AKH-Gruppe mit Bilanzverlust im Jahr 2017

CELLE. Die Stiftung Allgemeines Krankenhaus Celle hat in seiner Aufsichtsratssitzung die Bilanzzahlen für 2017 behandelt. Hierbei mussten das Klinikum Celle wie erwartet – und schon mehrfach berichtet – einen Bilanzverlust von 10,7 Mio. Euro und das Klinikum Peine einen Bilanzverlust von 8,1 Mio. Euro verbuchen.

„Diese Zahlen sind sicherlich schlecht für die AKH-Gruppe, sind jedoch weder überraschend noch spiegeln sie die Leistungsfähigkeit der Kliniken wider. Bedingt durch die erforderlichen Bilanzkorrekturen auf Grund der nicht erfolgten Abschreibungen und sonstigen Einmaleffekte fällt der Verlust in 2017 sehr hoch aus. Hinzu kommt, dass das Tagesgeschäft nicht die nötigen Erträge erbringt. Dennoch sind die durch das vorliegende S6-Gutachten eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen nachhaltig, so dass bereits 2021 mit schwarzen Zahlen gerechnet werden kann“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Klaus Wiswe mit. „Anders als die Gewerkschaft suggeriert, muss das S6 Gutachten ohne Abstriche umgesetzt werden. Das AKH hat sich dazu auch gegenüber den Kreditgebern verpflichten müssen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Damit sind für manche unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden, wobei wir Kündigungen aber vermeiden wollen. Der Aufsichtsrat hat bei seinen Entscheidungen aber nahezu keine Spielräume mehr“, so Wiswe weiter.

Aufgrund der Vorkommnisse unter dem vorherigen Vorstand Stephan Judick, der Ende 2017 das Unternehmen verlassen hatte, hat der Aufsichtsrat diesem ferner keine Entlastung erteilt. „Der derzeit amtierende Vorstand Dr. Martin Windmann und Franz Caesar, sind nun gefordert, die AKH-Gruppe wieder in ruhiges Fahrwasser zu steuern. Der Aufsichtsrat ist hierbei zuversichtlich, dass dies durch die initiierten Maßnahmen, die teilweise durchaus einschneidend sind, gelingt und so die Zukunftsfähigkeit des Klinikums gewährleistet ist.“, so Klaus Wiswe. Eine Entscheidung über den Verkauf des Klinikums Peine wurde in dieser Sitzung noch nicht getroffen. Diese wird erst gegen Ende des ersten Quartals 2020 erwartet.

Über die AKH-Gruppe:
Die AKH-Gruppe, bestehend aus dem Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH Celle sowie die Tochtergesellschaften Hospiz-Haus, AKH Ambulant und M&S) und dem Klinikum Peine (KPE), ist einer der größten Akutkrankenhausbetreiber Niedersachsens. An zwei Standorten mit insgesamt fast 1.000 Betten bietet die Gruppe ein breites Spektrum in der Diagnostik und Therapie von Krankheiten und sichert durch zahlreiche Einrichtungen die medizinische Versorgung auf der höchsten medizinischen Leistungsstufe.
Das AKH Celle versorgte im Jahr 2016 mit 635 Betten pro Jahr zahlenmäßig ungefähr eine ganze Kleinstadt: Es wurden über 32.000 Patienten stationär versorgt und über 1.500 Babys auf die Welt gebracht. Am Klinikum Peine wurden mit 312 Betten rund 15.000 Patienten stationär versorgt und 437 Babys geboren.
Mit etwa 2.700 Mitarbeitern ist die AKH-Gruppe einer der größten Arbeitgeber in der Region. Bereits zum vierten Mal wurde das AKH Celle für seine familienbewusste Personalpolitik mit dem Zertifikat von „berufundfamilie“ ausgezeichnet.

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