Weil ich Lust auf Gottesdienst habe – Immer mehr Gottesdienste werden von ausgebildeten Freiwilligen geleistet

Print Friendly, PDF & Email

Landkreis CELLE. Barbara Paschke aus Altencelle gehört zu den 34 Frauen und Männern, die im Ev.-luth Kirchenkreis Celle selbstständig Gottesdienste vorbereiten und halten können – inklusive dem Schreiben eigener Predigten. In der Kirchensprache werden diese Freiwilligen Lektoren oder Prädikanten genannt. Richtiger wäre es aber, auch von Lektorinnen und Prädikantinnen zu sprechen, denn Frauen sind gleichermaßen wie Männer in diesem Bereich der kirchlichen Arbeit tätig.

vlnr. Barbara Paschke, Diemo Rollert und Rainer Volkert

Am Sonntag, dem 24. März halten Prädikantinnen und Prädikaten zahlreiche Gottesdienste, um auf ihre Mitarbeit in den Kirchengemeinden hinzuweisen. Auch Rainer Volkert aus Bröckel gehört zu den Freiwilligen, die einfach „Lust auf Gottesdienst“ haben und sich in ihrer Kirchengemeinde für den Gottesdienst einsetzen. Der gebürtige Hesse, der vor Jahren der Liebe wegen nach Bröckel gekommen ist, hat für die Zeit nach der Berufstätigkeit eine sinnvolle Arbeit gesucht. Volkert: „Früher war ich eher ein schüchterner Typ und kann nun das tun, was ich schon immer wollte.“ Der studierte Betriebswirt wird am Sonntag, dem 24. März in Bröckel von Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart im Gottesdienst in sein neues Amt eingeführt. Dass die Mitarbeit bei „Kirchens“ ihm die gewünschte Erfüllung bringt, zeigt sich übrigens auch darin, dass er in der Krankenhaus-Seelsorge und neuerdings auch im Bröckeler Kirchenvorstand mitarbeitet.
Volkert und Paschke, die zugleich Sprecherin der Prädikantinnen und Prädikanten im Kirchenkreis ist, haben immer schon gerne Gottesdienste gestaltet und sich Gedanken über Gott und die Welt gemacht. Beide schätzen die Möglichkeit, sich intensiv mit biblischen Texten auseinanderzusetzen und sich der Frage zu stellen, was es heute bedeuten kann, an Gott zu glauben.

Ihre Ausbildung haben sie in einer über zweijährigen Ausbildung an zwölf Wochenenden im Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim erhalten. In ihrer Ausbildungsphase haben sie Gottesdienste gehalten und wurden dabei von Pastorinnen und Pastoren als Tutoren oder Coaches begleitet. Dass die beiden sich zu dieser Ausbildung entschlossen haben, liegt auch daran, dass sie von Menschen in der Gemeinde zu diesem Dienst ermutigt worden sind.

Pastor Diemo Rollert, der seit einem Jahr für der Kirchenkreis die Prädikantinnen und Prädikanten begleitet, betont, dass die ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine „Lückenbüßer“ sind für den Fall, dass die „Profis auf der Kanzel“ im Urlaub sind oder ein freies Wochenende haben. „Natürlich sind Vertretungsdienste wichtig“, so der Wietzenbrucher Pastor Rollert, „aber die Prädikanten sollen und wollen auch besondere Gottesdienste gestalten können.“ So hat Barbara Paschke sich gewünscht, einmal einen Gottesdienst am Karfreitag zu halten.

Dass dieser Freiwilligendienst in den vergangenen Jahren immer stärker geworden ist, liegt sicher auch daran, dass die evangelischen Kirchen künftig mit einem zunehmenden Pastorenmangel zu kämpfen haben. „Aber“, so Rollert, „in der Vergangenheit ist auch der Gedanke des Priestertums aller Gläubigen, eine protestantische Besonderheit seit der Reformation, immer stärker geworden. Wir haben gelernt, dass wir voneinander lernen können, und das ist doch ein riesiger Fortschritt.“

PR
Anhang: Terminplan Lektorensonntag





%d Bloggern gefällt das: