Erdüberlastungstag 2019 – Initiative LIST sieht den Tag als Mahnung zur ökologischen Wende

CELLE. Gestern war der weltweite Earth Overshoot Day erreicht. Dieser Tag, auf deutsch auch Erdüberlastungstag genannt, markiert den Zeitpunkt im Jahr, ab dem die Menschheit natürliche Ressourcen verbraucht, die von den ökologischen Systemen des Planeten in diesem Jahr nicht mehr regeneriert werden können. Darauf machten am Samstag in der Altstadt Mitglieder der Initiative „Land in Sicht – Transition“ (LIST) und der BI Flotwedel aufmerksam.

„Ab dem 29. August“, so erklärt Sascha Artmann von LIST, „häufen wir also gewissermaßen ökologische Schulden an.“ Insgesamt verbraucht die Menschheit im Jahr 2019 nach Berechnungen des internationalen Forschungsnetztwerks „Global Footprint Network“ die Ressourcen von 1,75 Planeten. „Würde die gesamte Menschheit so ressourcenintensiv leben wie wir in Deutschland, so würden sogar knapp drei Planeten benötigt – denn auf Deutschland bezogen ist das Budget bereits am 3. Mai verstrichen.“

Die Initiative wies darauf hin, dass im Jahr 1970 der Earth Overshoot Day noch auf dem 29. Dezember datierte und seitdem immer weiter nach vorne gewandert ist. Dies, so Altmann, sei der Preis für den immer weniger nachhaltigen Lebensstil der sich industrialisierenden Welt. In den letzten Jahren sei der Tag immerhin nur noch langsam nach vorne gewandert, im letzten Jahr war es der 1. August. Die Zunahme der Ressourcenübernutzung habe sich etwas verlangsamt. Allerdings hätten sich seit den 1970er Jahren bereits gigantische ökologische Schulden angesammelt, nach diesem Rechenmodell in der Größenordnung von 18 Planeten. Der Großteil davon liegt in Form von Kohlendioxid in der Atmosphäre vor, in einem Ausmaß, welches die natürlichen Ökosysteme schon lange nicht mehr zurückholen können. Die Folge ist die sich immer noch weiter beschleunigende Klimakrise.

Sascha Artmann sieht in dem Tag aber auch einen Ansporn: „Wir kommen nicht umhin, den Erdüberlastungstag wieder deutlich nach hinten zu schieben. Er gibt einen weltweiten Maßstab und auch einen nationalen. Das heißt: Politik und Gesellschaft können die Wirkung von Maßnahmen und Lebensstiländerungen an diesem Tag messen.“

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Fotos: LIST

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