Einfühlsame Erinnerung und eine Mahnung für die Zukunft – HBG-Schüler gestalten Gedenkfeier zum Volkstrauertag

CELLE. Das ging unter die Haut. Was die Schülerinnen Sarah Lüthge, Paulina May, Isabella Ohlms und Leoni Sophie Schulten zusammen mit der Lehrerin Petra Höxtermann erarbeitet haben, war einfach nur ergreifend. Der Bogen sogar zurück bis in den ersten Weltkrieg, die Geschehnisse im Nazideutschland mit einem Appell an die Zukunft hatte es in sich. Dabei konnten die Schülerinnen auf ein umfangreiches Archiv des HBG zurückgreifen, in dem Schicksale der HGB-Schüler dokumentiert sind.

Im Unterricht hatten sich die Schülerinnen intensiv mit dem Volkstrauertag und seinen Ursprüngen beschäftigt. Dazu haben sie in den Annalen ihrer Schule gegraben und wurden dort schnell fündig. Ihr Augenmerk fiel auf die Abiturienten der Klasse 8 m am HBG von 1939. 16 junge Männer der Klasse erhielten am 14. März 1939 ihre Reifezeugnisse. Die jüngsten von ihnen waren 17 Jahre alt. Von den 16 Schülern kamen sechs als Soldaten ums Leben. Diesen widmeten sie sich nun in der Feierstunde am Ehrenmal im Stadtpark am Neuen Rathaus und zeichneten die Lebensumstände in Briefen an die im Krieg Gebliebenen nach. In den von den Schülerinnen selbst verfassten Briefen sprachen sie die Schüler von 1939, denen die Zukunft genommen wurde, so an, als hätten sie sie persönlich gekannt. Dabei hat sich den Schülerinnen von heute die Bedeutung des Volkstrauertages intensiviert und somit die Sichtweise darauf verändert, so wie sie es bekannten. So war es auch ein Anliegen, auf aktuelle extreme gesellschaftliche und politische Strömungen hinzuweisen, zumal Hass und Fremdenfeindlichkeitund die Ausgangspunkte für die Entwicklung im Nazideutschland waren.

v.l.n.r.: Sarah Lüthge, Paulina May, Isabella Ohlms und Leoni Sophie Schulten

Für Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge ist es wichtiger denn je, dass sich auch die nachfolgenden Generationen mit den dramatischen Folgen von Krieg auseinandersetzen. „Gerade in einer Zeit, in der wir leider beobachten müssen, wie sich Teile der Gesellschaft radikalisieren, Menschen anderer Kulturen mit Ressentiments begegnen und unsere eigene Geschichte scheinbar negieren. Von daher ist es unerlässlich, dass wir die Erinnerungskultur wachhalten – damit es nie wieder passiert, dass Konflikte letztlich in kriegerischen Auseinandersetzungen münden!“

Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten Schülerinnen und Schüler des HBG, die zum Abschluss die Nationalhymne spielten.

Die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag geht auf eine Initiative des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zurück. Seit 2011 kooperieren die Celler Schulen, die dem Volkstrauertag ein eigenes „Gesicht“ verleihen. Im ersten Jahr war das Hölty-Gymnasium an der Reihe. Ihm folgten das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium (2012), die Oberschule Burgstraße (2013), die BBS II (2014), das HBG (2015), das Ernestinum (2016), das Hölty (2017) und das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium (2018).

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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