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Umwelt- und Verkehrsausschuss soll Klimaschutz verhindern

CELLE. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und technische Dienste entscheidet am Donnerstag über den Bau einer Fußgänger-/Fahrradbrücke über die Aller. Auf Höhe des Freitagsbachs kann über bestehende Wege mit einer neuen Brücke eine direkte Verbindung vom östlichen Hehlentor zur Altstadt/Blumlage und Altencelle geschaffen werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt, den Antrag mit Verweis auf Naturschutz abzulehnen. Klimaschutz durch nachhaltige, sozialgerechte Mobilität und ein attraktiver Allerrundweg würden verhindert.

Aktuell wollen wir mehr Schwerlastverkehr und Konkurrenz zur Innenstadt im Gewerbegebiet „Auf der Grafft“ auf 52.000 m2 fördern. Bis zu 200 Menschen werden dort vermutlich durch Amazon ausgebeutet, fern jeglicher Schienen für nachhaltigeren Güterverkehr.

Wenn es darum geht ca. 40 m2 Natur für zwei Brückenwiderlager zu verbauen, um den Wechsel aufs Rad attraktiver zu machen, lehnt die Verwaltung dies ausgerechnet unter Verweis auf Naturschutz ab. Im Gegensatz zur nahegelegenen mehrspurigen Ortsumgehung würden hier weder riesige Flächen durch eine gigantische Brücke noch für deren Zuwegung ruiniert. Die Maßnahme trägt auch nicht langfristig zu einer Mehrbelastung des Klimas durch noch mehr Kfz-Verkehr bei. Genau das Gegenteil würde erreicht: Das ist aktiver Klimaschutz, Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung werden gefördert und schmerzfrei CO2 eingespart im schwierigen Verkehrssektor. Denn mit dem Rad oder gar zu Fuß wäre jede/r deutlich schneller im benachbarten Stadtteil als mit dem Auto; und das auch noch sicherer da fern von Kfz-Verkehr. Hier ein unzureichendes öffentliches Interesse anzunehmen ist nicht zeitgemäß!

Die Dringlichkeit für aktiven Klimaschutz hat sich angesichts der verheerenden Folgen des Klimawandels auch hier in Deutschland gezeigt. Zum Spatenstich der Ortsumgehung dennoch eine kleine Brücke für Fußgänger*innen und Radelnde abzulehnen macht rat- und sprachlos.

Die Celler Kreisgruppe des Verkehrsclub Deutschlands (VCD)  unterstützt jetzt die objektive Meinungsbildung des Ausschusses, da die ablehnende Beschlussvorlage der Stadtverwaltung ausschließlich Nachteile der Maßnahme anführt. Auf zwei Seiten Ergänzungen fasst der VCD die Zielsetzung des städtischen Fahrradaktionsplanes und befürwortende Aspekte zusammen. Ein weiteres Dokument hinterfragt jeden seitens der Stadtverwaltung aufgeführten Grund für die empfohlene Ablehnung und stellt weitere Hintergrundinformationen zur Verfügung.

Die Ausschusssitzung findet am 30. September in der Alten Exerzierhalle ab 17 Uhr statt.
Der Antrag unter Tagesordnungspunkt 6 wird im öffentlichen Teil behandelt.
Der VCD Celle ist ab 16:30 Uhr vor Ort für Rückfragen und konstruktiven Gedankenaustausch.

PR






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