Köhlerei in Norddeutschland – Themenführung mit Dr. Arne Paysen im Museumsdorf Hösseringen

HÖSSERINGEN. Eine Themenführung über die Geschichte der Köhlerei in der Lüneburger Heide findet am Freitag, dem 13. September von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Der Archäologe Dr. Arne Paysen wird über diesen wichtigen und dennoch wenig beachteten Handwerkszweig der frühen Neuzeit berichten.

Köhlerhütte am Rande der Göhrde

Köhler waren Außenseiter und galten als schmutzig, ungebildet und kauzig, weshalb man ihre Gegenwart mied. Heute geben alte Köhlerstellen einen faszinierenden Einblick in die Forst- und Waldgeschichte, lassen so manche Schriftquelle in anderem Licht erscheinen und sind weitaus spannender, als man vermuten würde.

Zwei bereits abgedeckte Meiler in Lübberstedt am 18. Mai 1913

Köhlerei gab es nicht nur im waldreichen Harz, sondern sie war auch in der Lüneburger Heide weit verbreitet. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gab es beispielsweise im Klosterforst Niebeck eine Köhlerhütte, ebenso bei Hösseringen und Bad Bevensen. Der Kohlebedarf der Schmieden sowie von Handwerk und Industrie war damals so groß, dass Holzkohle in großen Mengen produziert werden musste. Nicht weit von Ellerndorf wurde noch während des Zweiten Weltkrieges in sechs Erdmeilern Holzkohle für Kraftfahrzeuge der Firma Rheinmetall hergestellt – aus Mangel an Kraftstoff. Inzwischen ist diese alte Arbeitsweise jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

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Fotos aus: Rolf Hillmer, Köhler in der Lüneburger Heide, Suderburg 1999

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