liegt, machte der Ortsbrandmeister an 3 Themen fest: wir sind eine junge Feuerwehr mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren, wir haben eine gute Ausrüstung, sind modern und zeitgemäß und bieten letztlich durch unsere aktive Öffentlichkeitsarbeit und den vielseitigen Dienst nicht zuletzt auch mit vielen unterschiedlichen Einsätzen ein breites Spektrum für mehr als nur ein Hobby, Feuerwehr ist Lebenseinstellung!

Doch auch die Zukunft beschäftigte den Ortsbrandmeister, der auch mahnende Worte an die Politik richtete: „Nur mit einer guten Ausrüstung und Ausstattung lässt sich dieses Niveau halten, bei immer mehr Aufgaben, die die Feuerwehr übernimmt. Es kann nicht sein, dass der Feuerwehretat ständig weiter reduziert wird und sich die Führung der Feuerwehr redlich bemüht nach Einsparungen zu suchen in dem guten Glauben, dies würde der Konsolidierung der knappen Kassen dienen, die Politik diese Ersparnisse dann aber an anderer Stelle wieder ausgibt. Die Politik singt auf der einen Seite ein Loblied auf die Feuerwehr, lässt es an anderer Stelle aber an Ehrlichkeit vermissen. So geht man mit uns nicht um. Der Etat für den abwehrenden Brandschutz muss endlich wieder steigen, damit wir den Anschluss nicht verlieren. Teilweise sind die Fahrzeuge über 30 Jahre alt und es gibt keine Ersatzteile mehr und bei den 3 Gerätehäusern der Hauptwache gibt es in Vorwerk und der Heese akuten Handlungsbedarf“. Gerade im letzten Jahr gab es eine sehr positive Zusammenarbeit mit der Verwaltung mit immer mehr Gehör für unsere Belange. Dies unterstrich auch der Oberbürger-meister Dr. Nigge in seinem Grußwort, außerdem unterstrich er die Bedeutung gerade einer großen Freiwilligen Feuerwehr für die Stadt Celle, die bisher die Kosten für eine Berufsfeuerwehr sparen konnte. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Willi Lucan gab einen Überblick über die Situation der Feuerwehren im Landkreis.

Anschließend wurde Millane Giebel zur Feuerwehrfrau ernannt, Oberfeuerwehrmann wurde Torben Matthis, Oberlöschmeister Stephan Backhaus, Hauptlöschmeister Maic Hirschmeier und Oberbrandmeister Jens Merchel. Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurden Erhard Domrich, Nicole Ramachers und Andre Schmidt geehrt. 40 Jahre aktiven Dienst versieht der Zugführer Oberbrandmeister Reiner Runtze. Anschließend wurden die Kameraden Erhard Domrich und Matthias Ritzke nach langjähriger Dienstzeit in die Altersabteilung mit einem Dank aller Kameradinnen und Kameraden verabschiedet.

Bernd Müller
Fotos: Florian Persuhn, Feuerwehr Celle

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