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Untersuchungen im Umfeld von Erdölförderplätzen: LBEG legt Abschlussbericht vor

NIEDERSACHSEN. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat jetzt den Abschlussbericht der Bodenuntersuchungen im Umfeld von Erdölförderplätzen veröffentlicht. Dabei sind nur sehr vereinzelt Auffälligkeiten zutage getreten. „Wir sind positiv überrascht, dass es nur so wenige Auffälligkeiten an den untersuchten Plätzen gab“, sagt Diplom-Geograph Uwe Hammerschmidt. Er ist Projektleiter des LBEG-Untersuchungsprogramms, das von 2019 bis jetzt gelaufen ist.

Ziel des Projektes war es, belastbare Informationen über mögliche Umweltbeeinträchtigungen durch die Erdölförderung im Umfeld der Bohrungen sowie deren Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen, Boden, Wasser und Mensch zu ermitteln. Um eine aussagekräftige Datenbasis zu generieren, wurden mit mehr als 200 knapp zwölf Prozent der aktiven Erdölplätze in Niedersachsen bodenkundlich untersucht. Als Kriterien für diese Stichprobe wurden unter anderem das Alter der Bohrung beziehungsweise die Dauer der Förderung, die Nutzung des Umfelds, die Zugänglichkeit oder mögliche Hinweise auf Belastungen herangezogen. Dabei wurden auch besonders sensible Nutzungen wie etwa angrenzende Hausgärten und Kinderspielflächen bei der Auswahl berücksichtigt. Für die Untersuchungen wurden Bodenproben aus dem direkten Umfeld der Bohrungen sowie den angrenzenden Flächen entnommen und im Labor unter anderem auf Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe analysiert.

LBEG-Projektleiter Uwe Hammerschmidt nimmt eine Bodenprobe im Umfeld eines Erdölför-derplatzes. Im Ergebnis gibt es keine flächenhafte Belastung der Böden im Umfeld niedersächsischer Erdölförderplätze.

Insgesamt haben die LBEG-Experten dabei 1088 Proben genommen, davon 1024 Boden- und 64 Sedimentproben. Im Ergebnis gab es im Umfeld von vier Erdölförderplätzen Auffälligkeiten im Sinne von Überschreitungen von Prüf- oder Maßnahmenwerten der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) beziehungsweise der Schwellenwerte von Oberflächengewässern (OW) des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die zur Beurteilung des aquatischen Ökosystems herangezogen werden. An zwei Plätzen gab es eine Überschreitung des Maßnahmenwertes Grünland, einmal durch Arsen, einmal durch Quecksilber, an einem Platz gab es in einem Graben eine Überschreitung des Schwellenwertes durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie auf einem Platz eine Überschreitung des Prüfwertes für PAK. Während die Arsen-Überschreitung natürlichen Ursprungs ist, wurden in den drei weiteren Fällen die Betreiber aufgefordert, Detailuntersuchungen vorzunehmen. Die jeweiligen Untersuchungskonzepte liegen dem LBEG bereits vor.

Im Laufe der Untersuchungen haben die Experten des LBEG erwartungsgemäß zahlreiche Überschreitungen von sogenannten Vorsorgewerten ermittelt. Diese zeigen an, dass es hier zu Stoffanreicherungsprozessen gekommen ist, die die Besorgnis auslösen, dass schädliche Bodenveränderungen entstehen könnten. Zu fast 80 Prozent resultieren die Überschreitungen aus Proben vom direkten Umfeld der Pumpe und sind nicht auf die Erdölförderung, sondern auf die Arbeiten an den Anlagen und im Umfeld zurückzuführen. Weitere knapp zehn Prozent der Überschreitungen resultieren ausschließlich aus ackerbaulichen Maßnahmen auf benachbarten Ackerflächen, bei denen durch Tiefumbruch Arsen aus tieferen in höhere Bodenhorizonte gefördert wurde und es dadurch zu einer deutlichen Anreicherung von Arsen im Oberboden gekommen ist.

LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier sagt zum Ergebnis der zweijährigen Untersuchungsarbeiten: „Es ist weder ein typisches Belastungsmuster zu erkennen noch gibt es flächenhafte Belastungen der Böden im Umfeld niedersächsischer Erdölförderplätze. Und das ist insgesamt eine gute Nachricht.“

PR
Foto: LBEG






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